Aktuelle Testverfahren

Corona-Test ist positiv – aber nicht ansteckend: Wie das sein kann

Ein Mann wird von einem Mediziner auf das Coronavirus getestet.
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Forscher fanden nun heraus, dass sich die Symptome einer Covid-19-Erkrankung einordnen lassen können.

Wer sich mit Corona infiziert hat, muss das Virus nicht automatisch weitertragen. Welche Faktoren das beeinflussen.

Deutschland - In der Vergangenheit machten häufiger sogenannte Superspreader auf sich aufmerksam. Auf der anderen Seite gibt es aber auch Corona-Infizierte, die das genau Gegenteil sind - und niemanden anstecken. Aber woran liegt das?

NameCoronavirus
SymptomeFieber, trockener Husten, Müdigkeit
Prävention, u.a.Hände waschen, Abstand halten, Maske tragen

Corona-Positiv und nicht ansteckend: So funktioniert der PCR-Test

Um das zu verstehen, muss man zunächst wissen, wie die PCR-Tests funktionieren. Diese werden aktuell bundesweit eingesetzt, um eine Infektion mit dem Coronavirus nachzuweisen.

Die Tests sind besonders sensibel und vermehren das genetische Material der getesteten Person in mehreren Zyklen. So wird immer wieder überprüft, ob die Gen-Sequenz von Corona in der Probe vorhanden ist. Angezeigt wird das Virus durch sogenannte fluoreszierenden Signalmoleküle. Messbar werden die „Signalzeichen“ mit dem sogenannten CT-Wert.

Corona-positiv aber nicht ansteckend - wie geht das?

Der CT-Wert gibt einen Hinweis auf die Virusmenge, die die getestete Person in sich trägt. Wenn der Wert größer als 30 ist, wird das als niedrige Viruskonzentration gewertet, wie die Apothekenumschau berichtet. Und eine niedrige Viruskonzentration sorgt dafür, dass man wenig ansteckend ist - obwohl man Corona-Positiv ist.

Nach Angaben des Robert-Koch-Instituts (RKI) lässt sich Corona ab diesem Wert nicht mehr vermehren, der Test wird dann in den meisten Laboren gestoppt. Dennoch fällt das Testergebnis positiv aus. „Da die Zahl neu entstehender Viren aber sehr klein ist, sind die Betroffenen trotzdem nicht gefährlich für ihre Umgebung“, erläutert Virologe Ulf Dittmer, Direktor des Instituts für Virologie an der Universitätsklinik Essen gegenüber dem Tagesspiegel.

Corona-Test: Wie genau sind die aktuellen Testverfahren?

Personen, deren PCR-Tests einen sehr hohen CT-Wert aufweisen, sind also meistens nicht mehr ansteckend. Aber kann man sich darauf wirklich verlassen und beispielsweise die Quarantäne beenden? Wie genau sind die aktuellen Corona-Testverfahren?

Da die Tests teilweise mit verschiedenen Gerätetypen ausgewertet werden, sind ihre Ergebnisse nicht immer vergleichbar. Beispielweise variiert die Zykluszahl, ab der ein Corona-Test als negativ gilt, zwischen 35 und 40. „Außerdem haben wir es mit schwer standardisierbaren Abstrichen zu tun“, so Dittmer (alle aktuellen Entwicklungen zum Coronavirus in NRW auf RUHR24.de).

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Nicht immer würde ein Nasen-Rachen-Abstrich vorgenommen, sondern nur die Wangenschleimhaut abgestrichen. Die meisten Corona-Viren sitzen aber in der Nase. Gleichzeitig wird ein Abstrich durch das Riechorgan als besonders unangenehm empfunden.

Ein gutes Immunsystem kann bei Corona tückisch sein

Hinzukommt, dass Patienten unterschiedlich auf Corona reagieren. Die sogenannte Viruslast variiert sehr stark. „Wenn die eigene Abwehrmaßnahme gut funktioniert, dann kann das Immunsystem die Viruslast schnell verringern und hat die Infektion im Griff“, so so Hans-Dieter Volk, Direktor des Institutes für medizinische Immunologie an der Charité in Berlin gegenüber dem Tagesspiegel. Nach den ersten zwei bis drei Tagen gehe es den Patienten wieder gut.

Video: Bisherige Zahlen falsch? Corona-Kranke deutlich früher ansteckend

Allerdings birgt ein starkes Immunsystem auch Risiken. Bei einem sehr milden Verlauf von Corona sind auch nur kurzzeitig Antikörper im Blut. „Das heißt, es ist nur eine kurze infektionsverhindernde Immunität gegen Sars-CoV-2 vorhanden, da das erworbene Immunsystem kaum angeschaltet wurde“, sagt Volk.

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