Für viele unangenehm

Corona: Testpflicht in den Schulen – das sind Alternativen zum fiesen Nasenabstrich

Coronavirus - Erste Schnelltests an Schulen in Halberstadt
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Die Corona-Testpflicht für Kinder kommt. Viele finden den Nasen-Abstrich unangenehm. Mittlerweile gibt es kindgerechtere Tests – leider noch nicht in den Schulen.

NRW – Obwohl der genau Fahrplan für die NRW-Schulen noch nicht feststeht, dass es eine Testpflicht geben wird, gilt als beschlossene Sache. Viele Eltern begrüßen diese Entscheidung zum besseren Schutz vor dem Coronavirus. Anderen graut es hingegen jetzt schon vor den regelmäßigen Tests. Denn der Nasenanstrich ist für viele Kinder unangenehm – und das morgendliche „Theater“ in einigen Familien vorprogrammiert.

CoronavirusSars-Cov-2
InfektionskrankheitCovid-19
häufige SymptomeHusten, Schnupfen, Fieber, Verlust des Geruchs- und Geschmackssinns

Corona-Tests in Schulen: Viele Kinder finden den Nasen-Abstrich fies

Wer mehrere Kinder hat, weiß: Jedes Kind ist anders und hat seinen ganz eigenen Kopf. Das gilt auch beim Testen auf das Coronavirus. Während die einen die Tests völlig problemlos über sich ergehen lassen, finden andere den Nasen-Abstrich einfach nur fies.

Dementsprechend geteilt sind aktuell auch die Meinungen der Eltern, wenn es um die angekündigte Testpflicht in Schulen geht. Das Ärgerliche daran: Bislang liegen den Schulen hierzulande nur Testkits vor, bei denen ein Nasenabstrich gemacht wird. Es gäbe aber einige Alternativen, die kindgerechter sind (mehr zum Coronavirus in NRW auf RUHR24.de).

Schnelltests für Kinder – an Schulen gibt es bislang nur die Stäbchen-Methode

Infos zu den in Schulen verfügbaren Selbsttests bietet das Bildungsministerium NRW auf seiner Webseite. Eltern können sich hier über die Tests informieren. Man findet sogar die entsprechenden Kurzanleitungen sowie Informationen der Hersteller zur Selbstanwendung in Schulen.

Die Produzenten werben hier auch damit, dass die Tests per Nasenabstrich selbst durch Schüler einfach anzuwenden seien. Tatsächlich steht aber bislang – zumindest für NRW – noch überhaupt nicht fest, ob die Schüler die Tests selbst durchführen sollen, die Lehrer alle Tests durchführen – oder aber die Kinder vorab zu Hause getestet werden.

Schüler führt Corona-Schnelltests per Stäbchen durch: Für viele Kinder ist das unangenehm. (Symbolbild)

Corona-Testpflicht: Jedes fünfte Kind hatte Test verweigert

Was die konkrete, praktische Umsetzung angeht, sind damit die allerwichtigsten Fragen zum Thema „Testen in Schulen“ kurz vor dem Schulstart nach den Osterferien noch gar nicht geklärt. So hat NRW-Ministerpräsident Armin Laschet (CDU) mittlerweile mehrfach betont, eine Testpflicht impliziere, dass sich kein Kind den Testungen entziehe.

Er hatte zuvor in der TV-Sendung von Markus Lanz seinen Unmut darüber geäußert, dass einige Kinder den Test verweigern. Nach Angaben des nordrhein-westfälischen Lehrerverbands verweigerte den Test im Durchschnitt jeder fünfte Schüler landesweit. 

Video: Laschet fordert Testpflicht nach Osterferien – Schulen in NRW rechnen mit Problemen

Corona-Testpflicht an Schulen: Was passiert mit den Testverweigerern?

Eltern konnten dazu bis dato per Formular einen Widerspruch gegen den Test einlegen. Das soll sich jetzt ändern. Dennoch steht aber bislang (Stand 8. April) noch nicht fest, was mit Testverweigerern passiert.

Denn NRW-Gesundheitsminister Karl-Josef Laumann (CDU) hatte bereits angedeutet, dass man Kinder aufgrund der Schulpflicht nicht einfach vom Präsenzunterricht ausschließen könne. Lehrerverbände begrüßen hingegen die Idee, wirklich nur getestete Schüler zum Präsenzunterricht zuzulassen.

Corona-Tests für Schulen – es gibt Alternativen zum Nasenabstrich

Für Eltern bleiben damit weiter viele Fragen offen. Derzeit weiß man noch nicht einmal, ob es überhaupt genügend Tests geben wird, um jeden Schüler zweimal wöchentlich zu testen. Denn das Bildungsministerium hatte am Mittwoch (7. April) per Erlass erklärt, dass sich die Lieferung verzögere.

Was allerdings klar ist: Auch bei den neu gelieferten Tests – deren Eintreffen sich nun verzögert – wird es sich um Antigen-Tests per Nasenabstrich handeln. Dabei gäbe es Testalternativen, die deutlich kindgerechter sind – und damit vielleicht auch zu weniger Verweigerungen führen könnten. Denn wie auch WA.de* berichtet, gibt es einige Alternativen, die für Kinder besser geeignet sind.

Österreichs Schulen wenden Corona-Gurgeltest an

In Österreich werden in Schulen beispielsweise auch sogenannte „Gurgeltests“ angewendet. Wie das österreichische Bildungsministerium erklärt, handele es sich dabei um ein schmerzfreies und medizinisch unbedenkliches Verfahren. Die Testperson gurgelt dazu 30 bis 60 Sekunden lang mit einer einfachen Kochsalzlösung. 

Wie die Pharmazeutische Zeitung berichtet, wird das Testverfahren per Gurgellösung in Deutschland derzeit auch beispielsweise in Köln geprüft. Wenn sich das Verfahren als zuverlässig erweise, solle es dort den unangenehmeren Nasen-Rachenabstrich ersetzen.

Laut Information der Stadt Köln können ganz kleine Kitakinder auch auf einem Tupferstäbchen kauen, anstatt zu gurgeln. Diese Methode sei in einer Kölner Kindertageseinrichtung und in einer Schule bereits „sehr erfolgreich“ erprobt worden.  

Spucktest wird in NRW-Kitas als Alternative erprobt

NRW-Familienminister Joachim Stamp (FDP) sagte Ende März im Familienausschuss des Landtags, Wissenschaftler hätten dazu geraten, noch nicht alle Kitakinder zu testen. In den Kitas gilt daher weiterhin keine Testpflicht.

Wie mögliche Tests in der Kindertagesbetreuung „in den kommenden Wochen eingesetzt werden können“, werde gemeinsam mit allen beteiligten Akteuren abgestimmt, heißt es vonseiten des Ministeriums. Es liefen aber erste Kita-Studien mit Spucktests bei Kindern. Solche Tests wurden auch bereits im März in Bergisch Gladbach in vielen Schulen durchgeführt. Die Stadt hatte diese in Eigenregie bestellt.

Coronavirus: Schüler mit Spucktest (Symbolbild)

Spucken gegen Corona: Einfache Test-Anwendung für Kinder

Auch solche Spucktests sind für Kinder leichter durchzuführen. Dabei muss man seinen Speichel „aus tiefster Kehle“ in einen kleinen Pappbehälter spucken.

Das Sekret wird anschließend mit einer Pipette aufgesaugt. Dann in ein Probeentnahme-Röhrchen entleert und auf den Testbereich geträufelt. Das Ganze ist für Kinder allerhöchstens ein bisschen ekelig, nicht aber unangenehm oder gar schmerzhaft.

Leichte Methode auch für Kitakinder – der „Corona-Lolli“

In einigen weiteren Kitas in Köln, Solingen sowie Wuppertal wird noch ein anderes Verfahren geprüft: Der sogenannte Lolli-Test. Dass es eine solche Testmethode für Kinder grundsätzlich gebe, hatte Bundesgesundheitsminister Jens Spahn (CDU) bereits vor einigen Wochen mitgeteilt.

Bei der Lolli-Methode lutschen die Kinder 30 Sekunden lang an einem Abstrich-Tupfer. Die Tests schmecken zwar leider nicht so gut wie ihre süßen Namensgeber, sind aber kinderleicht durchzuführen. *WA.de ist ein Angebot von IPPEN.MEDIA.