Coronavirus-Pandemie

Corona: Warum nicht jede Party zum Superspreader-Event wird

Superspreader ist der Begriff, der in der Corona-Pandemie für große Angst sorgt. Wir erklären, was er bedeutet und warum es so gefährlich sein kann.

NRW - Ischgl, Gangelt, Bergamo, Hamm. Diese Orte haben eines gemeinsam. Das Coronavirus hat sich dort massiv durch sogenannte Superspreader in einem Superspreading-Event ausgebreitet. Doch was bedeuten die Begriffe genau? 

Superspreader sorgen für Corona-Ausbrüche während der Coronavirus-Pandemie

Eigentlich würde man den Begriff "Superspreader" folgendermaßen beschreiben: Es handelt sich dabei um Menschen, die mit einem Krankheitserreger (Coronavirus) infiziert sind und besonders viele Menschen anstecken. In den meisten Fällen liegt es nicht nur an dem Menschen selbst, dass er viele ansteckt, aber an den Umständen. 

Gegenüber quarks.de äußert sich der Epidemiologe Gérard Krause vom Helmholz-Zentrum für Infektionsforschung in Braunschweig. Das Konzept "Superspreader" sei schwer wissenschaftlich zu greifen. Häufig würde es sich um eine infizierte Person handeln, die in eine Konstellation gerät, in der sie auf viele Menschen trifft. 

Corona-Ausbrüche gehen häufig auf Superspreader zurück 

Ein Blick auf das Jahr 2020 in der Corona-Pandemie reicht. In Ischgl haben zahlreiche Menschen zusammen Aprés-Ski gefeiert. In Gangelt war es der Karneval. In Mailand und Bergamo ein Fußballspiel und in Hamm in NRW eine türkische Hochzeit, wo das Coronavirus (alle Infos zu Corona in NRW im Live-Ticker) von wenigen Personen massiv verbreitet wurde. 

Corona: Superspreader - Was bedeutet der Begriff überhaupt?

Jürgen May vom Bernhard-Nocht-Institut für Tropenmedizin sagt gegenüber quarks.de, dass Superspreading-Ereignisse zeitlich und räumlich begrenzt seien und viele Infektionen auf eine oder sehr wenige Personen zurückgehen. 

Corona: Warum Superspreader-Events so tückisch sind 

Nicht jedes Event, an dem ein mit dem Coronavirus infizierter Mensch teilnimmt, wird automatisch zu einem Superspreading-Event. Laut gesundheit.de kommt es auf diverse Faktoren an. Wie gut ist es um das Immunsystem des Infizierten bestellt und wie hoch ist die Virusproduktion? Wie gut sind die Räumlichkeiten belüftet und wie sieht es mit der Aktivität (Atmung, Sprechverhalten, etc.) aus?

Letztendlich kommt es auch noch darauf an, wie viele soziale Kontakte ein Infizierter hat und den Zeitpunkt der Kontakte. Denn die sogenannte Ansteckungsfähigkeit einer Person ist zwischen zwei und einem Tag vor dem eigentlichen Krankheitsbeginn laut einiger Studien besonders hoch. 

Corona-Superspreader: Viele Faktoren müssen zusammenkommen

Es muss also einiges zusammenkommen, damit ein Infizierter zu einem Superspreader und damit eine Veranstaltung oder Feierlichkeit zu einem Superspreading-Event wird. Dennoch könnte die Gefahr einer Coronavirus-Infektion Richtung Herbst und Winter steigen. 

Denn die typische Sehnsucht nach Gemeinschaft im Kreise der Familie und Freunde wird weiter steigen. Die größte Gefahr besteht auf privaten Feiern, wie auch das Beispiel der Corona-Hochzeit in Hamm gezeigt hat. Die Möglichkeit besteht, dass die eigene Vorsicht im privaten Raum vernachlässigt wird. 

Vermeidung von Superspreading-Events: Es kommt auf den Einzelnen an 

Wie dw.de schreibt, wird es vor allen Dingen auf das Sozialverhalten des Einzelnen ankommen, dass Infizierte nicht zu Superspreadern und Feierlichkeiten nicht zu Superspreading-Events werden. 

Eines der größten Probleme bei Superspreadern sind die eventuell ausbleibenden oder noch nicht akuten Symptome der Coronavirus-Infektion. Denn nicht immer merkt ein Infizierter schon direkt etwas. Und genau das macht die Vermeidung von Superspreading-Events auch in Zukunft so schwierig. 

Rubriklistenbild: © epa PA Jordan/dpa;Collage: RUHR24