Überraschende Ergebnisse

Kuriose Corona-Studie aus den USA: Smartwatches sollen Infektion erkennen

Corona mit der Smartwatch erkennen? Das soll laut aktuellen Studien aus den USA tatsächlich möglich sein. Apple-Watches warnten bei symptomfreien Verläufen.

Deutschland – Wissenschaftler aus den USA haben herausgefunden, dass Smartwatches eine Covid-19-Erkrankung erkennen, noch bevor Symptome auftreten. Über diese überraschende Erkenntnis berichten aktuell mehrere Medien, darunter auch Business Insider und Focus. Aber wie soll das funktionieren und können die smarten Uhren im Kampf gegen Corona wirklich weiterhelfen?

CoronavirusSARS-CoV-2
InfektionskrankheitCovid-19
Häufige SymptomeFieber, trockener Husten, Verlust von Geschmack und Geruch

US-Corona-Studie: Smartwatches erkennen Covid-19-Erkrankung bereits vor Tage vor einem positiven Test

Zwischen April und September 2020 haben Forscher der bekannten Stanford Universität in Kalifornien die sogenannte „Warrior Watch Study“ durchgeführt – in Zusammenarbeit mit dem Mount-Sinai-Krankenhaus in New York. Rund 300 Mitarbeiter des Krankenhauses wurden dazu mit einer Apple-Watch sowie einer speziellen App ausgestattet, die vor einer Corona-Erkrankung warnt.

Hintergrund der Forschungen war die Fragestellung, wie man Corona auch bei asymptomatischen Verläufen erkennen kann. Denn eben hier liegt schließlich ein großes Problem bei Covid-19: Man kann ansteckend sein, ohne es zu wissen. Die Wissenschaftler wollten also ein Tool entwickeln, mit dem man auch solche Erkrankungen ohne Symptome identifiziert. Das überraschende Ergebnis der Studie: Tatsächlich konnten die Smartwatches eine Covid-19-Erkrankung bereits mehrere Tage vor einem positiven Corona-Test vorhersagen.

Covid-19-Erkrankung mit der Smartwatch erkennen: Messung der Herzfrequenz ist entscheidend

Erkannt haben die Smartwatches eine Covid-19-Erkrankung an der Herzratenvariabilität (HRV) der Probanden. Damit bezeichnet man die Schwankung der Zeitspanne zwischen zwei Herzschlägen. Eine niedrige HRV kann ein Hinweis auf eine Infektion sein. Bereits kurz nach einer Corona-Infektion, so die Forscher, seien solche Veränderungen in der Herzfrequenz messbar gewesen.

Gegenüber dem amerikanischen Nachrichtensender CBS sagte Dr. Robert Hirten, ein an der Studie beteiligter Mediziner, dazu: „Wir wussten bereits, dass sich die Herzfrequenzvariabilitätsmarker ändern, wenn sich eine Entzündung im Körper entwickelt, und Covid ist ein unglaublich entzündliches Ereignis“. Auch Veränderungen der Schrittzahlen und Schlafzeiten wären bei Covid-19-Erkrankungen erkennbar. (allen News zum Coronavirus in NRW auf RUHR24.de)

Corona erkennen: Nutzen und Grenzen – smarte Geräte könnten bald größere Rolle spielen

Dr. Robert Hirten sieht hier „ein Durchbruch im Corona-Management“. Insgesamt hätte man immerhin 63 Prozent der Covid-19-Erkrankungen frühzeitig erkannt. So könnte man kranke Menschen viel eher ausfindig machen.

Tatsächlich messen die meisten Smartwatches und Fitnessarmbänder den Herzschlag ihrer Träger. Allerdings hatten die Forscher eine eigens entwickelte APP mit einer entsprechenden Corona-Warn-Funktion zur Verfügung, die noch nicht für die breite Masse zugänglich ist. Laut Focus-Bericht hat sich Apple-Chef Tim Cook bereits mit dem Thema befasst. Bleibt also abzuwarten, wie es mit der App-Entwicklung weitergeht.

Natürlich ersetzen die smarten Geräte aber keinen Corona-Test und auch keine Hygienemaßnahmen. Denn eine niedrige Herzratenvariabilität kann auch durch andere Infektionen oder Belastungen des Körpers bedingt sein. Dennoch können gesunde Menschen, die ansonsten keine Symptome haben, so vorgewarnt werden. Experten meinen daher, dass Smartwatches in Zukunft eine noch größere Rolle im Kampf gegen Corona spielen könnten.

Auch das Robert Koch-Institut kämpft mit Fitnessbändern und Smartwatches gegen Corona

Die Idee ist dabei nicht neu. Auch das Robert Koch-Institut (RKI) sieht in Smartwatches und Fitnessarmbändern eine mögliche Hilfe gegen Corona. Bereits seit letztem Jahr gibt es die sogenannte Corona-Datenspende des RKI. Über die Corona-Datenspende-App können Menschen freiwillig Daten zur Verfügung stellen. RKI-Präsident Prof. Dr. Robert H. Wieler und sein Team hoffen, mit den smarten Geräten mehr über das Virus zu erfahren und es so besser bekämpfen zu können.

Mit Fitnessarmbändern und Smartwatches gegen Corona

Dabei werden neben Daten wie Postleitzahl und Alter auch Aktivitäts- und Schlafdaten, Pulsschlag und Körpertemperatur erfasst. Da sich diese Vitaldaten bei einer akuten Atemwegserkrankung in den meisten Fällen deutlich änderten, könnten Smartwatches und Fitnessarmbänder laut Prof. Dr. Robert H. Wieler einen großen Nutzen haben: „Wenn in einer ausreichend großen Stichprobe die Anzahl der symptomatischen Patienten erfasst werden kann, könnte uns das dabei helfen, früher Rückschlüsse auf Infektionsgeschehen, Verbreitung und auch auf die Wirksamkeit der bisherigen Maßnahmen zu ziehen“, so der RKI-Präsident.

Rubriklistenbild: © Niaid/dpa

Mehr zum Thema