Schwere Krankheitsverläufe

Corona: Unerwartete Ergebnisse bei neuer RKI-Studie – mehr Menschen zählen zur Risikogruppe

Eine neue Studie des Robert Koch-Instituts kommt zu dem Schluss, dass für die Hälfte aller Erwachsenen ein erhöhtes Risiko besteht, schwer an Covid-19 zu erkranken.

Deutschland – Wie groß ist die Gruppe derjenigen, die ein erhöhtes Risiko für einen schweren Krankheitsverlauf haben? Diese Fragestellung lag einer aktuell veröffentlichten Studie des Robert Koch-Instituts (RKI) zugrunde. Das Ergebnis dieser Studie: Mehr als die Hälfte aller Deutschen über 15 Jahren zählt zur Risikogruppe.

CoronavirusSars-Cov-2
InfektionskrankheitCovid-19
Häufige SymptomeHusten, Fieber, Schnupfen, Verlust des Geruchs- und Geschmackssinns

Neue RKI-Studie: Das Alter ist der Hauptrisikofaktor – auch Vorerkrankte haben erhöhtes Risiko

Die Erkenntnisse aus der Studie des RKI basieren auf einer telefonischen Befragung von mehr als 23.000 Menschen im Zeitraum von April 2019 bis Oktober 2020. Es handelt sich um eine Querschnittbefragung der Bevölkerung in Deutschland, die seit 2008 jährlich durchgeführt wird.

Auf Basis dieser Daten wurde die Gesamtgruppe der Personen mit erhöhtem Risiko – sowie die Gruppe mit stark erhöhtem Risiko definiert. Die Hauptursache für einen schweren Krankheitsverlauf ist laut RKI ein fortgeschrittenes Alter. Aber auch unter den Personen mittleren Alters ist das Risiko bei insgesamt 15,5 Millionen Menschen erhöht – bei drei Millionen sogar stark erhöht. Besonders gefährdet sind Menschen mit bestimmten Vorerkrankungen.

Corona: Diese Erkrankungen erhöhen die Gefahr, schwer an Covid-19 zu erkranken

Unter anderen sind die folgenden Erkrankungen laut RKI mit einem stark erhöhten Risiko verbunden:

  • Diabetes mellitus
  • Herzinsuffizienz
  • Organtransplantationen
  • Demenz
  • Chronische Nierenerkrankungen
  • Down-Syndrom
  • Eine starke Adipositas (Body Mass Index > 40)

Ein moderat erhöhtes Risiko haben außerdem Personen, die an den folgenden Vorerkrankungen leiden:

  • Herzrythmusstörungen
  • Schlaganfall
  • Herz-Kreislauf-Erkrankungen
  • Krebserkrankungen
  • Asthma
  • Chronisch obstruktive Lungenerkrankung

RKI-Studie zur Corona: Erhöhtes Risiko für einen schweren Krankheitsverlauf bei 36,5 Millionen Deutschen

Die Wissenschaftler des Robert Koch-Instituts kommen zu dem Ergebnis, dass 51,9 Prozent aller Menschen ab 15 Jahren der Risikogruppe für einen schweren Covid-19-Verlauf zuzurechnen sind. Das sind 36,5 Millionen Menschen.

Ein stark erhöhtes Risiko für einen schweren Krankheitsverlauf weist mit 30,6 Prozent fast ein Drittel der Bevölkerung ab 15 Jahren auf. Zu dieser stark gefährdeten Gruppe zählen 21,6 Millionen Menschen.

Studie des RKI: Zur Hochrisikogruppe zählen vor allem Menschen ab 65 Jahren

Zur Hochrisikogruppe zählen dabei hauptsächlich Personen, die älter sind als 65 Jahre. Denn Personen ab 65 Jahren fallen bereits aufgrund ihres Alters in diese Gruppe. Von den unter 50-Jährigen zählen hingegen weniger als 10 Prozent zur Hochrisikogruppe. Zwischen 60 und 64 Jahren sind es noch 17 Prozent, die besonders gefährdet sind.

Das spiegelt sich auch in den Todeszahlen wider. Mehr als 90 Prozent aller in Deutschland an Covid-19 Verstorbenen waren 60 Jahre und älter.

Erhöhtes Risiko für einen schweren Krankheitsverlauf: Auch Jüngere sind betroffen

Ein moderat erhöhtes Risiko schwer an Covid-19 zu erkranken haben hingegen auch zahlreiche jüngere Menschen. So zählen bereits 20 Prozent der jungen Erwachsenen über 20 Jahren zu dieser Gruppe.

Bei den über 40-Jährigen sind es rund 35 Prozent und bei den Personen über 50 Jahren 40 Prozent. Generell gilt dabei: Ab einem Alter von 15 Jahren erhöht sich mit zunehmendem Alter das Risiko.

Risiko für schwere Covid-19-Erkrankungen: Soziodemografische Unterschiede

Auch regional stellt die Studie Unterschiede fest. So leben in den ostdeutschen Bundesländern und im Saarland anteilig die meisten Menschen mit einem erhöhen Risiko.

Außerdem sind Menschen aus bildungsfernen Schichten gefährdeter als solche mit einer guten Bildung. Während rund 70 Prozent der Personen mit niedriger Bildung ein erhöhtes Risiko für eine schwere Covid-19-Erkrankung haben, sind es bei den Personen mit hoher Bildung nur 40 Prozent.

Rubriklistenbild: © Tobias Schwarz