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Corona: Schnelltest oder Selbsttest – die wichtigsten Unterschiede

Seit dieser Woche geht Deutschland mit kostenlosen Schnelltests und Selbsttests in die Corona-Offensive. Doch was unterscheidet die beiden Testarten überhaupt?

Deutschland – Seit Samstag (6. März) sind in Deutschland Corona-Selbsttests zum freien Verkauf erhältlich – zum Beispiel für knapp 25 Euro bei Aldi. Seit Montag (8. März) hat außerdem jeder Bürger die Möglichkeit, einmal pro Woche einen kostenlosen Schnelltest in einer Arztpraxis, einer Apotheke oder einem Testzentrum durchführen zu lassen. Doch wie unterscheiden sich die beiden Testarten überhaupt?

Corona: Kostenloser Schnelltest und frei erhältlicher Selbsttest ab dieser Woche – das sind die Unterschiede

Im Kampf gegen die weitere Verbreitung des Coronavirus – und in der Hoffnung auf schnell wieder sinkende Zahlen – setzt Deutschland seit dieser Woche auf ein neues Pferd, beziehungsweise auf zwei: kostenlose Corona-Schnelltests und für jeden erhältliche Selbsttests.

Beide Tests sind sogenannte Antigen-Tests, die auf Virusproteine im entnommenen Zellmaterial reagieren und innerhalb von Minuten ein positives oder negative Ergebnis anzeigen können.

Dem gegenüber stehen PCR-Tests, die bisher nur von medizinischem Personal entnommen werden und selbst geringste Bruchstücke der Virus-DNA nachweisen können. Dafür muss die entnommene Probe jedoch zunächst in einem Labor untersucht werden, was teilweise eine tagelange Wartezeit auf das Ergebnis mit sich bringt.

Corona-Schnelltest: Schnelles Ergebnis nach 15 Minuten Wartezeit

Selbsttests und Schnelltests eignen sich aufgrund des schnellen Ergebnisses also besser als einfache Kontrolle oder Sicherheitsvorkehrung im Alltag – beispielsweise wenn spontaner Besuch ansteht.

Der Unterschied zwischen den beiden Tests: Bei einem Schnelltest entnimmt medizinisch geschultes Personal – wie beim PCR-Test – einen Abstrich im hinteren Nasen- oder Rachenbereich. Die Probe wird anschließend auf einen Teststreifen gestrichen, welcher sich nach rund 15 bis 20 Minuten verfärbt und das positive oder negative Ergebnis anzeigt (alle Corona-News aus NRW im Live-Ticker auf RUHR24.de).

Corona-Test für zu Hause: So funktioniert ein Covid-19-Selbsttest

Bei einem Schnelltest entnimmt man sich selbst eine Probe im vorderen Bereich der Nase. Eine Anleitung dazu liegt im Testpaket bei. Auch in diesem Fall wird die Probe anschließend auf einen Teststreifen gestrichen, welcher dann bei korrekter Anwendung ebenfalls nach nur wenigen Minuten ein Ergebnis anzeigt. In Zukunft könnten auch noch Gurgel- oder Spucktests hinzukommen.

Corona-Schnelltests als „Game-Changer“? Ab Montag (8. März) soll sich jeder kostenlos testen lassen können. (Symbolbild)

Der Corona-Selbsttest muss sich vor seinen professionelleren Geschwistern übrigens nicht verstecken: Eine Studie des European Respiratory Journals hat ergeben, dass Laien-Abstriche tatsächlich ähnlich gute Ergebnisse liefern können wie die von Profis entnommenen Proben aus dem hinteren Nasenrachenraum (alle Nachrichten zum Coronavirus auf RUHR24.de).

Corona: So sicher sind die Ergebnisse von einem Schnelltest oder Selbsttest wirklich

Das große Manko, das beide Tests gemeinsam haben: Antigen-Tests, also sowohl Schnell- als auch Selbsttests, funktionieren nur bei hochinfektiösen Patienten wirklich zuverlässig. Nur dann enthält das Nasensekret und die Spucke nämlich ausreichend Virusmaterial. PCR-Tests können hingegen selbst kleinste Bruchstücke der Virus-DNA nachweisen.

Ein negativer Schnell- oder Selbsttests ist deshalb kein ausreichender Nachweis dafür, dass man derzeit nicht mit SARS-CoV-2 infiziert ist, sondern zeigt lediglich, dass die Testperson momentan nur sehr gering bis gar nicht ansteckend ist.

Positiver Corona-Selbsttest oder Schnelltest: Was soll man als Nächstes tun?

Was aber, wenn der Schnell- oder Selbsttest positiv ausgefallen ist? Wichtig ist in diesem Fall, dass man sich schnellstmöglich in Quarantäne begibt und das Ergebnis schnellstmöglich mit einem PCR-Test überprüfen lässt. Nur so kann bestätigt werden, dass eine tatsächliche Corona-Infektion vorliegt und der Schnell- oder Selbsttest kein falsches Ergebnis angezeigt hat.

Auch wichtig: Nur bei einem positiven PCR-Test wird das Gesundheitsamt über die Infektion informiert und nimmt den Patient in die offizielle Statistik auf. Ein positiver Schnell- oder Selbsttest wird hingegen nicht mitgezählt.

Rubriklistenbild: © Kay Nietfeld/dpa

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