Einfach, aber nicht gerade günstig

Corona-Selbsttest ab sofort kaufen: Mehrere Shops bieten Produkte an

Corona-Schnelltests könnten das Ende der Virus-Pandemie bedeuten. Doch bislang kann man sie nirgendwo kaufen. Oder doch? Wir haben Tipps.

Deutschland – Seit Ende Februar sind in Deutschland die ersten Corona-Schnelltests für Laien zugelassen. Mit einem Abstrich aus dem vorderen Nasenbereich soll schon nach kürzester Zeit feststehen, ob man sich mit Sars-CoV-2 infiziert hat oder nicht. Doch bislang herrscht große Unklarheit darüber, wo und ab wann man die Schnelltests überhaupt kaufen kann. Die Drogeriemarkt-Kette „dm“ will die Antigen-Tests von Boson Biotech ab dem 9. März anbieten. Aber gibt es auch schneller verfügbare Angebote?

VirusCoronavirus
ErregerSars-CoV-2
KrankheitCovid-19
UrsprungWuhan (China)

Corona-Schnelltest: Deutsche müssen sich zweimal pro Woche testen lassen

FDP-Chef Christian Lindner betonte bereits Mitte Februar, dass Corona-Schnelltests eine Chance auf mehr Freiheit inmitten der andauernden und einschneidenden Pandemie sein könnten. Als sogenannter „Impfausweis für einen Tag“ könnten die Schnelltests eine temporäre Normalität bieten und kurzfristig mehr Freiheiten wie etwa Restaurant- oder Konzertbesuche ermöglichen (alle Nachrichten zum Coronavirus in NRW bei RUHR24.de)

SPD-Gesundheitsexperte Karl Lauterbach ging sogar einen Schritt weiter und erklärte gegenüber dem WDR, dass die Pandemie mithilfe von Schnelltests sogar gestoppt werden könnte. Entsprechende Studien könnten das belegen. Doch wie auch bei den Impfungen gibt es bei den Schnelltests ein Problem: die Verfügbarkeit. Um die Pandemie zu stoppen, müssten sich alle Deutschen zweimal die Woche selbst testen.

Das entspricht 160 Millionen Schnelltests pro Woche. Ein utopisches Ziel – immerhin liegt das momentane Kontingent bei gerade mal 45 Millionen Schnelltests pro Monat. Und ein weiterer Nachteil kommt dazu: Aktuell kann man die Schnelltests in keinem Laden in Deutschland kaufen.

Corona-Schnelltest: Tests sollen im Supermarkt erhältlich sein - aber ab wann?

Bereits am 24. Februar kündigte Gesundheitsminister Jens Spahn (CDU) an, die ersten drei Schnelltests seien in Deutschland zugelassen:

  • „Clinitest Rapid Covid-19 Self-Test“ von Healgen Scientific LLC
  • „Rapid SARS-CoV-2 Antigen Test Card“ von Xiamen Boson Biotech
  • „Lyher Covid-19 Antigen-Schnelltest (Nasal)„ von Hangzhou Laihe Biotech

Spahn verkündete damals, die Tests würden „in den kommenden Tagen“ im Supermarkt erhältlich sein. Doch dieses Versprechen konnte bis heute nicht eingehalten werden. Wer hofft, diese Tage bei Aldi oder Edeka einen Schnelltest zu bekommen, wird enttäuscht. Und schlimmer noch: Es ist völlig unklar, wann die Einzelhändler die Tests überhaupt ins Sortiment nehmen. Zwar würden Supermärkte und Discounter schon länger mit den Herstellern der Corona-Schnelltests verhandeln, ein genauer Verkaufsstart ist aber noch unbekannt.

Corona-Schnelltest: dm bietet Test von Boson Biotech ab dem 9. März an

Immerhin: Die Drogeriemarkt-Kette „dm“ kündigte am Montag (1. März) an, bereits ab der kommenden Woche (9. März) Corona-Schnelltests anbieten zu wollen. Voraussetzung dafür sei allerdings, dass das Lieferversprechen des Herstellers „Boson“ eingehalten wird. Anschließend würden die Tests „so günstig wie möglich“ in den Filialen verkauft werden, so dm-Geschäftsführer Sebastian Bayer. Allerdings wolle man die Abgabe der Tests an die Kunden begrenzen, um Hamsterkäufe zu vermeiden.

Bei Angaben zu den Verkaufspreisen hält sich das Unternehmen mit Sitz in Karlsruhe zunächst bedeckt. Auf Nachfrage von t-online sagte man lediglich, dass aktuell noch „keine genauen Angaben zum Verkaufspreis“ gemacht werden könnten, da dazu noch Gespräche liefen.

Corona-Schnelltest: Online-Shop „Viromed Medical“ bietet Test für knapp zehn Euro

Wer auf den Verkaufsstart bei dm nicht länger warten möchte, kann die Corona-Schnelltests im Internet bestellen. Denn mittlerweile bieten mehrere Online-Shops die drei oben genannten und zugelassenen Tests auch für den Versand nach Hause an.

Im Onlineshop von Viromed Medical bekommt man beispielsweise den Schnelltest „Lyher Covid-19 Antigen-Schnelltest (Nasal)“ des chinesischen Herstellers Hangzhou Laihe Biotech. Kunden können auswählen, wie viele Tests sie bestellen wollen. Einer kostet 9,90 Euro plus 6,90 Versandkosten. Andere Optionen sind der 5er-Pack für knapp 50 Euro sowie das 25er-Paket für 247,50 Euro. Die Lieferzeit wird mit fünf bis sieben Tage angegeben.

Corona-Schnelltests könnten auch in Schulen zum Einsatz kommen und Schülern und Schülerinnen eine baldige Rückkehr zum Unterricht ermöglichen.

Corona-Schnelltest: DocCheck Shop bietet Test von Siemens an – allerdings mit Haken

Eine andere Möglichkeit, um an einen Corona-Schnelltest zu kommen, ist der „DocCheck Shop“. Der Online-Händler bietet den Test von Siemens Healthineers an. Allerdings liegt die Mindestabnahmemenge dort bei 20 Stück und die kosten satte 179,88 Euro. Was im Umkehrschluss knapp neun Euro pro Test bedeutet - kein günstiger Spaß! Die Lieferzeit wird mit sechs bis acht Tage angegeben, allerdings betont der Shop, dass es aufgrund der Covid-19-Pandemie zu „Lieferverzögerungen“ kommen kann.

Der Test von Siemens Healthineers ist auch in 60er- sowie 120er-Paketen zu bekommen. Auch dafür liegt die Lieferzeit aktuell bei sechs bis acht Tagen. Für Ärzte und Pflegeeinrichtungen ist der Schnelltest erstattungsfähig, für Privatpersonen nicht.

Corona-Schnelltest: Hohe Abnahmemengen machen geringe Einzelpreise möglich

Eine dritte Möglichkeit, um an einen Schnelltest zu kommen, ist die Firma „Löwe Medizintechnik“ mit Sitz in Bayern. Die Firma verspricht, 16 Millionen Tests des chinesischen Herstellers „Boson Biotech“  pro Monat zur Verfügung stellen zu können. Im Online-Shop bekommt man allerdings nur Pakete mit mindestens 250 Tests, wobei ein Schnelltest runtergerechnet 5,10 Euro kostet. Es handelt sich bei dem Test um den gleichen Test, der ab kommender Woche auch bei dm verkauft werden soll. Es ist davon auszugehen, dass der Preis im Drogeriemarkt deshalb auch bei rund fünf Euro liegen wird.

Rubriklistenbild: © Kay Nietfeld/dpa

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