Einmal pro Woche testen lassen

Corona-Schnelltests ab sofort kostenlos möglich – alle Infos im Überblick

Bei den neuen Bund-Länder-Beschlüssen ist die Teststrategie ein wesentlicher Punkt. Mit dazu gehört das Angebot, dass sich jeder kostenlos testen lassen kann.

Corona-Schnelltests als „Game-Changer“? Ab Montag soll sich jeder kostenlos testen lassen können. (Symbolbild)

Deutschland – Ein wesentlicher Punkt aus den Beschlüssen der Minister, um wieder mehr Öffnungen zuzulassen, ist die erweiterte Teststrategie. Dazu zählt auch, dass sich jeder Bürger ab Montag kostenlos auf das Coronavirus testen lassen kann (mehr Infos zum Coronavirus in NRW auf RUHR24.de).

CoronavirusSars-CoV-2
InfektionskrankheitCovid-19
häufige SymptomeHusten, Fieber, Schnupfen, Verlust des Geruchs- und Geschmackssinns

Bund-Länder-Beschlüsse vom 4. März: Lockerungen sind fest an Corona-Tests gebunden

Aktuelle Umfragewerte zeigen vor allem eines: Nach monatelangem Verzicht, sind viele Menschen Corona-müde. Der Wunsch nach einem Weg aus dem Lockdown wächst.

Wohl auch deshalb haben sich Bund und Länder für einen Öffnungsplan in fünf Schritten entschieden, bei dem die zuvor geltende Inzidenz von 35 nicht mehr das Maß aller Dinge ist. Um Lockerungen auch bei höheren Inzidenzen zu ermöglichen, haben die Minister sich dabei auf ein neues Testkonzept geeinigt.

Teststrategie wird erweitert: Jeder Bürger kann sich einmal pro Woche kostenlos auf Covid-19 testen lassen

Die nationale Teststrategie vom 8. Februar wird daher um wesentliche Punkte ergänzt. Die Maßnahmen sollen bis Anfang April schrittweise umgesetzt werden.

Eine entscheidende Neuerung ist dabei, dass jedem asymptomatischen Bürger „mindestens einmal pro Woche ein kostenloser Schnelltest einschließlich einer Bescheinigung über das Testergebnis in einem von dem jeweiligen Land oder der jeweiligen Kommune betriebenen Testzentrum, bei dem von dem jeweiligen Land oder der jeweiligen Kommune beauftragten Dritten oder bei niedergelassenen Ärzten ermöglicht“ wird.

Professionell durchgeführte Schnelltests für jeden: Kosten für Selbsttest werden nicht übernommen

Konkret bedeutet das: Ab dem 8. März übernimmt der Bund die Kosten für einen Corona-Schnelltest pro Woche und Bürger, der von geschultem Personal durchgeführt wird. Ursprünglich war sogar mal von zwei Tests pro Woche die Rede, dieses ist allerdings bei dem Gipfel auf einen reduziert worden – nach Medienberichten aus Kostengründen.

Ganz wichtig ist dabei die Unterscheidung zwischen Antigen-Schnelltest und Selbsttest. Die Ausgaben für die Selbsttests, die es in den nächsten Tagen in Geschäften wie Aldi oder dm zu kaufen gibt, werden nicht vom Bund erstattet. Diese Tests dienen als zusätzliche Maßnahme und sind speziell für den Eigengebrauch konzipiert. Übernommen werden aber lediglich die Kosten für einen professionell durchgeführten Antigen-Schnelltest pro Woche. Auch die Fuldaer Zeitung berichtet über die Corona-Schnelltests.

Wöchentliche Schnelltests: Wo man sich kostenlos testen lassen kann

Solche Tests können von niedergelassenen Ärzten oder in Testzentren durchgeführt werden. Auch einige Apotheken bieten die Möglichkeit an, sich testen zu lassen. Das Testen in Apotheken soll noch weiter ausgebaut werden. Wichtig ist grundsätzlich, dass man sich nur von geschultem Personal testen lassen darf.

Die Antigen-Schnelltests funktionieren ähnlich wie ein Schwangerschaftstest. Dafür wird wie beim PCR-Test ein Nasen- oder Rachenabstrich gemacht. Die Auswertung erfolgt aber direkt vor Ort. Man erhält also sofort ein Ergebnis und eine entsprechende Bescheinigung.

Corona-Selbsttests: Die Ergebnisse sind fehleranfälliger

„Schnell- und Selbsttests sind mit guter Genauigkeit in der Lage festzustellen, ob jemand aufgrund einer akuten COVID-19-Infektion aktuell ansteckend ist“, heißt es vonseiten der Bundesregierung. Dennoch sind die aufwendig durchgeführten PCR-Tests weiterhin der „Goldstandard“ unter den Corona-Tests.

Insbesondere die Selbsttests haben gegenüber den PCR-Tests eine höhere Fehlerrate. Daher sollte man nach einem positiven Selbsttest immer ein PCR-Test zur Bestätigung machen. Auch kann der Test falsch negativ sein, was viele Mediziner mit Sorge betrachten. Anders als bei den professionell durchgeführten Antigentests ist es bei einem Selbsttest übrigens nicht verpflichtend, ein positives Testergebnis auch zu melden.

Video: Corona-Schnelltests sollen auch Schulen sicherer machen

Schnell- und Selbsttests in Schulen: Jeder Schüler soll ich einmal wöchentlich testen

Auch in Kitas und Schulen können Selbsttests zum Einsatz kommen. Denn die Schulen sollen ebenfalls mithilfe der neuen Teststrategie wieder deutschlandweit geöffnet werden. Wie genau, das obliegt den Bundesländern. Es ist auch Aufgabe der Länder, ihre Schulen und Kitas mit Schnell- oder Selbsttests zu versorgen.

Bundesbildungsministerin Anja Karliczek (49, CDU) sagte gegenüber dem RedaktionsNetzwerk Deutschland (RND), die neuen Testmöglichkeiten würden den Schulen „ein gutes Stück mehr Sicherheit geben“. Der Beschluss sieht vor, dass jeder Schüler und auch das Personal an Schulen und Kitas pro Präsenzwoche mindestens einen kostenlosen Schnelltest erhalten.

Kritik an den Bund-Länder-Beschlüssen: Schnelltests und Selbsttests als „Game-Changer“?

Die neuesten Bund-Länder-Beschlüsse werden von vielen Bürgern kritisch betrachtet. Die Kritik könnte dabei allerdings unterschiedlicher nicht sein: Während die einen sich mehr Öffnungen gewünscht hätten, sehen andere die schrittweise Öffnung trotz steigender Inzidenzen mit Sorge.

Corona-Tests werden dabei als neuer Hoffnungsträger angesehen. „Regelmäßige Corona-Tests stellen einen wichtigen Baustein dar, um mehr Normalität und sichere Kontakte zu ermöglichen“, heißt es im Beschluss von Bund und Ländern. Sogar als „Game-Changer“ werden sie bereits angepriesen.

Fraglich ist allerdings, weshalb sie dann nicht schon früher „ins Spiel“ gebracht wurden, um mehr Normalität zuzulassen. Bislang wurden ausdrücklich nur solche Personen getestet, die Symptome hatten oder Kontakt zu infizierten Personen.

Corona-Schnelltest: Laut Bundesregierung droht keine Knappheit wie beim Impfstoff

Eine Erklärung dafür ist, dass es bis dato einfach nicht genügend Kapazitäten gab. Das soll jetzt anders sein. Laut Bundesregierung gibt es derzeit genug Tests: „150 Mio. Schnelltests liegen laut Herstellerangaben bereits heute auf Halde“ heißt es auf der Webseite.

Corona-Schnelltests: Ab Montag soll sich jeder wöchentlich testen lassen können. (Symbolbild)

Und weiter: „Die Länder und Kommunen müssen sie nur abrufen.“ Für das Jahr 2021 habe man sich außerdem mindestens 800 Millionen Schnelltests gesichert.

Corona-Schnelltests für 80 Millionen Deutsche: Organisation ist eine Herausforderung

Wie reibungslos die konkrete Umsetzung allerdings laufen wird, wenn sich ab sofort jeder Deutsche wöchentlich testen lässt, bleibt abzuwarten. Zu befürchten ist, dass das Ganze organisatorisch eine enorme Herausforderung wird. Der Deutsche Hausärzteverband befürchtet jetzt schon einen chaotischen Ansturm auf die Praxen.

Noch steht beispielsweise nicht fest, wie man kontrollieren will, dass jeder sich wöchentlich nur einmal testen lässt. Auch die Bescheinigungen für 80 Millionen Deutsche auszustellen, ist ein ambitioniertes Vorhaben.

Rubriklistenbild: © Sebastian Gollnow/dpa

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