Selbsttests zur Eigenanwendung

Corona-Test selber machen: Fehler beim Schnelltest vermeiden – so klappt es richtig

Immer mehr Menschen verwenden Corona-Selbsttests, die man in den Supermärkten und Drogerien kaufen kann. Bei der Anwendung gibt es aber einiges zu beachten.

Deutschland – Mehr Menschen denn je setzen aktuell im Kampf gegen das Coronavirus auf Selbsttests aus dem Handel. Insbesondere deshalb, weil sie ab dieser Woche in vielen Bundesländern wie NRW in den Schulen zur Pflicht werden. Corona-Selbsttests sind extra so konzipiert, dass man sie relativ einfach selbst anwenden kann. Bei der Anwendung tauchen dennoch immer wieder ein paar typische Fehler auf (News zum Coronavirus aus NRW auf RUHR24).

CoronavirusSars-CoV-2
InfektionskrankheitCovid-19
Häufige SymptomeHusten, Fieber, Schnupfen, Verlust des Geruchs- und Geschmackssinns

Corona-Selbsttests per Nasenabstrich – mittlerweile in Supermärkten und Drogerien verfügbar

Coronatests zur Eigenanwendung sollen in der Corona-Pandemie für zusätzliche Sicherheit sorgen und wurden zeitweise sogar als „Game-Changer“ angepriesen. Während sie wochenlang in den Supermärkten ausverkauft waren und dementsprechend schwer zu bekommen, sind sie im Handel mittlerweile besser erhältlich. So gibt es aktuell bei Aldi Test im Angebot. Ebenso sind auch Corona-Selbsttest bei Real sowie im Lidl-Onlineshop mittlerweile verfügbar.

Bei allen aktuell im Supermarkt und den Drogerien erhältlichen Tests handelt es sich um solche mit Nasenabstrich. Auch in Schulen sind aktuell noch keine angenehmeren Tests, wie „Corona-Lollis“ oder Gurgeltests verfügbar.

Corona-Selbsttests verschiedener Hersteller aus dem Handel. (Symbolbild)

Corona-Test selbst durchführen – auf diese Punkte sollte man achten

Anders als bei professionellen Schnelltests wird der Tupfer bei den Antigentests zur Eigenanwendung weniger tief in die Nase gesteckt. Dennoch ist die Durchführung etwas unangenehm – gerade für Kinder.

Außerdem passieren einige Fehler immer wieder. Das sind die Dinge, auf die man beim Selber-Testen achten sollte:

  • Sämtliche der Tests enthalten eine ausführliche Gebrauchsanweisung. Vor dem Testen sollte man diese auch dann sorgfältig lesen, wenn man sich zuvor ein entsprechendes Video angesehen hat.
  • Der Inhalt des Testkits sollte sorgfältig darauf geprüft werden, ob er vollständig und unversehrt ist.
  • Ganz wichtig ist Hygiene: Vor der Anwendung sollte man sich gründlich die Hände waschen und auch die Fläche, auf der der Test durchgeführt wird, reinigen.
  • Die Tests sind bei Raumtemperatur durchzuführen und aufzubewahren – sie gehören nicht in den Kühlschrank!
  • Zahlreiche der Gebrauchsanweisungen geben an, dass man vor dem Test mehrmals die Nase schnäuzen solle. Dieses ist wichtig, denn es dient dem Zweck, dass das Nasensekret und somit auch mögliche Viren aus dem tiefer liegenden Nasen-Rachen-Raum weiter nach vorne gepustet werden.
  • Beim Einfüllen der Extraktionslösung in den Extraktionsbehälter ist darauf zu achten, dass man die Lösung oder das Innere der Behälter nicht berührt.
  • Das Gleiche gilt für die textile Spitze des Tupfers. Diesen nur an der Kuntstoffseite anfassen!
  • Beim Einführen des Tupfers darauf achten, dass dieser ca. 2 cm tief in die Nase geführt werden soll – nicht tiefer! Letzteres kann zu Verletzungen in der Nase führen.
  • Ganz wichtig ist nun das Drehen des Tupfers in der Nase. Je nach Anbieter der Selbsttest gibt es hierbei unterschiedliche Angaben. So soll man bei dem Hotgen-Test beispielsweise 4-6 Mal drehen, während die Gebrauchsanweisung des Boson-Test 3-4 Mal vorgibt.
  • Gleich ist bei allen Tests, dass man diesen Vorgang unbedingt in beiden Nasenlöchern wiederholen muss. Denn ansonsten kann es sein, dass nicht genug Sekret an den Tupfer gelangt.
  • Nun muss der Abstrichtupfer in das Extraktionsröhrchen eingeführt und dort 3-5 Mal hin und her gedreht werden. Was die Dauer der Einweichzeit angeht, unterscheiden sich die jeweiligen Herstellerangaben wiederum. Während einige lediglich von 15 Sekunden sprechen, ist bei anderen die Rede von einer Minute – diese Angaben also unbedingt nochmal nachlesen.
  • Ein Tipp: Wäscheklammern verhindern das Umfallen des Röhrchens. Dazu die Klammer ganz einfach als Stütze ans untere Ende des Röhrchens klemmen.
  • Im nächsten Schritt werden – je nach Hersteller – drei bis vier Tropfen der Probe auf das Probenloch der Testkassette gegeben. Es sollten sich dabei keine Bläschen bilden. Achtung: Zu viele oder zu wenige Tropfen können das Ergebnis verfälschen.
  • Die Testkassette sollte man unverzüglich nach dem Öffnen verwenden. Nach 30 Minuten nach dem Öffnen ist der Test vielfach nicht mehr brauchbar.
  • Ebenso sollte auch die Sekretprobe immer frisch sein.
  • Das Ergebnis lässt sich zumeist nach 15 Minuten ablesen. Wichtig: Es gilt nicht die Devise, je länger warten, desto besser! Ebenso wie beim Schwangerschaftstest gibt es auch bei Coronatests ein „zu lange“. Viele Tests sind nach 30 Minuten nicht mehr aussagekräftig – die Ergebnisse können verfälscht sein.

Corona-Selbsttests richtig ablesen – das bedeuten „C“ und „T“

Nicht nur die Durchführung, auch das Ablesen des Tests kann zur Verwirrung führen. Ein häufiger Irrtum beim ersten Test ist beispielsweise, dass das „C“ für Corona stehe. Dem ist nicht so – vielmehr steht es für „Control“ (Kontrolle). Das heißt: Erscheint hier nach 15 Minuten ein Strich, ist man NICHT positiv. Es bedeutet lediglich, dass der Test gültig ist!

Ungültig ist der Test hingegen, wenn nur beim „T“ (steht für „Test“) ein Strich erscheint. Ob man sich infiziert hat, sieht man daran, dass zwei Striche zu sehen sind – sowohl bei „C“ als auch bei „T“.

Corona-Schnelltest: Auch schwache Linien können für Infektion stehen

Eine weitere Frage, die oft auftaucht, ist die nach der Intensität der Linie. Eine schwache Linie heißt nicht, dass das Ergebnis negativ ist. Ebenso wie auch beim Schwangerschaftstests weist vielmehr auch bereits eine schwache zweite Linie auf eine Infektion hin.

Grundsätzlich gilt immer, dass ein positives Ergebnis mit einem professionellen PCR-Test überprüft werden muss. Denn ein negatives Testergebnis kann – auch, wenn man alles richtig gemacht hat – falsch negativ sein.

Coronatests zur Eigenanwendung: Christian Drosten warnt vor hoher Fehlerquote

Die Antigentests zur Eigenanwendung können nur eine sehr hohe Viruslast in den oberen Atemwegen erkennen. So verwies beispielsweise der Chef-Virologe der Berliner Charité, Prof. Christian Drosten, erst kürzlich darauf, dass Antigen-Schnelltests in den ersten Tagen einer Infektion eventuell noch weniger zuverlässig sind als bisher bekannt.

Zwischen 40 Prozent und 60 Prozent der Infektionen würden deshalb bei Schnelltests übersehen, verdeutlicht der Virologe in der neuen Folge seines Podcasts im NDR. Dementsprechend seien sie als Türöffner für Großevents und ähnliches auch nicht geeignet.

Den Einsatz in Schulen hält er aber dennoch für sinnvoll – zumal nach den Regeln zweimal pro Woche getestet werden soll. Dabei gilt weiterhin: Auch bei einem negativen Testergebnis sollte man Abstands- und Hygieneregeln weiter einhalten.

Rubriklistenbild: © Holger John/dpa

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