Zu Hause, in der Schule oder Kita

Corona-Selbsttest laut RKI häufig falsch positiv – Fehler sind vermeidbar

Corona Schnelltests für Schüler
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Häufig in Schulen und Kitas, aber auch für zuhause: Corona-Selbsttests. Doch laut RKI sind viele falsch positiv.

Schnelltests für zu Hause wie die Corona-Selbsttests sind laut Experten vom RKI häufig falsch positiv sein. Doch der Fehler liegt nicht immer bei den Tests.

NRW – Seit März 2021 gibt es frei verkäufliche Corona-Schnelltests für die eigene Anwendung auf dem Markt. Doch das Robert Koch-Institut (RKI) warnt: Schnelltests, besonders die für zu Hause, seien häufig falsch positiv. Dafür gäbe es mehrere Gründe.

KrankheitCovid-19
ErregerSars-CoV-2, Coronavirus
Häufige SymptomeFieber, trockener Husten, Müdigkeit

Robert Koch-Institut: Corona-Selbsttests sind häufig falsch positiv – zwischen 40 und 50 Prozent

In Supermärkten, in Drogerien und auch online gibt es die Corona-Selbsttests zu kaufen. Doch so sicher wie ein Schnelltest oder PCR-Test im Testzentrum sind die Tests für daheim nicht. Das sagt nun auch das RKI. Dennoch kommen sie vor allem in Schulen und Kitas häufig zum Einsatz, um den Betrieb aufrechtzuerhalten.

Laut einem Bericht des Redaktionsnetzwerks Deutschland (RND) seien viele Selbsttests fälschlicherweise positiv. Zwischen 40 und 50 Prozent der positiven Testergebnisse seien falsch. Das sei das Ergebnis nach Erhebungen aus Laboren und Meldedaten. Dabei liegt diese Menge an falschen Tests nicht unbedingt nur an den Tests selber, sondern auch an der Durchführung, bei der Fehler unterlaufen können. Häufige Fehler, die bei Selbsttests gemacht werden, sind:

  • Die Lagerung: Selbsttests sollten nicht zu warm oder zu kalt gelagert werden. Bestenfalls an einem Ort in der Wohnung oder im Haus bei Raumtemperatur, wo keine direkte Sonneneinstrahlung ist.
  • Die Durchführung: Hygieneregeln sollten eingehalten werden. Also vorher gründlich die Hände waschen und den Untergrund (beispielsweise den Tisch) säubern.
  • Der Abstrich: Immer den Beipackzettel lesen, wie der Abstrich durchgeführt werden soll. Wenn dort drin steht, dass ein Abstrich in beiden Nasenlöchern gemacht werden soll, dann sollte diese Anweisung auch immer eingehalten werden.
  • Die Wartezeit: Häufig wird die angegebene Zeit nicht einhalten. Die meisten Schnelltests sind allerdings nach einer bestimmten Zeit nicht mehr gültig. Deshalb: Nicht zu lange warten und sich einen Wecker stellen, sowie die angebene Zeit einhalten.
  • Das Ergebnis: Das Feld „C“ darf nicht für „Corona“ gehalten werden. Dieses Feld ist lediglich das Kontroll-Feld (Englisch: Control). Wenn dort kein Strich ist, ist der Test nicht gültig. Wenn bei „T“ (für Test) ein Strich ist, ist der Test positiv. Auch eine schwache Linie, die vielleicht kaum zu sehen ist, kann auf ein positives Ergebnis hinweisen. Daher immer genau schauen.

RKI zu Corona-Schnelltests: Selbsttest sind häufig falsch positiv – Fehler sollten vermieden werden

Doch das Problem bei Selbsttests sind nicht die falsch positiven Ergebnisse, sondern die falsch negativen. Denn die verleiten zu einer trügerischen Sicherheit. „Eine Unsicherheit besteht darin, wie sicher ein negatives Ergebnis eine übertragungsrelevante Infektion ausschließen kann“, schreibt das RKI im „Epidemiologischem Bulletin 17/2021“. Dennoch gelte, dass der Einsatz dieser Selbsttests die Testkapazität erhöhe und „damit die Erkennung sonst unerkannter Fälle“ ermögliche.

Dabei sei erstmal nicht schlimm, wenn die Corona-Selbsttests nicht so sensitiv seien, wie zum Beispiel professionell durchgeführte PCR-Tests. Denn solch ein positiver Test müsse grundsätzlich immer durch einen PCR-Test bestätigt werden. Die Tests ermöglichen außerdem eine aktive Eigenbeteiligung der Bevölkerung.

Video: Selbsttests: Wie funktionieren sie und was bringen sie? Ein Mediziner klärt auf

Dennoch sei es laut RKI zu beachten, dass man mit einem negativen Schnelltest, egal ob selbst oder professionell durchgeführt, nicht in „Sicherheit“ sei. Die Vorsichtsmaßnahmen wie Abstand halten, Handhygiene, Maske tragen und regelmäßiges Lüften seien auch weiterhin wichtig, so das RKI (mehr Infos zum Coronavirus in NRW auf RUHR24.de).

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