Fenster auf gegen Aerosole

Lüften in Corona-Zeiten: So gelingt es laut RKI richtig

Richtiges Lüften ist wichtig, um eine Infektion mit dem Coronavirus zu verhindern. Im Winter ist das unangenehm - mit den richtigen Tricks klappt es.

NRW - Wenn draußen die Temperaturen sinken, fällt das Lüften immer schwerer. Zu groß ist die Angst vor kalten Räumen oder vor einer Erkältung. Doch gerade das regelmäßige Öffnen von Fenster oder Türen kann helfen, das Ansteckungsrisiko mit Krankheitserregern wie dem Coronavirus zu verringern.

ErregerCoronavirus/SARS-CoV-2
ÜbertragungTröpfcheninfektion
SymptomeHusten, Fieber, Schnupfen, Geruchs- und Geschmacksstörungen
PräventionsmaßnahmenAbstand halten, Hände waschen, Maske tragen, regelmäßig Lüften

Richtiges Lüften verhindert eine Ausbreitung des Coronavirus im Herbst und Winter

Mittlerweile steht fest: Bei schlechter Belüftung steigt das Infektionsrisiko mit dem Coronavirus erheblich. Grund dafür sind sogenannte „Aerosole“, also feinste Tröpfchen, die sich in der Luft befinden und vom Menschen durch den Mund und die Nase ausgeschieden werden. Sie sind dafür verantwortlich, dass sich das Virus binnen kürzester Zeit verbreiten kann. Was also tun?

Die Antwort darauf liegt nahe: Den Räumen durch Stoß- und Querlüften frische Luft zuführen. Doch gerade das ist im kalten Herbst und Winter einfacher gesagt als getan. Während wir uns im Frühjahr und im Sommer gerne an der frischen Luft aufhalten und bei weit geöffneten Fenstern arbeiten - oder gar schlafen - halten wir uns in der kalten Jahreszeit doch viel lieber drinnen auf.

Bis zu 90 Prozent unserer Zeit verbringen wir laut Schätzungen der Kommission für Innenraumlufthygiene des Umweltbundesamtes (IRK) im Herbst und Winter in geschlossenen Räumen. In Zeiten von Corona ganz schön fatal! (alle Nachrichten zur Corona-Pandemie in NRW bei RUHR24.de)

Falsches Lüften in geschlossenen Räumen führt zur Ansteckungsgefahr mit dem Coronavirus

Wie das Robert-Koch-Institut (RKI) auf seiner Website mitteilt, steigt die Ansteckungsgefahr mit dem Coronavirus deutlich, wenn man sich über längere Zeit in kleinen und geschlossenen Räumen aufhält. Und die Gefahr wird noch größer, falls die Räumlichkeiten gar nicht oder nur kaum belüftet werden.

Das Umweltbundesamt rät, dass Innenräume stets mit einem hohen Frischluftanteil versorgt werden sollen. Das kann über das Lüften durch offene Fenster, aber auch durch den Einsatz von raumlufttechnischen (RLT-) Anlagen passieren. In jedem Fall sind ein hoher Anteil von Frischluft sowie ein hoher Luftaustausch die wirksamsten Methoden, um krankmachende Aerosole aus den Innenräumen zu vertreiben.

Fenster auf, Aerosole raus: Stoßlüften ist eine wichtige Vorsichtsmaßnahme, um das Risiko einer Corona-Übertragung zu verringern.

Frischluft verdünnt krankmachende Aerosole in Innenräumen und verbessert die Luftqualität

Je mehr Frischluft sich im Innenraum befindet, desto niedriger ist die Konzentration von Aerosolen. Durch das vermehrte Lüften werden die Tröpfchen verdünnt und das Infektionsrisiko sinkt. Ein weiterer Vorteil von regelmäßigem Lüften: Die Luftqualität verbessert sich und es wird Schimmelbildung vorgebeugt. Letzteres kann vor allem im kalten und nassen Herbst zum Problem in Häusern und Wohnungen werden.

Wie oft man lüften sollte: Umweltbundesamt gibt Tipps zum richtigen Stoßlüften in Innenräumen

Grundsätzlich gilt: Sobald sich mehrere Personen in einem Raum befinden, sollte regelmäßig gelüftet werden. Entweder übers Stoßlüften bei weit geöffneten Fenstern für mehrere Minuten oder per Querlüften.

Als Richtwert empfiehlt das Umweltbundesamt eine Dauer von 10 bis 15 Minuten für das Stoßlüften. Im Winter bei starken Temperaturunterschieden zwischen draußen und drinnen können auch schon fünf Minuten reichen.

Bei Husten oder Niesen sofort lüften - sonst steigt das Infektionsrisiko unnötig an

Befinden sich besonders viele Personen in einem Raum, zum Beispiel auf der Arbeit im Büro, sollte noch öfter gelüftet werden. Je nach Personenanzahl sogar alle 20 Minuten. Gleiches gilt für Privaträume, Sporthallen oder Schulen.

Achtung: Sobald eine Person hustet oder niest, sollte sofort gelüftet werden. So bietet man den Aerosolen erst gar keine Möglichkeit, sich auszubreiten. Die Regel gilt für alle Räume im privaten sowie öffentlichen Bereich.

Sobald eine Person hustet oder niest, sollte unbedingt gelüftet werden.

Lüften bei gekippten Fenstern sollte aus mehreren Gründen unbedingt vermieden werden

Auch bei Sport oder vermehrter körperlicher Aktivität sollte häufiger gelüftet werden. Also dann, wenn beispielsweise zu Hause trainiert wird oder die Kinder herumtoben. Hierbei empfiehlt es sich, bis zu fünfmal pro Stunde die Fenster aufzumachen.

Übrigens: Wer sich an die Stoßlüften-Regel hält und im Herbst und Winter wirklich nur fünf Minuten lüftet, verhindert, dass sich die Innenräume auskühlen. Unbedingt vermeiden sollte man hingegen das Lüften mit gekipptem Fenster - das sorgt nicht nur kalte Wohnungen, sondern begünstigt auch die Schimmelbildung in der kalten Jahreszeit.

Rubriklistenbild: © Kai Remmers/dpa

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