Hohe Nachfrage

Viele Produkte werden jetzt teurer – was der Lockdown damit zu tun hat

Innenstadt von Dortmund in NRW
+
Wegen der Corona-Krise werden einige Produkte teurer.

Obwohl die Geschäfte nicht regulär öffnen, wird während des Corona-Lockdowns fleißig geshoppt. Das wirkt sich jetzt auf die Preise aus.

Dortmund - Die Corona-Krise und der Lockdown haben wirtschaftlich so manche Spuren hinterlassen. Einige Branchen sind hart getroffen, etwa Friseure haben Schlimmes bei verlängerten Schließungen befürchtet. Anderswo boomt die Nachfrage.

KrankheitCoronavirus/Covid-19
ErregerSars-CoV-2
Symptome (unter anderem)Fieber, trockener Husten, Müdigkeit

Erhöhte Nachfrage trotz Corona-Lockdown: Diese Branche ist betroffen

So hat die Nürnberger Branchenvereinigung Gesellschaft zur Förderung der Unterhaltungselektronik (Gfu) sogar Grund zur Freude. „Es war unglaublich“, so der Aufsichtsratschef Kai Hillebrandt gegenüber dem über das Umsatzjahr 2020. Anfangs habe auch in der Branche Sorge geherrscht, in den „Sog der Pandemie“ zu geraten. Die Jahresbilanz zeigt aber, dass der Elektronik-Markt von der Pandemie profitiert hat.

Die Umsätze sind 2020 um fast zwölf Prozent auf 47,5 Milliarden Euro gestiegen. 2019 lag das Branchenwachstum im Vergleich bei 0,6 Prozent. Hersteller von TV- oder Küchengeräten rechnen mit zwar einer Normalisierung, wenn wieder mehr Freizeitaktivitäten möglich sind. Die Pandemie sei laut Hillebrandt trotzdem „ein Katalysator für neue Verhaltensweisen“.

Elektro-Markt boomt trotz Corona-Lockdown: Monatelange Warzeiten möglich

Der Experte rechnet beispielsweise damit, dass es auch nach der Pandemie mehr Homeoffice geben werde. Außerdem haben viele Verbraucher das Kochen für sich entdeckt. Dieser Trend würde anhalten, meint Hillebrandt. Im Elektrohaushaltbereich ist der Umsatz sogar um 15 Prozent angestiegen. Und der Boom hält an: Wer jetzt eine Küche bestellt, müsse sich teilweise auf monatelange Wartezeiten einstellen.

Während der Corona-Pandemie wurden laut Hillebrandt vor allem hochwertige Elektro-Geräte verkauft. Für Fernsehgeräte haben Kunden 2020 im Schnitt 583 Euro ausgegeben, für Notebooks und Laptops rund 732 Euro. Die meistverkauften Produkte seien im vergangenen Jahr Monitore gewesen. Hier sollen rund 60 Prozent mehr verkauften worden sein als 2019 (mehr aktuelle Nachrichten zum Coronavirus in NRW auf RUHR24.de).

Corona-Lockdown: Kopfhörer und Luftfilter wurden besonders oft gekauft

Produkte wie Luftfilter oder Kopfhörer haben im vergangenen Jahr ebenfalls geboomt. Beides war zwischenzeitlich sogar ausverkauft, obwohl die Lieferketten nach Asien weitgehend gehalten haben, wie Hillebrandt betont. Schwierigkeiten gab es dennoch. Etwa wenn große Werke in Europa wegen der Pandemie monatelang schließen mussten.

Auch die Schiffscontainer seien aktuell knapp. Mit ihnen wird die Elektro-Ware von Asien nach Europa transportiert. Das Problem: Weniger Container fahren derzeit wieder zurück nach Asien. Vor Ort herrscht deshalb ein Mangel und die Logistikkosten schießen in die Höhe. Das lässt auch die Endpreise für den Verbraucher in Deutschland steigen.

Corona-Lockdown: Experte sieht Umsatz trotz Preisanstieg optimistisch entgegen

Welche Produkte genau teurer werden, darüber will Hillebrandt nicht spekulieren. Verbraucher müssten sich 2021 aber mit Sicherheit auf höhere Preise im Elektro-Bereich einstellen.

Video: Bis 2025: Deutsche Wirtschaft leidet noch lange unter Corona

Trotz Preisanstieg sieht Hillebrandt die Entwicklung der Elektro-Branche für das Jahr optimistisch. Wenn die Pandemie durch Impfungen „ihren Schrecken verliert“ würde sich auch der Konsum zwar wieder anders verteilen. „Aber viele Trends werden nachhaltig sein“, meint der Experte.