Covid-19-Pandemie

Coronavirus: Weltweit mehr als 232 Millionen Infizierte und über 4 Millionen Tote – Symptome und Varianten

Das Coronavirus betrifft fast alle Länder der Erde. Weltweit gibt es inzwischen über 232 Millionen nachgewiesene Infektionen. Alle Informationen zu SARS-CoV-2.

  • Im Dezember 2019 ist das neuartige Coronavirus in Wuhan (China) zum ersten Mal aufgetreten.
  • Mittlerweile sind beinahe alle Länder auf der Welt von dem Erreger SARS-CoV-2 betroffen.
  • Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) spricht von einer Pandemie.

Dortmund – Seitdem das neuartige Coronavirus in der chinesischen Millionenstadt Wuhan in der Provinz Hubei Ende Dezember 2019 zum ersten Mal aufgetreten ist, verbreitet sich der Erreger rasant auf der ganzen Welt. Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) spricht von einer Pandemie. Über 232 Millionen Menschen sind oder waren weltweit infiziert, mehr als 4,7 Millionen Menschen sind an den Folgen des Virus gestorben (Stand 29. September 2021, WHO). Mittlerweile sind laut WHO fast 6 Milliarden Impfdosen gegen die Infektionskrankheit verabreicht worden.

Coronavirus: Covid-19 und SARS-CoV-2 – der Erreger im Überblick

Bevor das Coronavirus in der chinesischen Stadt Wuhan zum ersten Mal nachgewiesen wurde, waren der Erreger sowie die daraus resultierende Krankheit Covid-19 nicht bekannt. Entsprechend schwierig war es deshalb die Gefahr des neuartigen Virus SARS-CoV-2 einzuschätzen.

Aufgrund des bisherigen Verlaufs und der schnellen Verbreitung des Virus gelang es den Gesundheitsbehörden aber nach kurzer Zeit, erste Aussagen zu den Symptomen, zur Behandlung und zum Schutz zu machen. Allerdings gibt es noch keine krankheitsspezifische Behandlung mit Virostatika (Medikament gegen Virusinfektionen), dafür sind seit Dezember 2020 die ersten Impfstoffe zum Schutz vor einer Infektion zugelassen.

Coronavirus: Covid-19 und SARS-CoV-2 – der Erreger im Überblick

Coronaviren im Generellen kommen weltweit vor und werden vor allem über Tröpfcheninfektion bei engen Kontakten und über Aerosole auch im gesellschaftlichen Umgang übertragen. Coronaviren sind laut Weltgesundheitsorganisation eine große Familie von Atemwegsviren, die Krankheiten verursachen können. Sie reichen von Erkältungskrankheiten über das Nahost-Atemwegs-Syndrom (MERS) bis hin zum schweren akuten Atemwegs-Syndrom (SARS).

Erkrankte zeigen vorrangig Infekte der Atemwege. Die Inkubationszeit beträgt durchschnittlich sieben Tage. Das heißt: Zwischen der Ansteckung und dem Ausbrechen einer Infektionskrankheit kann eine Woche vergehen. Bei dem neuartigen Coronavirus hingegen wird laut Robert Koch-Institut (RKI) davon ausgegangen, dass die Inkubationszeit bis zu 14 Tage betragen kann. Im Mittel (Median) liegt sie bei 5 bis 6 Tagen.

Symptome der aktuellen (neuartigen) Erkrankung sind laut WHO Fieber (über 38 Grad), Husten und/oder Atemnot (Dyspnoe). Das RKI listet zudem auch Schnupfen auf – wie bei einer milden Erkältung. "In schwerwiegenden Fällen kann eine Infektion eine Lungenentzündung, ein schweres akutes respiratorisches Syndrom, ein Nierenversagen und sogar den Tod verursachen", heißt es von der Weltgesundheitsorganisation.

Die Krankheit, die von dem Erreger SARS-CoV-2 ausgelöst wird, ist mittlerweile als Covid-19 (Coronavirus Disease 2019) bekannt.

Coronavirus: Behandlung der Erkrankung bei mit Sars-CoV-2 Infizierten

Für den Fall, dass man sich mit dem Coronavirus infiziert hat, schreibt die WHO keine spezielle Behandlung vor – was daran liegt, dass es noch kein auf das Virus zugeschnittenes Verfahren gibt. Der Körper muss die Viren mithilfe des eigenen Immunsystems also selbst bekämpfen.

Viele der Symptome, die das Coronavirus verursacht, können dagegen sehr wohl behandelt werden. Eine Behandlung richtet sich jeweils nach dem Zustand des Patienten. Personen, die glauben, sich mit dem Coronavirus infiziert zu haben, sollten einen Arzt oder in schweren Fällen ein Krankenhaus aufsuchen und die Einrichtung vorab telefonisch informieren, sodass diese sich darauf vorbereiten und die Behandlung planen kann.

Video: Corona-Pandemie – besorgniserregende Delta-Variante breitet sich aus

Und wie sieht eine Behandlung konkret aus? Laut einem Bericht der renommierten medizinischen Fachzeitschrift The Lancet vom 24. Januar 2020 über die ersten 41 Erkrankungsfälle erhielten einige der Patienten zur Behandlung orale oder intravenöse Antibiotika und den Neuraminidase-Hemmer Oseltamivir, einen Arzneistoff, der für die Therapie der Virusgrippe verwendet wird.

Bei schweren Lungenentzündungen gaben die chinesischen Ärzte auch Methylprednisolon, berichtet die Pharmazeutische Zeitung. Das Medikament wirkt abschwellend und entzündungshemmend. Manche Patienten erhielten zudem Sauerstoff über die Nase oder wurden gar intubiert.

Mittlerweile empfiehlt das RKI in seiner Leitlinie zur stationären Behandlung von schwer erkrankten Corona-Patienten den Wirkstoff Dexamethason (Stand: 19. Mai). Das Glucocorticoid hemmt Entzündungen und dämpft das Immunsystem. Im Gegensatz zu vielen experimentellen Behandlungen liegen hier laut RKI ausreichend belastbare Daten zur Wirksamkeit vor.

Coronavirus: Tödlichkeit des neuartigen SARS-CoV-2

Bisher lassen sich keine sicheren Angaben über die Tödlichkeit (Letalität) des Virus machen, da die Infektion mit SARS-CoV-2 bei gesunden Menschen meist keine oder nur sehr geringe Symptome auslöst. Behörden gehen daher davon aus, dass auf der Welt deutlich mehr Menschen mit dem Coronavirus infiziert sind als bislang offiziell bestätigt.

Diese Dunkelziffer steht den bisher bestätigten Todesfällen gegenüber. Gezählt werden aber nur die bestätigten Infektionen, was wiederum die Sterberate steigen lässt. Berechnet wird das Verhältnis von bestätigen Krankheitsfällen zu bekannten Todesfällen. Aufgrund der dynamischen Entwicklungen der Pandemie lässt sich die Wahrscheinlichkeit, an den Folgen von Covid-19 zu sterben, momentan nicht zu 100 Prozent berechnen.

Eine Modellrechnung aus der ersten Corona-Welle Anfang 2020 hat für München ergeben, dass 0,86 Prozent der Infizierten sterben (Konfidenzintervall: 95 Prozent, 0,67-1,23).

Coronavirus: Bestätigte Todesfälle in vielen Ländern der Welt

Nach aktuellem Stand (29. September 2021, WHO) gibt es weltweit knapp 4,7 Millionen Todesfälle im Zusammenhang mit dem Coronavirus. Die meisten davon stammen aus den USA (683.243), Brasilien (594.443) und Indien (447.373). In Europa sind vor allem Großbritannien (136.208) und Italien (130.742) betroffen. In Deutschland gibt es bislang 93.571 Todesfälle.

Viele der Todesopfer hatten schwere Vorerkrankungen oder waren chronisch krank. Bei mehr als 80 Prozent der Infizierten verläuft Covid-19 in einer milden Form ohne nennenswerte Symptome. Nur wenige Erkrankte leiden an Atemnot (Dyspnoe) oder erleben einen Atemstillstand. Nach Angaben der WHO sei das Risiko, an Covid-19 zu erkranken, vor allem bei Kindern besonders gering. Ältere Menschen würden sich aufgrund schwacher Immunsysteme dagegen deutlich häufiger anstecken und schneller an den Folgen sterben.

Mit Auftreten von Virus-Varianten hat sich das Coronavirus jedoch auch für jüngere Menschen (15 bis 49 Jahre) als zunehmend gefährlich erwiesen. Die Zahl der schweren Verläufe und auch Todesfälle ist laut RKI insbesondere Anfang 2021 deutlich angestiegen.

Coronavirus: Impfung und Vorbeugung vor SARS-CoV-2

Der erste Impfstoff gegen das Coronavirus ist in Europa seit Ende 2020 verfügbar und im Einsatz. Das Mainzer Unternehmen Biontech und der US-Pharmariese Pfizer beantragten Notfallzulassungen bei der US-Arzneimittelbehörde FDA und der Europäischen Arzneimittelbehörde (EMA). Am 21. Dezember 2020 ließ die EU das Vakzin zu.

Die erste Corona-Impfung in Deutschland wurde am 26. Dezember 2020 in einem Altenheim in Sachsen-Anhalt verabreicht. Zuvor hatten die Unternehmen bekannt gegeben, dass die Impfung einen 95-prozentigen Schutz vor der Krankheit Covid-19 biete.

Am 6. Januar 2021 folgte in der EU die Genehmigung des Moderna-Impfstoffs. Am 29. Januar 2021 wurde zudem der Vektor-basierte Impfstoff von AstraZeneca zugelassen. Die EU-Kommission gab am 11. März für den Impfstoff des US-amerikanischen Herstellers Johnson & Johnson, ebenfalls ein Vektorimpfstoff, grünes Licht. Es ist damit das vierte zugelassene Vakzin in der EU.

Diese Corona-Impfstoffe sind in Europa und Deutschland aktuell zugelassen:

NameHerstellerArtZulassung
ComirnatyBiontech/PfizermRNA21.12.2020
ModernaModernamRNA06.01.2021
VaxzevriaAstrazenecaVektor29.01.2021
JanssenJanssen/Johnson&JohnsonVektor11.03.2021

Weitere Impfstoffe befanden sich in einem fortgeschrittenen Stadium, etwa der von Curevac aus Tübingen. In der Phase-III-Studie zeigte das Vakzin jedoch nur eine Wirksamkeit von 48 Prozent. Das Unternehmen kündigte aber an, einen neuen Impfstoff mit optimierter mRNA entwickeln zu wollen.

Corona-Impfungen: Fast 88 Millionen Dosen in Deutschland verabreicht

In Deutschland wurden laut Bundesgesundheitsministerium knapp 56,4 Millionen Menschen gegen das Coronavirus geimpft (Stand: 25. August 2021). 53,3 Millionen davon haben bereits ihre zweite Impfung bekommen, sie gelten als vollständig geimpft.

Bund und Länder haben im November 2020 eine nationale Impfstrategie beschlossen, um Impfungen in Deutschland zu ermöglichen und zu regeln. Demnach finanziert der Bund die Beschaffung der Impfstoffe, die Länder organisieren die Verteilung und richten zu diesem Zweck Impfzentren ein. Seit April dürfen auch Ärzte die Impfungen verabreichen. Langfristig sollen die Corona-Impfungen in den Arztpraxen die Impfzentren ersetzen. Seit Juni 2021 impfen auch Betriebsärzte gegen das Coronavirus.

Corona-Impfungen in Deutschland: Seit Juni können auch Kinder ab 12 geimpft werden

In Europa sind außerdem zwei Corona-Impfstoffe für Kinder ab zwölf Jahren zugelassen. Die Vakzine der Hersteller Biontech/Pfizer und Moderna werden seither in Arztpraxen verimpft. Das Land NRW erlaubt seit dem 22. Juli außerdem die Corona-Impfung für Kinder und Jugendliche zwischen 12 und 15 Jahren auch in den Impfzentren.

Die Ständige Impfkommission (Stiko) hat die eigene Empfehlung für die Impfung von Kindern überarbeitet. Weil die Nutzen größer als die Risiken sind, wird die Corona-Impfung von der Stiko für alle Personen ab 12 Jahren empfohlen. Zuvor sollten sich Kinder nur impfen lassen, wenn bestimmte Vorerkrankungen vorliegen oder die Lebensumstände dies erfordern – etwa, wenn regelmäßiger Kontakt zu Risikopatienten besteht.

Corona-Impfung jetzt verfügbar: Vorbeugung bleibt ein wichtiges Mittel

Da Impfstoffe Anfang bis Mitte 2021 nicht in ausreichender Menge vorhanden waren, musste zunächst priorisiert werden, welche Personengruppen zuerst geimpft werden. Als Erstes wurden Personen geimpft, die über 80 Jahre alt sind und in einem Pflegeheim leben sowie Menschen, die im Gesundheitswesen und Pflegeberufen arbeiten und einem hohen Infektionsrisiko ausgesetzt sind. Als zweite Gruppe wurden unter anderem die 70- bis 80-Jährigen sowie Menschen geimpft, die aufgrund von Erkrankungen einer Risikogruppe zuzurechnen sind.

Am 7. Juni hat Bundesgesundheitsminister Jens Spahn (CDU) die Impf-Priorisierung aufheben lassen. Das bedeutet, dass nun alle Menschen einen Termin für die Impfung gegen das Coronavirus machen können. Seit dem 1. Juli gibt es außerdem den digitalen Impfpass, der in allen EU-Ländern gilt. Das digitale Zertifikat ist ein Nachweis dafür, dass man entweder gegen Covid-19 geimpft wurde oder von Corona genesen ist. Der Nachweis wird in der Regel per QR-Code in einer App auf dem Smartphone hinterlegt.

Coronavirus: Hygienemaßnahmen beugen einer Infektion mit Covid-19 vor

Eine konservative Vorbeugung gegen eine Infektion mit dem Coronavirus ist jedoch trotz fortgeschrittener Impfkampagne wichtig. Zu den Hygienemaßnahmen zählen:

  • Händewaschen (min. 20 Sekunden mit Seife)
  • Alternativ: Nutzen von Desinfektionsmittel
  • Tragen eines Mund-Nasen-Schutzes
  • Mindestabstand von 1,5 Metern halten
  • Räume regelmäßig lüften

Auch eine Früherkennung mit Schnell- oder Selbsttests sowie das Vermeiden von Kontakt zu Infizierten sind momentan die einzigen Maßnahmen, um eine Ausbreitung des Virus eindämmen oder verlangsamen zu können.

Außerdem sollte der Kontakt zu Risikopatienten wie älteren Menschen oder chronisch Kranken wenn möglich verhindert werden. Es gilt, diese Menschengruppen besonders zu schützen.

Coronavirus: Genesung nach Infektion mit SARS-CoV-2

Wie bereits beschrieben, ist das Coronavirus vor allem für ältere Personen gefährlich. Für Kinder oder jüngere Personen besteht allerdings auch die Gefahr, ernsthaft an Covid-19 zu erkranken. Die meisten der Infizierten genesen jedoch wieder. Je nach Krankheitsverlauf kann die Genesungsphase allerdings unterschiedlich lang dauern. Einige Personen entwickeln etwa langfristige Gesundheitsprobleme, auch bekannt als Long-Covid.

Bei den meisten Menschen klingen die Krankheitssymptome nach Angaben der WHO nach ungefähr 14 Tagen ab, bei Personen mit einem schweren Krankheitsverlauf kann es mitunter weitaus länger dauern. In Deutschland gelten Infizierte frühestens zehn Tage nach dem Auftreten erster Symptome als genesen, außerdem dürfen sie seit 48 Stunden kein Fieber mehr haben und seit 24 Stunden keine weiteren Symptome zeigen. Zwei im Abstand von mindestens 24 Stunden genommene Abstriche aus dem Nasenrachenraum dürfen zudem keine Viren mehr aufweisen.

Coronavirus: Unterscheidung zu Grippe schwierig

Wichtig: Menschen sind bereits nach der Infektion mit dem Coronavirus ansteckend, auch wenn noch keine Krankheitssymptome vorliegen. Daher ist es so schwierig, die Krankheit einzudämmen. Das RKI sagte dazu in einem frühen Stadium der Pandemie: "Es wurden einzelne Fälle bekannt, in denen sich Personen bei Betroffenen angesteckt haben, die offenbar noch keine Symptome gezeigt hatten."

Schwierig ist die Unterscheidung zwischen dem Coronavirus und einer herkömmlichen Grippe (Influenza) oder einer Erkältung –besonders während der kalten Monate. In Iserlohn, etwa 20 Kilometer südöstlich von Dortmund, hatte sich ein Schüler am 27. Januar 2020 mit entsprechenden Symptomen beim Rettungsdienst gemeldet und für eine Evakuierung seiner Schule gesorgt. Später stellten sich seine Symptome aber nicht als Folge des Coronavirus heraus. Der Schüler hatte über Fieber und Halsschmerzen geklagt und sich zuvor in China aufgehalten.

Coronavirus: Von der Epidemie zur Pandemie in wenigen Wochen

Nach dem ersten Ausbruch von SARS-CoV-2 Ende Dezember 2020 sprachen Experten lange von einer "Coronavirus-Epidemie". Das hat sich nach wenigen Wochen geändert. Am 11. März 2020 sprach die Weltgesundheitsorganisation zum ersten Mal von einer "Pandemie". Dieser Begriff wird genutzt, sobald eine Krankheit bei Menschen länder- sowie kontinentübergreifend auftritt.

Die Johns Hopkins Universität verzeichnet aktuell Infektionen in 192 Ländern und Regionen mit dem neuartigen Erreger. Die am stärksten betroffenen Länder sind (Stand 29. September 2021):

  • USA (42.548.573 Infektionen)
  • Indien (33.697.581 Infektionen)
  • Brasilien (21.351.972 Infektionen)
  • Großbritannien (7.701.719 Infektionen)
  • Russland (7.464.708 Infektionen)
  • Türkei (7.066.688 Infektionen)
  • Frankreich (6.782.789 Infektionen)

Coronavirus: Erster Ausbruch in Wuhan (Provinz Hubei/China)

Bereits am 30. Dezember 2019 warnte der chinesische Arzt Li Wenliang vor einem neuen Virus, nachdem in einem Krankenhaus in Wuhan mehrere Lungenentzündungen (Pneumonien) aufgetreten waren. Zunächst war unklar, woher die Erkrankungen stammen. Wenliang vermutete hinter den Infektionen das schwere akute Atemwegssyndrom (SARS), das in den Jahren 2002/2003 eine weltweite Pandemie auslöste und knapp 800 Menschenleben forderte.

Mittels sozialer Medien tauschte sich Wenliang mit chinesischen Kollegen über das neue Virus aus, später gelang die Nachricht über die Erkrankung ins Internet, worauf auch die Polizei aufmerksam wurde. Li Wenliang und seine Kollegen wurden daraufhin verwarnt und mussten Schweigepflichtserklärungen unterschreiben. Wenliang erkrankte wenige Tage später selbst an dem Virus, nachdem er sich bei Patienten ansteckte. Er verstarb am 7. Februar 2020 in Wuhan an den Folgen des Coronavirus.

Ein Mann desinfiziert in Wuhan (China) den Boden. Dort häuften sich Ende Dezember Fälle von Lungenentzündungen mit noch unbekannter Ursache.

Coronavirus: Volksrepublik China wandte sich an die WHO

Trotz der Bemühungen, die Aussagen Li Wenliangs unter Verschluss zu halten, wandten sich die chinesischen Behörden am 31. Dezember 2019 an die WHO. Sie teilten mit, dass seit Anfang Dezember mehrere Fälle untypischer Lungenentzündungen in Wuhan aufgetreten waren und der Krankheitserreger nicht identifiziert werden könnte.

Bis zum 3. Januar 2020 traten allein in Wuhan 44 Fälle von Lungenentzündungen unbekannten Ursprungs auf. Währenddessen setzten örtliche Behörden alles daran, die Ursache des Krankheitserregers ausfindig zu machen.

Coronavirus: Markt für Wildtiere wird als erster Infektionsort vermutet

Bis heute ist nicht gänzlich geklärt, wo der Erreger herkommt. Gesundheitsexperten vermuten seinen Ursprung im Tierreich, wobei der genaue Überträger nicht näher bekannt ist. Der Verdacht fällt auf Fledermäuse und ein anderes Säugetier als Zwischenwirt, das den Erreger an den Menschen weitergegeben haben könnte.

Da die ersten in der Volksrepublik China bekannten Infizierten auf dem "Wuhaner Südchinesischen Großhandelsmarkt für Fische und Meeresfrüchte“ entweder als Verkäufer oder Händler arbeiteten, wurde dort der erste Infektionsort vermutet. Auf dem auch als "Wet market" bekannten Markt wurden neben Meerestieren auch Wildtiere wie Schlangen und Fledermäuse gehandelt.

Coronavirus: Erreger im Januar als "2019-nCov" bestätigt

Der Markt in Wuhan wurde am 1. Januar 2020 von den örtlichen Behörden geschlossen und desinfiziert. Zuvor war ein Team der chinesischen Seuchenschutzbehörde nach Wuhan gereist, um dem Ursprung des Krankheitserregers auf den Grund zu gehen. Anfänglich nahm man an, das Virus sei nur schwer von Mensch zu Mensch übertragbar, doch schon nach wenigen Tagen stiegen die Neuinfektionen in der Volksrepublik China und in anderen Teilen Asiens rasant an.

Am 7. Januar 2020 wurde das neuartige Coronavirus mit der provisorischen Bezeichnung "2019-nCov" offiziell benannt. Wenige Tage danach, am 13. Januar 2020, wurde das Virus erstmals außerhalb Chinas in Thailand nachgewiesen. Ein Reisender aus Wuhan wurde dort positiv auf den neuartigen Erreger getestet. Es folgten Fälle in Japan (15. Januar) und Südkorea (20. Januar).

Coronavirus: Situation in Deutschland

Den ersten bestätigten Coronavirus-Fall in Deutschland gab es am 28. Januar 2020. Ein 33-jähriger Mitarbeiter des Automobilzulieferers Webasto infizierte sich auf einer firmeninternen Schulung bei einer chinesischen Kollegin. Sie hatte vor ihrer Reise nach Deutschland Kontakt zu ihren Eltern, die sich in der besonders stark betroffenen Region Wuhan aufhielten.

In den Folgetagen wurde bekannt, dass sich weitere Mitarbeiter des Konzerns sowie deren Angehörige mit dem Coronavirus infiziert haben. Der Firmensitz in Stockdorf (Bayern) wurde vorübergehend geschlossen. Keiner der Infizierten ist an den Folgen von Covid-19 gestorben, alle Infizierten wurden Ende Februar als geheilt aus dem Krankenhaus entlassen.

Danach gab es mehrere Wochen lang keine neuen Infektionen in Deutschland. Nachdem aber die Fälle im Nachbarland Italien Mitte Februar rasant angestiegen waren, kehrte das Virus Ende Februar zurück nach Deutschland. Am 25. Februar 2020 wurde der erste Fall in Baden-Württemberg bestätigt. Er hatte sich nach heutigem Ermittlungsstand offenbar bei einer Reise nach Mailand angesteckt.

Coronavirus in Deutschland: Nordrhein-Westfalen ist stark betroffen

Kurze Zeit später wurde der zweite Fall in Nordrhein-Westfalen bestätigt. Im Kreis Heinsberg hatte sich ein Ehepaar mit dem neuartigen Erreger infiziert. Unwissend darüber hielten sie sich gemeinsam bei einer Karnevals-Großveranstaltung auf, wo sie mutmaßlich andere Menschen ansteckten.

Es wird angenommen, dass die meisten frühen Coronavirus-Infektionen aus NRW von dem infizierten Ehepaar aus dem Kreis Heinsberg ausgingen. Mittlerweile gibt es im gesamten Bundesland Fälle. Im Kreis Heinsberg gab es am 9. März den ersten Corona-Todesfall in Deutschland.

Der Kreis Heinsberg war lange der am stärksten vom Coronavirus betroffene Ort in Deutschland.

Kurze Zeit später folgte noch am selben Tag der zweite Todesfall in Essen (Ruhrgebiet). Am 11. März wurde der dritte Todesfall bekannt – erneut im Kreis Heinsberg. Doch dabei sollte es nicht bleiben, am 12. März starben die ersten Personen außerhalb Nordrhein-Westfalens an den Folgen des Coronavirus. Es handelte sich dabei um einen 67-jährigen Mann aus Baden-Württemberg und einen 80-Jährigen aus Bayern.

Coronavirus: Folgen der Covid-19-Pandemie in Deutschland

Nach aktuellem Stand (29. September 2021) gibt es laut Robert Koch-Institut in ganz Deutschland in allen Bundesländern 4.215.351 nachgewiesene Infektionen – darunter alleine 955.827 Fälle in Nordrhein-Westfalen. Die Bundesländer reagierten unterschiedlich auf die Pandemie: Während es in Bayern 2020 relativ schnell eine Ausgangssperre gab, konnten sich die Menschen in den restlichen Bundesländern noch frei bewegen.

Bayerns Ministerpräsident Markus Söder (CSU) forderte ein einheitliches Handeln aller Bundesländer im Kampf gegen die Krankheit. Anfangs agierten die Bundesländer nicht nur in Sachen Bildung unterschiedlich. Auch als es darum ging, Großveranstaltungen abzusagen oder zu verschieben, gab es zunächst keine einheitlichen Maßnahmen.

Nordrhein-Westfalen hatte am 10. März 2020 angekündigt, bis auf Weiteres alle Veranstaltungen mit mehr als 10.000 Personen abzusagen. Betroffen waren davon auch etliche Fußballpartien, die zunächst ohne Zuschauer ausgetragen werden sollten. Letztlich wurde die Saison in der Fußball-Bundesliga unterbrochen und erst im Mai fortgesetzt.

Corona-Pandemie in Deutschland: Regierung beschließt bundesweite Notbremse

Am 16. April 2020 hatten die Bundesregierung und die Minister der Länder bekannt gegeben, dass Großveranstaltungen bis zum 31. August 2020 untersagt sind. Dieser Corona-Beschluss wurde zunächst stetig verlängert. Inzwischen sind Großveranstaltungen unter Auflagen wieder gestattet.

In Deutschland mussten auch alle staatlichen Theater, Konzertsäle und Opernhäuser schließen. In Frankfurt wurden Messen abgesagt, unter anderem die Touristik-Messe IMEX. In Hamburg spielte am 11. März 2020 der britische Pop-Sänger James Blunt in der Elbphilharmonie vor leeren Rängen. In Köln wurde eine der größten Fitnessmessen, die Fibo, abgesagt und um Monate verschoben.

Am 21. April 2021 hat die Bundesregierung zudem das Infektionsschutzgesetz angepasst und im Zuge dessen eine bundeseinheitliche Corona-Notbremse vereinbart. Demzufolge sollen nächtliche Ausgangssperren greifen, wenn in Städten oder Kreisen die Sieben-Tage-Inzidenz an drei aufeinanderfolgenden Tagen bei über 100 liegt. Schulschließungen finden ab einem Inzidenzwert von 165 statt, Geschäfte sollen bei einer Inzidenz über 150 ebenfalls bis auf Weiteres geschlossen bleiben. Inzwischen gilft die Notbremse nicht mehr.

Coronavirus: Folgen der Covid-19-Pandemie auf der Welt

Weltweit gibt es nach aktuellem Stand (29. September 2021, WHO) über 232 Millionen bestätigte Coronavirus-Fälle – stetig kommen neue dazu. Um die weitere Ausbreitung einzudämmen, werden auf der ganzen Welt unterschiedlichste Maßnahmen ergriffen. Eine der populärsten Arten, das Virus zu stoppen, sind Einreiseverbote.

Eines der ersten Verbote sprachen die USA aus. Es galt zunächst für 30 Tage für alle Europäer aus dem Schengen-Raum, wozu auch Deutschland gehört. Israel war zuvor das erste Land, das einen Einreisestopp für deutsche Touristen verhängt hatte. Mit der Zeit zogen sämtliche Länder in Europa nach. Urlaube waren nicht mehr möglich. Die deutsche Regierung hatte sogar davon abgeraten, Reisen im eigenen Land zu unternehmen. In Bundesländern wie Schleswig-Holstein oder Mecklenburg-Vorpommern galten Einreiseverbote für Touristen.

Italien, das lange das am stärksten betroffene Land in Europa war, wurde im März 2020 zur gesamten Sperrzone erklärt. Am 12. März wurde bekannt, dass alle Geschäfte im Land schließen werden. Zuvor wurden bereits die Hochschulen und Schulen des Landes geschlossen. Menschen durften dort nicht mehr ein- und ausreisen. Die Maßnahmen galten zunächst für zwei Wochen, wurden dann aber verlängert.

Coronavirus: Prognose – wie geht es mit dem Coronavirus weiter?

Laut dem Leiter der Virologie der Berliner Charité, Christian Drosten, sei das Coronavirus "eine Naturkatastrophe, die in Zeitlupe stattfinde." Anfangs konnte man noch keine genauen Prognosen über eine weitere Verbreitung des Virus machen. Es fehlten schlichtweg die Erfahrungen – SARS-CoV-2 tritt zum ersten Mal auf, es gab nur kaum bis wenige Untersuchungen zu dem Erreger. Eine Tatsache, die es umso schwieriger macht, die Zukunft des Virus auch nur ansatzweise vorauszusagen. 

Christian Dorsten wagte in seinem Podcast im NDR zu Beginn der Pandemie trotzdem eine Einschätzung: "Wir haben es mit einer Infektionswelle ganz am Anfang zu tun und wir wissen, dass wir das Virus nicht mehr aufhalten können, wir können es nur verzögern."

Coronavirus: Virus-Mutation in Großbritannien, Brasilien sowie Südafrika und Indien aufgetaucht

Mittlerweile gibt es etliche Corona-Mutationen. Zunächst tauchten in Großbritannien, Brasilien sowie Südafrika und Indien Virus-Varianten auf, die von Experten als besorgniserregend eingestuft wurden. Seit Weihnachten 2020 breitete sich die neue Virus-Variante von SARS-CoV-2 B.1.1.7 (auch VOC 2020/12/01 genannt) in Großbritannien aus, die später auch in anderen Ländern auftauchte. Ebenso wie die Varianten, die erstmals in Südafrika (B.1.351 oder auch 501Y.V2) und Brasilien (B.1.1.248 oder P1) nachgewiesen wurden.

Die indische Corona-Variante B.1.617, die Wissenschaftler auch als „Doppelmutante“ bezeichnen, hat Europa ebenfalls erreicht. Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) hat die Mutation Anfang Mai 2021 als „besorgniserregend“ eingestuft. „Die indische Mutante könnte noch weniger durch Impfstoffe kontrolliert werden als die brasilianischen und südafrikanischen Varianten“, sagte Prof. Paul Hunter, Professor für Medizin an der University of East Anglia, gegenüber dem Guardian.

Anfang Juni hat die Weltgesundheitsorganisation (WHO) beschlossen, die einzelnen Coronavirus-Varianten nach dem griechischen Alphabet zu benennen. Damit soll vermieden werden, dass Länder oder Regionen mit bestimmten Virusvarianten in Verbindung gebracht und Menschen, die dort leben oder von dort kommen, diskriminiert werden. Die in Deutschland festgestellten Varianten heißen demnach:

  • Alpha (B.1.1.7)
  • Beta (B.1.351)
  • Gamma (B.1.1.28)
  • Delta (B.1.617.2)
  • Eta (B.1.525)

Immer mehr Corona-Mutationen: Weitere Varianten offenbar gefährlicher

Zum Verständnis: Mutationen sind bei Viren keine Besonderheit, sondern finden ständig statt. Dabei verändert sich das Erbgut des Erregers, um sich an seine Umwelt besser anpassen zu können. Im Fall von SARS-CoV-2 wurden insgesamt inzwischen mehr als 300.000 unterschiedliche Mutationen nachgewiesen.

Die vier Corona-Mutationen Alpha, Beta, Gamma und Delta sollen jedoch nach derzeitigem Kenntnisstand deutlich ansteckender sein als das Ursprungsvirus. Experten gehen aktuell von einer deutlich höheren Übertragbarkeit aus. Die bislang zugelassenen Impfstoffe schützen auch gegen die Varianten gut. Das setzt allerdings voraus, dass beide Impfdosen verabreicht werden und ein vollständiger Impfschutz besteht.

Rubriklistenbild: © Stefanie Loos/AFP

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