B.1.1.529 breitet sich aus

Omikron: Ärztin berichtet bei neuer Variante von ungewöhnlichen Symptomen

Die neue Variante des Coronavirus, genannt Omikron, bereitet Experten aktuell Sorge. Wie gefährlich sie ist, wissen Wissenschaftler noch nicht. Eine Ärztin berichtet von anderen Symptomen als bei Delta.

Deutschland – Der Zeitpunkt könnte ungünstiger nicht sein: Mitten in der vierten Welle – und kurz nach dem Auslaufen der epidemischen Lage in Deutschland – taucht eine neue, besorgniserregende Virus-Mutation auf. Die WHO stuft das Risiko durch die neue Variante des Coronavirus, genannt Omikron, als „sehr hoch“ ein (News zum Coronavirus in NRW bei RUHR24).

CoronavirusSars-Cov-2
InfektionskrankheitCovid-19
Erklärung zur Pandemie11. März 2020

Corona-Variante Omikron – WHO stuft Risiko als „sehr hoch“ ein

Die aus Südafrika kommende Virus-Variante B.1.1.529 wurde bereits in mehreren Ländern nachgewiesen – beispielsweise in Großbritannien und den Niederlanden. Auch Deutschland hat die Virus-Mutante mittlerweile erreicht. Nach ersten bestätigten Omikron-Fällen in Bayern und Hessen gibt es auch in NRW Verdachtsfälle.

„Omikron hat eine beispiellose Anzahl von Spike-Mutationen, von denen einige wegen ihrer potenziellen Auswirkungen auf den Verlauf der Pandemie besorgniserregend sind“, erklärt die WHO.

Virologe Christian Drosten

Auch der Berliner Virologe Christian Drosten zeigt sich besorgt. Der Virologe erläuterte im ZDF heute journal: „Keiner kann im Moment sagen, was da auf uns zukommt. Das Einzige, was man wirklich mit Sicherheit sagen kann, ist: Es ist besser, wenn man geimpft ist. Es ist noch besser, wenn man geboostert ist.“

Omikron: Südafrikanische Patienten zeigen „ungewöhnliche Symptome“

Bislang haben die in Südafrika betroffenen Menschen offenbar milde Verläufe. Wie tagesschau.de berichtet, habe die Vorsitzende des südafrikanischen Ärzteverbands, Angélique Coetzee, gegenüber BBC mitgeteilt, dass die bisher festgestellten Fälle nicht schwerwiegend seien.

Weiter habe die Ärztin erklärt, sie sei auf die neue Variante aufmerksam gemacht worden, weil Patienten mit „ungewöhnlichen Covid-19-Symptomen“ in ihre Praxis gekommen seien. Anders als sonst oft üblich bei einer Corona-Infektion habe keiner unter Geschmacks- oder Geruchsverlust gelitten.

Die mit Omikron infizierten Patienten hätten hingegen über einen schmerzenden Körper und (teilweise sehr starke) Müdigkeit geklagt. Sie hätten jedoch nicht in ein Krankenhaus eingeliefert werden müssen. Zudem habe sie diese Symptome insbesondere bei Jüngeren beobachtet.

Wie gefährlich ist Omikron? Datenlage reicht laut Experten nicht für eine Einschätzung

Der Virologe Christian Drosten verweist laut einer Meldung der dpa allerdings darauf, dass Berichte über milde Verläufe angesichts von nur gut 1000 Fällen lediglich wenig Substanz hätten. Auch Carsten Watzl, Generalsekretär der Deutschen Gesellschaft für Immunologie (DGfI), bemerkt laut dpa-Bericht, Aussagen über den Krankheitsverlauf seien derzeit nicht möglich. Er habe ebenso wie Drosten erklärt: „Dazu haben wir momentan einfach zu wenige Fälle.“

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Epidemiologe Klaus Stöhr geht in diesem Zusammenhang davon aus, dass es mindestens noch zwei Wochen dauern werde, bis klinische Daten vorlägen, die Aufschluss geben könnten. Auch für eine Einschätzung, ob eher junge Menschen betroffen seien, sei es viel zu früh.

Weitaus mehr Kopfzerbrechen als die Gefahr durch schwere Erkrankungen bereitet den Medizinern offenbar die Möglichkeit, dass die Impfungen gegen Omikron weniger wirksam seien könnten. Sowohl Moderna als auch Biontech haben bereits angekündigt, ihre Impfstoffe auf ihre Wirksamkeit hin zu testen. „Wir können die Besorgnis von Experten nachvollziehen und haben unverzüglich Untersuchungen zur Variante B.1.1.529 eingeleitet“, erklärte Biontech gegenüber dpa.

Rubriklistenbild: © Michael Kappeler/Alissa Eckert;Dan Higgins/dpa; Collage:RUHR24

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