Variante B.1.1.7.

Britische Corona-Mutation: Experte warnt vor völlig anderen Symptomen

Nach dem ursprünglichen Coronavirus macht jetzt auch die britische Mutation B.1.1.7. eine Reise um die Welt. Doch die Symptome unterscheiden sich.

Deutschland/Großbritannien – Bereits in Deutschland, Dänemark, Frankreich, Japan und weiteren Ländern wurde die neue Coronavirus-Variante B.1.1.7. nachgewiesen. Die Mutation ist besorgniserregend, noch ist nicht viel zu ihr bekannt. Doch neuen Erkenntnissen zur Folge gibt es Unterschiede bei den Symptomen der Mutation.

VirusCoronavirus
InfektionskrankheitCOVID-19
Häufige SymptomeFieber, trockener Husten, Verlust von Geschmacks- und Geruchssinn

Coronavirus: Symptome bei britischer Mutation B.1.1.7. treten zum Teil häufiger auf

Denn inzwischen geht es nicht mehr darum, das Coronavirus anhand der Symptome von einer Grippe zu unterscheiden. Jetzt gilt es auch, die Mutationen zu erkennen.

Es handelt sich dabei um die Häufigkeit des Auftretens der unterschiedlichen Symptome. Das Amt für nationale Statistiken in Großbritannien teilte mit, dass Personen, die mit der Corona-Mutation infiziert sind, öfter an Husten, Halsschmerzen, Müdigkeit, Muskelschmerzen und Fieber leiden.

Corona-Symptome bei Mutation: Husten und Müdigkeit treten bei britischer Variante öfter auf

Besonders häufig bei der neuen Coronavirus-Variante sind die Anzeichen Husten, Müdigkeit und Kopfschmerzen. Wer hingegen seinen Geschmacks- und Geruchsverlust verloren hat, hat sich wahrscheinlich mit dem ursprünglichen Coronavirus angesteckt. Diese Symptome kommen in Verbindung mit der britischen Mutation, die sich derzeit auch in NRW massiv ausbreitet, seltener vor, wie sich aus der Studie des Amts für nationale Statistiken herleiten lässt.

Gegenüber RTL schätzte der Arzt und Medizinjournalist Dr. med. Christoph Specht ein, ob wir mit diesen Studien-Ergebnissen selbst herleiten können, mit welcher Corona-Variante jemand infiziert ist. Er ist der Meinung, dass, wenn in Deutschland zurzeit jemand seinen Geruchs- und Geschmackssinn vermisse, deute einiges auf eine Corona-Infektion hin. Nicht aber auf eine mit der britischen Variante.

Die britische Coronavirus-Mutation weist Unterschiede bei den Symptomen auf. Seltener kommen Geschmacks- und Geruchsverlust vor.

Symptome bei Corona-Mutation: Geschmacks- und Geruchssinn bleiben häufiger bei neuer Variante

Wenn man also verstärkt an Husten und Abgeschlagenheit leidet, sich das Essen aber ganz normal schmecken lassen kann, sei es ein Hinweis, dass man sich mit der britischen Variante infiziert hat, meint Dr. Specht. Der Experte warnt aber, dass dies noch kein Beweis sei.

Es handelt sich bei der aktuellen Studie nur um die Häufigkeit unterschiedlicher Symptome. Diese können bei beiden Varianten des Coronavirus auftreten – nur unterschiedlich oft.

Experte warnt: Corona-Diagnose anhand der Symptome nicht selbst stellen – Mutation zu ähnlich

Deswegen rät der Experte von einer Selbst-Diagnose ab. Dr. Specht erklärt: „Hätte ich jetzt Geruchsverlust, würde einiges dafür sprechen, dass ich die klassische Variante habe, man kann aber nicht ausschließen, dass es doch die britische Mutation ist. Und umgekehrt. Dafür sind die Unterschiede doch zu gering.“

Für eine Selbst-Diagnose reichen die Erkenntnisse also nicht. Betroffene Personen sollten sich dementsprechend bei Verdacht auf eine Coronavirus-Erkrankung testen lassen. Nur dann kann man Gewissheit bekommen, ob es sich um die britische Variante B1.1.7. handelt.

Coronavirus: Symptome, britische Mutation, Sterblichkeit – die Forschung geht weiter

Nach Einschätzung mehrerer Studien ist die Variante bis zu 70 Prozent infektiöser, was auch eine erhöhte Sterblichkeit zur Folge hat. Experten weisen aber darauf hin, dass hierzu noch umfangreichere Forschungen durchgeführt werden müssen, um diese Zahlen zu belegen. Dr. Specht ist ebenfalls der Meinung, es sei zu früh, um sagen zu können, ob die britische Mutation tödlicher ist oder nicht. In Studien dazu gebe es eine „große Streubreite“.

Alles in allem keine rosigen Aussichten. Was zum Lichtblick werden könnte, ist aber, dass die Forschung weitergeht. So wurde beim Coronavirus kürzlich ein neues Symptom entdeckt. Die Aufklärung geht weiter.

Rubriklistenbild: © Ian Forsyth/Alissa Eckert;Dan Higgins/dpa;Collage:RUHR24

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