Inzidenz auf „Malle“ über 100

Mallorca wegen Corona am Abgrund: Reiseveranstalter hat miese Befürchtung

Nachdem sich hunderte Teenager im Urlaub auf Mallorca mit dem Coronavirus infiziert haben, verschärft die Insel die Einreiseregeln. Auch die Inzidenz steigt derzeit.

Update, Montag (5. Juli), 14.05: Deutschland – Die Corona-Zahlen auf der beliebten Urlaubsinsel Mallorca steigen weiter an. Wie die Mallorca-Zeitung berichtet, liegt die 7-Tage-Inzidenz am Montag (5. Juli) bei 109 – und ist damit „sprunghaft gestiegen“. Für die Balearen insgesamt liegt der 7-Tage-Wert sogar bei 136,1. Auch in Gesamt-Spanien steigen die Zahlen: Am Montag (5. Juli) liegt die Inzidenz landesweit bei 110. Mit Katalonien und Kantabrien sind die ersten spanischen Regionen sogar von der Bundesregierung wieder als Risikogebiete eingestuft worden.

Mallorcaspanische Baleareninseln im Mittelmeer
Fläche3.640 km²
InselgruppeBalearische Inseln

Mallorca „am Rande des Abgrunds“: Reiseveranstalter fordert härtere Maßnahmen

Für Reisende in diese Regionen verschärfen sich die Einreiseregeln bei der Rückkehr nach Deutschland dementsprechend. Aber Mallorca-Urlauber und Reiseveranstalter schauen auch zunehmend besorgt auf die Corona-Situation auf den Balearen.

Wie die WAZ aktuell berichtet, habe der Alltours-Chef, Willi Verhoven, erklärt, er sehe Mallorca bereits wieder „am Rande des Abgrunds“. Er fordere daher erneut schärfere Regeln für Urlauber. Konkret solle der „Sauftourismus“ verboten – und die Sperrstunde von zwei Uhr nachts auf 23 Uhr vorgezogen werden. Auch strengere Kontrollen und härtere Strafen seien nötig.

„Kritische Situation“: Spanien kämpft wegen Delta-Variante mit der fünften Welle

Die spanische Zeitung Didiaro de Mallorca titelt aktuell ebenfalls, die Balearen seien wieder in einer „kritischen Situation“. Aber auch auf anderen spanischen Urlaubs-Inseln steigen die Zahlen derzeit.

Auf den Kanaren liegt die Inzidenz bei rund 80 – auf Teneriffa sogar bei 132. Spanien befindet sich damit bereits in der fünften Corona-Welle. Schuld daran ist auch die als ansteckender geltende Delta-Variante. Laut Schätzungen liegt ihr Anteil im stark betroffenen Katalonien bereits über 50 Prozent.

Erstmeldung, Dienstag (29. Juni): In vielen Bundesländern wie NRW steht die Sommerferien-Zeit vor der Tür. Nach monatelangem Lockdown-Stress freuen sich zahlreiche Menschen hierzulande auf einen entspannten Sommerurlaub. Die beliebte Ferieninsel Mallorca hat allerdings aktuell wieder stärker mit dem Coronavirus zu kämpfen – und daher jetzt die ersten Regeln für die Einreise verschärft.

Mallorca-Urlaub: Abschlussfahrt in Spanien wird Superspreader-Event – hunderte Teenager infiziert

Mehr als 800 Schüler haben sich im Juni auf der Urlaubsinsel mit dem Coronavirus infiziert, wie unter anderen die Nachrichtenagentur dpa berichtet. Die Jugendlichen waren auf Abschlussfahrt und kommen aus mehreren Teilen Spaniens. Alleine in Madrid sind mehr als 400 Personen betroffen.

Die Vermutung ist derzeit, dass viele der Teenager mit derselben Fähre von Valencia zur Insel fuhren. Weitere haben sich dann wohl bei Partys auf Mallorca infiziert.

Sämtliche der Betroffenen haben sich nach Medienberichten mit der Alpha-Variante (vormals B.1.1.7) des Coronavirus infiziert, die zuerst in Großbritannien aufgetaucht ist. Mittlerweile wurden auch hunderte Kontaktpersonen der Jugendlichen unter Quarantäne gestellt.

Strand von Palma de Mallorca: Auf Klassenfahrt haben sich Mitte Juni hunderte Jugendliche infiziert. (Symbolbild)

Nach Ausbruch auf Klassenfahrt: Schärfere Einreiseregeln für Gruppenreisen nach Mallorca

Die Regionalregierung der Balearen hat jetzt Konsequenzen aus dem Fall gezogen. Die Einreiseregeln für Gruppen werden verschärft.

Konkret heißt das: Teilnehmer von organisierten Gruppenreisen müssen bei der Einreise einen negativen PCR-Test vorlegen oder aber den Nachweis über vollständigen Impfschutz. Die Neuregelung gilt für Gruppen ab 20 Personen, die Urlaub auf einer dieser beliebten Urlaubs-Inseln planen:

  • Mallorca
  • Ibiza
  • Menorca
  • Formentera

Urlaub in Spanien: Inzidenz steigt deutlich über kritischen Wert von 50

Zuvor gingen die Corona-Zahlen in Spanien wochenlang zurück. Die Balearen, die Kanaren sowie weite Teile des spanischen Festlands sind keine Risikogebiete mehr.

Mittlerweile steigen sie aber wieder leicht an. Landesweit ist die Inzidenz in Spanien mit 108,6 sogar wieder über der kritischen Marke von 50 (Stand: Samstag, 3. Juli).

Mallorca bald Risikogebiet? Inzidenz liegt über kritischer Marke

Auch Mallorca ist seit dem 14. März kein Risikogebiet mehr. Der kritische Wert von 50 wurde auf den Balearen seit Februar unterschritten. Derzeit steigt die Inzidenz aber: Laut Mallorca-Zeitung lag die Inzidenz am Freitag (2. Juli) bei 81,5.

Am Freitag zeigte die spanische Corona-Ampel für die Balearen schon einen Wert von 111 an – die Inzidenz-Ampel steht auf Rot. Es ist also durchaus möglich, dass die deutsche Bundesregierung die bei Urlaubern beliebte Inselgruppe wieder zum Risikogebiet erklären wird.

Balearen-Inzidenz steigt: Bundesregierung beobachtet die Lage „intensiv“

Wie die Wirtschaftswoche mitteilt, habe das Auswärtige Amt auf Nachfrage erklärt: „Die Bundesregierung beobachtet die Lage in Spanien und insbesondere auf den Balearen intensiv.“ Deutsche Urlauber müssten sich dann auch auf der Rückreise wieder auf die geltenden Einreiseregeln für Risikogebiete – wie die digitale Anmeldung und Test- bzw. Geimpft- oder Genesenennachweis – einstellen (Infos zum Coronavirus in NRW auf RUHR24).

Eine grundsätzliche Verschärfung der Einreiseregeln nach Deutschland wird es dabei vorerst nicht geben. Nach einer entsprechenden Forderung mehrerer Länderchefs hatten sich Bund und Länder am Montag (28. Juni) dagegen entschieden.

Corona auf Mallorca: Regierung befürchtet weiter steigende Zahlen

Wie die Mallorca-Zeitung berichtet, befürchtet auch die Balearen-Regierung eine negative Trendwende. „Das Bild verändert sich gerade“ habe Corona-Sprecher Javier Arranz am Freitag (25. Juni) erklärt. Insbesondere unter Jugendlichen und jungen Erwachsenen sei die Ansteckung in den letzten Tagen stark gestiegen.

Die Gründe dafür sind offensichtlich: Zum einen sind in dieser Altersgruppe nur vergleichsweise wenige geimpft. Zum anderen habe auch allzu unbesorgtes Feiern mit engem Kontakt zu der Entwicklung geführt. Da die Infizierten oftmals Jüngere sind, ist die Lage in den Krankenhäusern aber noch entspannt – die Krankheitsverläufe zumeist mild.

Delta-Variante in Spanien auf dem Vormarsch: Mallorca verschärft Einreiseregeln für Briten

Auch die Delta-Variante, die Experten derzeit Sorge bereitet, breitet sich auf den Balearen weiter aus. Javier Arranz geht laut dem Bericht davon aus, dass sie auch auf den Urlaubsinseln zur vorherrschenden Variante werde. Derzeit mache sie rund 24 Prozent der Neuinfektionen aus.

Um die Ausbreitung weiter einzudämmen, hat Spanien – ebenso wie Portugal – nun die Einreiseregeln speziell für Briten verschärft. Montagmorgen (28. Juni) verkündete Spaniens Ministerpräsident Pedro Sanchez, wegen der ansteckenderen Delta-Variante müssten Reisende aus dem stark von der Variante betroffenen Großbritannien künftig einen negativen PCR-Test vorlegen.

Rubriklistenbild: © Jaime Reina/AFP

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