Potenzstörung durch Covid-19

Corona: Langzeitfolge Impotenz? Expertin warnt

Weltweit forschen Experten an den Folgen von Corona. Eine Medizinerin versetzt Männer jetzt in Angst: Das Virus könnte Potenzstörungen verursachen.

Deutschland – Jetzt auch noch Potenzprobleme? Da drängt sich die Vermutung auf, dass es sich hier vielleicht doch eher um Panikmache handelt. Allerdings berichten verschiedene deutsche Medien (unter anderen RTL.de, FOCUS.de und die Bildzeitung) von dem Phänomen. Demnach erzählten einige Wissenschaftler aus Deutschland und den USA von Corona-Patienten, die über Erektionsprobleme klagten.

Name des Virus SARS-CoV-2, Coronavirus
Name der ausgelösten Krankheit COVID-19
Typische Symptome Husten, Fieber, Müdigkeit, Verlust von Geruchs- und Geschmackssinn

Coronavirus: US-Forscherin macht Entdeckung zu Potenzproblemen und Covid-19

Allen voran die anerkannte US-amerikanische Ärztin und Forscherin Dr. Dena Grayson. In einem Interview mit dem Nachrichtensender NBC erklärte sie, dass eine Covid-19-Erkrankung in einigen Fällen eine „erektile Dysfunktion“ verursachte.

Potenzprobleme durch COVID-19 – auch deutsche Mediziner mit derartigen Patientenberichten

Der Begriff „erektile Dysfunktion“ bedeutet dabei nichts anderes als Potenzprobleme. Tatsächlich kennen auch deutsche Mediziner solche Patientenbeschwerden. So beispielsweise Prof. Dr. Gernot Rohde von der Post-Covid-Ambulanz am Uniklinikum in Frankfurt am Main. In Folge 67 des NDR Corona Update Podcasts erklärt er:  „Das Thema Potenzstörungen“ sei etwas, das „ein durchaus relevanter Anteil der Patienten geschildert hat“.

Professor Dr. Rohde forscht in der Post-Covid-Ambulanz am sogenannten Long COVID, also Beschwerden, die auch 28 Tage nach der Infektion noch auftreten. Auch wenn man Potenzstörungen „zunächst nicht vermuten würde“, da es sich bei COVID-19 primär um eine Atemwegsinfektion handelt, klagten einige seiner Patienten darüber. Auch Dr. Sandra Ciesek, die den Podcast zusammen mit Virologe Christian Drosten leitet, verweist auf untypische Beschwerden. So sei Corona keine reine Lungenkrankheit, sondern eine multisystemische Erkrankung.

Typische Corona-Symptome – was viele Patienten beklagen

Allerdings berichten bislang nur wenige Wissenschaftler von Erektionsstörungen. Zu den häufigsten Corona-Beschwerden zählen bis dato unter anderen:

  • Husten, Atemwegsbeschwerden
  • Fieber
  • Schnupfen
  • neurologische Beeinträchtigungen wie Taubheitsgefühle oder Nervenschmerzen
  • geminderter Geruchs- und Geschmacksinn
  • Kopf- oder auch Muskelschmerzen
  • starke Müdigkeit
  • kardiologische Beschwerden

Dr. Grayson aus den USA geht davon aus, dass Potenzstörungen auf die kardiologischen Beschwerden zurückzuführen sind: „Wir wissen ja bereits, dass das Virus Probleme mit den Blutgefäßen bereitet. Dies ist etwas, das wirklich Anlass zur Sorge gibt.“ Laut der Medizinerin könne es als lebenslange Langzeitfolge zu Einschränkungen der Potenz kommen.

Potenzstörung durch Corona – das sind für Mediziner mögliche Gründe

So weit gehen deutsche Forsche aber derzeit noch nicht. Tatsächlich führt Corona zwar bei einem Drittel der in Kliniken behandeln Patienten zu Blutgerinnseln, wie die Internisten im Netz darlegen.

Dr. Georg-Christian Zinn, Direktor des Hygienezentrums Bioscientia stellt aber im RTL-Interview klar: Die Erektionsprobleme könnten ebenso auch durch die allgemeine Erschöpfung infolge einer Corona-Erkrankung verursacht werden. So berichten auch junge Patienten oftmals noch Wochen nach Corona von einem schlechten Allgemeinzustand. Darüber hinaus seien auch neurologische Ursachen denkbar.

Impotenz durch Corona – weitere auswertbare Daten nötig

Macht Corona nun impotent oder nicht? Fakt ist: Einige Mediziner erzählen von dementsprechenden Patientenbeschwerden. Noch ist aber kein direkter Zusammenhang belegt. Laut Professor Dr. Rohde ist es daher besonders wichtig, dass man „systematisch diese Daten erhebt und versucht, relativ umfassend und genau die einzelnen Fälle im Verlauf zu beurteilen.“

Gerade Potenzstörungen seien etwas, dass man vielleicht „nicht bei der ersten Visite benennen“ würde. Daher sei es von Bedeutung, dass Ärzte hier gezielt nachfragten. Erst durch eine größere Anzahl auswertbarer Daten könnten dann weitere Schlüsse gezogen werden (alle Neuigkeiten zur Corona-Pandemie in unserem Live-Ticker auf RUHR24.de).

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