Nicht für alle geeignet

Krankschreibung via Telefon wieder möglich – das ist zu beachten

Während der Corona-Pandemie sollte man Kontakte zu anderen Menschen vermeiden. Auch ein Arztbesuch etwa ist in vielen Fällen derzeit nicht nötig: Es gibt Krankschreibungen per Telefon.

Dortmund – Schon seit einigen Monaten ist es wegen der Corona-Pandemie möglich, sich eine Krankschreibung beim Arzt telefonisch abzuholen. Die Regelung wurde wegen der steigenden Infektionszahlen nun noch einmal verlängert. Allerdings greift sie nicht immer.

KrankheitCorona, Covid-19
ErregerSars-CoV-2
Symptome (unter anderem)Fieber, trockener Husten, Müdigkeit

Krankschreibung vom Arzt per Telefon: Regelung wurde verlängert

Der Gemeinsame Bundesausschuss hat sich darauf verständigt, dass die telefonische Krankschreibung weiterhin bundesweit möglich ist. Die Sonderregelung soll zunächst bis Ende Juni gelten, wie die Bundesregierung mitteilt. Was bedeutet das für Verbraucher?

Die Regelung gilt vor allem für Personen mit leichten Erkältungssymptomen oder Atembeschwerden. Um bei diesen Symptomen eine Krankschreibung beziehungsweise eine Arbeitsunfähigkeitsbescheinigung (AU) ausgestellt zu bekommen, reicht ein telefonischer Anruf beim Arzt.

Einfach anrufen und eine AU „bestellen“ geht aber nicht. Die Ärzte müssen sich durch eine genaue Befragung am Telefon selbst vom Gesundheitszustand überzeugen. Sie müssen außerdem feststellen, ob ein Praxisbesuch für den jeweiligen Patienten wirklich nicht notwendig ist. Es kann also passieren, dass man am Ende doch persönlich in die Praxis kommen muss (alle aktuellen Entwicklungen zum Coronavirus in NRW auf RUHR24.de).

Deswegen ist Krankschreibung vom Arzt per Telefon derzeit erlaubt

Die Krankschreibung gibt es für bis zu sieben Tage. Außerdem ist eine einmalige Verlängerung für weitere sieben Tage telefonisch möglich.

Die Sonderregelung soll vor allem Arztpraxen entlasten und die Kontakte zwischen Patienten und Praxis-Angestellten so gering wie möglich halten. Des Weiteren soll verhindert werden, dass erkrankte Personen in der Praxis weitere Menschen anstecken. Denn hinter Erkältungssymptomen kann auch eine Infektion mit dem Coronavirus stecken.

Corona-Symptome? Krankschreibung per Telefon ist hier keine Lösung

Aber was, wenn die Symptome eindeutiger auf Covid-19 hinweisen? In dem Fall sollte man unbedingt Kontakt mit einer Arztpraxis aufnehmen, um das weitere Vorgehen zu klären, wie Öko-Test berichtet. Mit einer einfachen Krankschreibung per Telefon ist es dann nämlich nicht getan.

Wer seinen Hausarzt nicht erreicht, und starke Corona-Symptome hat, kann rund um die Uhr den ärztlichen Bereitschaftsdienst unter der 116 117 kontaktieren. Wer besonders starke Beschwerden hat oder zu einer Risikogruppe gehört, sollte das am Telefon unbedingt schildern. Bei Atemnot sollte der Notruf unter der 112 verständigt werden, wie die Apotheken Umschau mitteilt.

Eine AU oder Krankschreibung per Telefon ist jetzt länger möglich.

Krankschreibung per Telefon gilt mindestens bis Ende Juni

Die Krankschreibung per Telefon wurde bereits während des ersten Corona-Lockdowns im Frühjahr 2020 erlaubt. Im Juni lief sie zunächst aus und wurde schließlich im Oktober 2020 reaktiviert. Nach dem neuen Beschluss soll die Regelung bis zum 30. Juni 2021 gelten. Zukünftig soll die Krankschreibung oder der „gelbe Schein“ auch digitalisiert werden.

Die telefonische Krankschreibung wurde laut Informationen der AOK im vergangenen Frühjahr gut genutzt. Die Krankenstände im März und April seien im Vergleich zu den Vorjahren erhöht gewesen. „Gleichzeitig sprechen die Daten dafür, dass Ärzteschaft und Beschäftigte mit dieser temporären Regelung verantwortungsvoll umgegangen sind“, so Helmut Schröder, stellvertretender Geschäftsführer des wissenschaftlichen Instituts der AOK in einer Mitteilung.

Die Krankmeldungen im Mai seien dagegen leicht hinter dem Durchschnitt der vergangenen zehn Jahre geblieben. Ob die Verlängerungen der Sonderregelung die Krankmeldungen nun wieder in die Höhe schießen lässt, bleibt abzuwarten.

Rubriklistenbild: © Karl-Josef Hildenbrand/dpa

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