Events in der Pandemie

Corona verhindert auch 2022 Konzerte – Branche appelliert an Regierung

Hurricane Festival 2019
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Das Hurricane- und Southside Festival. (Symbolbild)

Konzerte und andere Events sind wegen der Corona-Pandemie aktuell nicht möglich. Die Eventbranche fordert mehr Rechte für Geimpfte.

Dortmund – Für den Sommer 2021 wurden schon fast alle Festivals wegen Corona abgesagt, nur wenige finden noch statt. Auch viele Konzerte wurden bereits verschoben. Die Eventbranche arbeitet an Möglichkeiten, wie Künstler und Publikum sich trotz Corona wieder nah sein können. Dafür werden auch Sonderrechte für Geimpfte in Betracht gezogen.

KrankheitCoronavirus, Covid-19
ErregerSars-CoV-2
Symptome (unter anderem)Fieber, trockener Husten, Müdigkeit

Konzerte während Corona: Eventbranche fordert Rechte für Geimpfte

Wie das Redaktionsnetzwerk Deutschland (RND) berichtet, fordert die Veranstaltungsbranche, dass Personen, die gegen das Coronavirus geimpft wurden, wieder Konzerte und andere Events besuchen dürfen. Auch frisch negative getestete Personen sollen wieder Zutritt zu Veranstaltungen erhalten.

„Getestet oder geimpft muss ausreichen, um eine Veranstaltung besuchen zu dürfen“, so Jens Michow, Präsident des Bundesverbandes der Konzert- und Veranstaltungswirtschaft (BDKV). Mit einer Teststrategie müsse es „doch möglich sein, dass Veranstaltungen und Konzerte stattfinden können“. Auch Eventim-Chef Klaus-Peter Schulenberg hat Möglichkeiten für zukünftige Konzertbesuche vorgeschlagen und sorgte damit für Aufsehen.

Michow verweist außerdem auf einen Modellversuch der Technischen Universität Berlin in Zusammenarbeit mit der Charité und dem Robert-Koch-Institut (RKI). Demnach sei das Ansteckungsrisiko im Theater niedriger als im Supermarkt.

Auch 2022 könnte es keine Konzerte geben: Corona-Beschlüsse fehlen

Trotz Corona-Hilfen stecke die Eventbranche in einer Krise. Einige Veranstalter würden sogar überlegen, Events für 2022 abzusagen. Das Problem: Von Bund und Ländern gibt es keinen Beschluss für eine Absicherung zukünftiger Veranstaltungsausfälle.

Während des ersten Corona-Lockdowns im Frühjahr 2020 wurde die Gutschein-Lösung eingeführt. Veranstalter mussten deswegen teilweise nicht alle Ticketpreise für ausgefallene Events erstatten. Für zukünftige Konzerte sei aber die mögliche Erstattung der Vorlaufkosten entscheidend.

Die Eventbranche fordert bei Konzerten Sonderrechte für Geimpfte.

Konzerte noch 2021 trotz Corona? Branche testet Möglichkeiten

„Bei einigen Hilfen merkt man, dass die Ministerien die Abläufe unserer Branche immer noch nicht verstanden haben“, erklärt Michow. „Vorlaufkosten können zum Beispiel erstattet werden, wenn Veranstaltungen ab März 2020 beantragt wurden. Veranstaltungen werden zwei Jahre im Voraus geplant. Vorlaufkosten, die ab März 2020 entstanden sind, kann man an einer Hand abzählen.“

Aber wie geht es 2021 mit der Event- und Unterhaltungsbranche weiter? In Berlin läuft aktuell ein Pilotprojekt, bei dem bis Anfang April neun Veranstaltungen durchgeführt werden sollen. Die Besucher müssen sich vorher auf das Coronavirus testen lassen. Den Auftakt haben 350 Gäste im Berliner Ensemble und 1000 Besucher in der Berliner Philharmoniker gemacht.

Tickets für Konzerte 2021 gekauft? So geht es weiter

Eine schnelle Suche bei großen Ticket-Anbietern zeigt auch: einzelne Veranstalter halten durchaus an Terminen für 2021 fest. Aber was passiert mit den Tickets, wenn die Events nicht stattfinden? Am 20. Mai 2020 ist die Gesetzesänderung in Kraft getreten, nach der Verbraucher im Zweifel auch Gutscheine statt einer Rückzahlung akzeptieren müssen. Diese Gutschein-Lösung gilt aktuell immer noch.

Video: Niederlande: Zum Konzert nur mit negativem Coronatest

Doch es gibt auch Ausnahmen. Etwa wenn der Ticketbesitzer nachweisen kann, dass die Gutscheinlösung für ihn „unzumutbar“ ist und er auf die Auszahlung des Betrags angewiesen ist.

Die Angst, sich mit dem Coronavirus zu infizieren, ist dagegen kein Grund für eine Erstattung des Ticketpreises. Ticketkäufer sind hier auf die Kulanz des Veranstalters angewiesen.

In einer früheren Version des Artikels haben wir darüber berichtet, dass Eventim-Chef Klaus-Peter Schulberg sich für eine Impfpflicht für Konzertbesucher ausgesprochen hätte. In der Zwischenzeit wurde dies korrigiert.