Südafrikanisch und britisch

Coronavirus: Kombi-Mutante entdeckt – Forscher sind besorgt

Die Suche nach Mutationen ist das neue zentrale Thema in der Corona-Bekämpfung. Forscher haben jetzt eine Kombi-Mutante entdeckt. Die könnte zum Problem werden.

Deutschland – Mit mehr Sequenzierungen und schärferen Grenzkontrollen versucht Deutschland derzeit, die neue Gefahr durch die Varianten des Coronavirus einzudämmen. Denn die Mutationen gelten als deutlich ansteckender und könnten damit in der Pandemie zu einer Herausforderung werden. Aus Großbritannien kommt außerdem aktuell eine ganz neue besorgniserregende Meldung – die britische Nervtag-Gruppe hat eine Kombination aus der britischen und der südafrikanischen Variante entdeckt.

New and Emerging Respiratory Virus Threats Advisory Group (NERVTAG)Beratungsgruppe für neue und aufkommende Bedrohungen durch Atemwegsviren
Gründung2014
Mitglieder 17 Wissenschaftler

Kombi-Mutante entdeckt – britische Coronavirus-Mutation bereitet Kopfzerbrechen

Trotz verschärfter Maßnahmen, werden immer mehr Fälle von Mutationen in Deutschland publik – vor allem von der britischen Virus-Variante. Was die britische Mutante B.1.1.7 so gefährlich macht, ist vor allem die höhere Ansteckungsgefahr, die von ihr ausgeht. Verbreitet sie sich noch weiter, könnte sie zu einer neuen Gefahr in der Pandemie werden.

Was das bedeuten kann, zeigt sich aktuell beispielsweise in Portugal, wo die Situation wegen der britischen Variante außer Kontrolle geraten ist. Viele Mediziner gehen zugleich davon aus, dass zumindest diese Variante in Deutschland längst auf dem Vormarsch ist (alle Infos zum Coronavirus in NRW auf RUHR24.de).

Neue Kombi-Mutante gefunden: warum die Corona-Mutanten gefährlich werden können

Daneben werden auch immer mehr Fälle der südafrikanischen Mutante B.1.351 und vereinzelt auch der brasilianischen Variante P.1 nachgewiesen. Diese beiden Mutanten haben einen ganz anderen Vorteil gegenüber dem Wildtyp des Coronavirus: Sie können dem Immunsystem teilweise entweichen.

Mediziner befürchten, dass das die Wirksamkeit von Impfungen oder Medikamenten beeinträchtigen könnte. Verantwortlich dafür, dass die Mutanten die Immunantwort umgehen können, ist die Mutation E484K, die beide aufweisen. 

Ob die Mutanten von Sars-CoV-2 auch aggressiver sind, bedarf weiterer Forschung. Allerdings gibt es bereits Studien zur britischen Virusvariante, die darauf hindeuten, dass sie nicht nur ansteckender, sondern auch gefährlicher sein soll. Die britische Forscher-Gruppe Nervtag verweist darauf, dass die Sterblichkeitsrate um bis zu 30 Prozent höher sein könnte.

Nervtag-Gruppe entdeckt ganz neue Corona-Kombi-Mutante: Lauterbach zeigt sich auf Twitter besorgt

Eben diese international anerkannte Gruppe von Wissenschaftler, die die britische Regierung berät, hat nun noch eine ganz neue Mutante entdeckt, wie unter anderen Medien wie der Spiegel und RTL berichten. Das Beunruhigende: Sie kombiniert die Eigenschaften der britischen und südafrikanischen Varianten miteinander.

Wie es dem entsprechenden Nervtag-Bericht zur Variante B.1.1.7 zu entnehmen ist, wurden in Großbritannien einige Fälle der britischen Virus-Variante nachgewiesen, die zusätzlich die Mutation E484K aufweisen. Eine höhere Ansteckung paart sich also hierbei mit einer möglicherweise vorhandenen Resistenz gegen Impfstoffe.

Der SPD-Gesundheitsexperte Karl Lauterbach (57) schreibt dazu auf Twitter: „Das wäre eine besonders gefährliche Kombination.“ Und weiter: „Was tun?“

Corona: neue Kombi-Mutante entdeckt – einzelne Fälle, aber besorgniserregende Anzeichen

Bislang wurde diese Kombi-Mutante erst in elf von 200.000 untersuchten Proben zufällig entdeckt. Für Forscher ist das aber kein Grund zur Entwarnung. Schließlich gab es auch vom Wildtyp sowie den anderen Mutanten zunächst nur wenige Fälle. Außerdem führen Wissenschaftler an, dass die Ergebnisse darauf hinwiesen, dass die britische Mutante diese Mutation E484K nun selbstständig entwickelt.

So ist es ja bekanntlich normal, dass Viren mutieren. Diese ersten Anzeichen könnten jetzt aber darauf hinweisen, dass die neue Mutation sich einen Wachstumsvorteil verschaffen könnte. Um das Risiko richtig einschätzen zu können, sind aber weitere Untersuchungen nötig. Umso wichtiger erscheint es auch, dass die Mutationen in Deutschland ebenfalls konsequent weiter verfolgt werden – auch bei derzeit sinkenden Infektionszahlen.

Rubriklistenbild: © Armando Franca/dpa

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