Konkrete Vorschläge

Lauterbach wegen Corona-Variante B.1.1.7 in Sorge: Ideen für Knallhart-Lockdown

Der SPD-Gesundheitsexperte Karl Lauterbach.
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SPD-Gesundheitsexperte Karl Lauterbach fordert einen härteren Lockdown.

Die Coronavirus-Mutante B.1.1.7 grassiert in Deutschland und NRW. Sie gilt als wesentlich gefährlicher. Ein Experte fordert deshalb härtere Maßnahmen.

Dortmund – Seit sich die Corona-Mutante B.1.1.7 weiter in Deutschland ausbreitet, steigen die Fallzahlen und Inzidenzen. Sie wird auch britische Variante genannt, weil sie zuerst in Großbritannien festgestellt wurde. Das Robert Koch-Institut (RKI) rechnet mit einem exponentiellen Wachstum der Covid-19-Fälle.

KrankheitCoronavirus, Covid-19
Ursprünglicher ErregerSars-CoV-2
Symptome (unter anderem)Fieber, trockener Husten, Müdigkeit

Corona: Britische Mutante breitet sich vermehrt aus – deshalb ist sie so gefährlich

Denn die britische Mutante gilt als deutlich ansteckender und damit auch gefährlicher als die Corona-Variante, die im vergangenen Jahr in Deutschland dominiert hat. B.1.1.7 wurde zuerst im September 2020 in Proben aus Südengland und London nachgewiesen. Aber was macht sie so gefährlich?

Wie das Redaktionsnetzwerk Deutschland (RND) berichtet, weist die Variante nicht nur eine, sondern gleich mehrere Mutationen auf. Das sei ungewöhnlich. Laut Forschern der University of Edinburgh unterscheidet sich der mutierte Virus-Stamm durch 14 ausgetauschte Aminosäuren und drei komplett weggefallene Proteinbausteine vom ursprünglichen Virus Sars-CoV-2.

Karl Lauterbach (SPD) fordert härteren Corona-Lockdown wegen Mutante B.1.1.7

Wie das Bundesministerium für Gesundheit mitteilt, weist die Corona-Mutante B.1.17 auch eine erhöhte Reproduktionszahl auf. Eine infizierte Person kann also mehr Menschen anstecken. Außerdem ist die Viruslast bei der britischen Variante höher. Nach bisherigen Erkenntnissen könnte der Grund für die erhöhten Corona-Todesfälle bei der Mutante liegen. In Deutschland liegt der Anteil der Infektionen mit B.1.17 laut Angaben des RKI mittlerweile bei über 90 Prozent.

SPD-Gesundheitsexperte Karl Lauterbach fordert deswegen einen härteren Lockdown. Dieser sei wegen der starken Ausbreitung der Mutante des Coronavirus wesentlich nötiger, als noch vor einem Jahr.

Härterer Corona-Lockdown wegen B.1.1.7: Lauterbach hat Vorschläge

„Aus zahlreichen Beschreibungen von Fällen kann ich nur bestätigen: Bei B.1.1.7 kann die Quelle der Infektion meist nicht ausgemacht werden“, schrieb Lauterbach am Samstag (3. April) auf Twitter. Besonders verheerend: „Für Ansteckung genügen wohl auch flüchtige Begegnungen.“ Laut Lauterbach würde nur ein härterer Lockdown als vor einem Jahr helfen. Wie genau dieser Lockdown aussehen könnte, dazu machte er am Samstag keine Vorschläge.

In der Vergangenheit hatte Lauterbach aber bereits konkrete Ideen für den verschärften Lockdown. Wie der Spiegel berichtet, plädierte er unter anderem für eine Pflicht zum Homeoffice. Wenn das nicht möglich sei, sollten regelmäßige Corona-Tests in Betrieben durchgeführt werden (aktuelle News zum Coronavirus in NRW auf RUHR24).

Video: So bewertet Karl Lauterbach (SPD) das Astrazeneca-Aus für unter 60-Jährige

Lauterbach hat sich außerdem bereits für eine befristete Ausgangssperre am Abend ausgesprochen. Die Bewegungsdaten der Corona-Warnapp würden zeigen, dass sich viele Menschen immer noch privat Treffen. Das sei verständlich, müsse aber eine Zeit lang begrenzt werden. Laut einer aktuellen Umfrage wünscht sich die Mehrheit der Deutschen auch eine Ausgangssperre. In NRW haben sich allerdings sowohl Ministerpräsident Armin Laschet (CDU) als auch NRW-Gesundheitsminister Karl-Josef Laumann (CDU) dagegen positioniert.

Corona-Mutante B.1.1.7: Das sagen andere Experten

Auch andere Experten stufen die britische Corona-Mutante als gefährlich ein. „Mit steigender Inzidenz erhöht sich unser Ansteckungsrisiko ganz allgemein“, sagte Virologe Marco Binder vom Deutschen Krebs­forschungs­zentrum in Heidelberg gegenüber RND. Es sei gerade jetzt wichtig, dass jeder Einzelne darauf achtet, nicht zur weiteren Ausbreitung des Virus beizutragen.

Auch der Berliner Virologie Christian Drosten regt wiederholt zu härteren Corona-Regeln in Anbracht der Ausbreitung von B.1.1.7 an. „Ich habe das Gefühl, dass wir eigentlich im Moment immer noch die gleichen Werkzeuge benutzen müssen, die wir schon in der ersten Welle benutzt haben“, kritisierte Drosten im NDR. Es bleibe nur noch der „Holzhammer“ – der Lockdown.

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