„Covid-Problem nicht gelöst“

Corona: Karl Lauterbach warnt vor impfresistenten Mutationen

Kein Ende der Pandemie in Sicht? SPD-Gesundheitsexperte Karl Lauterbach warnt jetzt vor einer weiteren Gefahr: Mutationen des Coronavirus könnten impfresistent werden.

Deutschland – In einem aktuellen Tweet warnt der als „Mahner“ in der Pandemie geltende SPD-Politiker Karl Lauterbach jetzt davor, dass die Mutanten trotz Impfungen zu einem Problem werden könnten. Anlass zur Sorge gibt ihm zufolge eine neue Studie der renommierten Harvard University. Diese zeige „das Ausmaß, in dem Mutationen wie B1351 Südafrika und P1 Brasilien der Antikörperbildung durch Impfung entkommen“, so Lauterbach auf Twitter.

CoronavirusSars-CoV-2
InfektionskrankheitCovid-19
häufige SymptomeFieber, Husten, Schnupfen, Verlust des Geruchs- und Geschmackssinns

Karl Lauterbach (58, SPD): „Covid-Problem“ wird durch das Impfen nicht gelöst

Gerade erst hatte Karl Lauterbach in der Aktuellen Stunde die Rückkehr der Schüler in den Präsenzunterricht kritisiert. Seiner Meinung nach ist es aufgrund des aktuellen Infektionsgeschehens ratsam, die Schulen bis Ostern geschlossen zu lassen. Ansonsten sei mit „großen Ausbrüchen in Schulen und vielen betroffenen Eltern zu rechnen“, so der Epidemiologe.

In einem aktuellen Tweet mahnt er nun erneut zur Vorsicht. So warnt er davor, dass „das Covid-Problem mit den bestehenden Impfmöglichkeiten noch nicht gelöst“ sei (mehr Infos zum Coronavirus in NRW auf RUHR24.de).

Karl Lauterbach: Forscher der Universität Harvard zeigen Ergebnisse über Antikörper-Schutz

Der Gesundheitsexperte der SPD bezieht sich bei Twitter auf Forschungsergebnisse der Uni Harvard:

Karl Lauterbach auf Twitter: „Covid-Problem“ ist mit den Impfungen nicht gelöst.

Die Wissenschaftler der bekannten Universität kommen in ihrer Vorveröffentlichung zu dem Schluss, dass sich mehrere SARS-CoV-2-Varianten dem Antikörper-Schutz durch die Impfungen entziehen können. Solche Mutationen des Coronavirus könnten sich also – so die Befürchtung der Mediziner – negativ auf die Impfstoffwirksamkeit auswirken.

Corona-Mutationen: Vakzine wirksam gegen B.1.1.7 – Wirkung bei B.1.351 und P.1 teilweise geschwächt

Wesentlich sind zurzeit vier Varianten, von denen drei vom Europäischen Zentrum für Prävention und Kontrolle von Krankheiten (ECDC) als „Variant of Concern“ geführt werden:

  • Die britische Mutante B.1.1.7, die nach neuestem RKI-Bericht bereits 55 Prozent aller Neuinfektionen in Deutschland ausmacht. Sie ist zwar deutlich ansteckender und gefährlicher, die bisher zugelassenen Vakzine wirken aber gegen diese Variante.
  • Die südafrikanische Variante B.1.351 gilt ebenfalls als ansteckender. Mitte März 2021 wurde sie aber lediglich in einem Prozent aller Proben in Deutschland gefunden. Im Saarland macht ihr Anteil allerdings bereits 15 Prozent aus. Forschern bereitet diese Mutante Sorgen, weil sie sich scheinbar der Immunantwort des Körpers – wie sie nach einer Infektion oder Impfung entsteht – teilweise entziehen kann. Nach ersten Erkenntnissen wirken auch die verfügbaren Impfstoffe weniger gut gegen B.1.351. 
  • Die brasilianische Mutation P.1., von der in Deutschland erst einige wenige Fälle berichtet wurden. Auch hier gibt es allerdings erste Vermutungen, dass sie die Immunantwort abschwächen könnte – sowohl bei Genesenen als auch bei Geimpften.

Corona-Mutationen: Wirksamkeit einiger Vakzine bei P.1. und B.1.351 abgeschwächt

Während die zugelassenen Impfstoffe also gegen die britische Mutation, die in Deutschland auf dem Vormarsch ist, gut wirken, bereiten die südafrikanische und die brasilianische Mutation den Forschern Sorge.

Wie das Ärzteblatt und die Pharmazeutische Zeitung berichten, wird die Wirksamkeit der zugelassenen Impfstoffe von Medizinern insgesamt unterschiedlich eingeschätzt. Die Studiendaten würden sich hier teilweise widersprechen. Allerdings ist bislang auch nur davon die Rede, dass die Impfungen gegen diese beiden „besorgniserregenden Varianten“ lediglich weniger wirksam sein könnten, nicht gänzlich unwirksam. Außerdem lassen sich mRNA-Impfstoffe wie der von BionTech/Pfizer auch relativ schnell an Mutationen anpassen.

Karl Lauterbach: Es könnten Mutationen entstehen, „gegen die man nicht impfen kann“

Karl Lauterbach geht in seinem Tweet aber noch weiter. Er warnt davor, dass wir die Fallzahlen drastisch senken müssten, um Herr der Lage zu werden. Denn es würden neben den bekannten Mutanten noch weitere Varianten folgen.

Seine Sorge sei dann, so Lauterbach, „dass ansonsten Mutationen entstehen, gegen die man nicht impfen kann.“ Und weiter: „Im Labor sieht man solche schon.“

Rubriklistenbild: © Kay Nietfeld/dpa

Mehr zum Thema