Trotz Impfquote

Corona in Deutschland: Spahn befürchtet Inzidenz von über 800 im Herbst

Die Corona-Zahlen sind aktuell noch niedrig und die Impfquote steigt. Dennoch warnt Gesundheitsminister Jens Spahn vor hohen Zahlen im Herbst.

NRW – Mit der Einführung der Inzidenzstufe 0 schien die Pandemie wie aus dem Alltag verbannt. Vieles ist wieder ohne Corona-Schnelltest und auch ohne medizinische Maske möglich. Doch die Zahlen könnten schon im Herbst wieder in die Höhe schießen, befürchtet Bundesgesundheitsminister Jens Spahn (CDU).

NameCorona, Covid-19
ErregerSars-CoV-2
Symptome (unter anderem)Fieber, trockener Husten, Müdigkeit

Corona-Inzidenz: Spahn warnt vor hohen Zahlen im Herbst 2021

Insgesamt sind die Corona-Inzidenzen in Deutschland noch auf einem niedrigen Niveau, vielerorts steigen die Zahlen allerdings wieder. Die NRW-Stadt Solingen etwa hat derzeit die deutschlandweit zweithöchste Inzidenz. Und das, obwohl die Impfquote ebenfalls ansteigt. Laut ZDF haben mittlerweile über 47 Prozent in Deutschland bereits den vollen Impfschutz erhalten.

Wegen der Zahlen appellierte Bundesgesundheitsminister Spahn in Berlin, die Corona-Schutzmaßnahmen nicht zu vernachlässigen. Die aktuelle Inzidenz für Deutschland liegt bei rund 11, doch das könnte sich schnell ändern. „Wenn sich das so weiter verdoppelt, alle zwölf Tage, dann werden wir im September die 400 überschreiten, im Oktober 800“, befürchtet der Politiker. Alle miteinander müssten sich die Frage stellen, „wollen wir das passieren lassen?“.

Corona-Lage in Deutschland: 800er-Inzidenz im Herbst? Spahn appelliert

Problematisch sei vor allem, dass der sogenannte R-Wert über dem kritischen Wert von eins liegt, so Spahn. Dieser Faktor gibt an, wie viele andere Menschen ein Infizierter im Schnitt ansteckt.

Laut Spahn sei es trotzdem wichtig, Schulen und Kitas in Regionen mit niedriger Ansteckungen zu öffnen. Die etablierten Corona-Maßnahmen sollten dabei aber unbedingt eingehalten werden. „Es geht darum, Maske im Innenraum tragen. Sich regelmäßig testen lassen. Wenn man noch nicht geimpft ist, sich impfen lassen“, sagte er.

„Wir entscheiden jetzt, jetzt in diesen Tagen des Julis darüber, wie September, Oktober, November werden“, so Spahn weiter. Man müsse alles tun, um die Zahlen möglichst niedrig zu halten, etwa durch eine konsequente Nutzung der Schutzmasken (aktuelle News zum Coronavirus in NRW bei RUHR24 lesen).

Inzidenz während Corona: RKI will dem Wert weniger Bedeutung schenken

Die Frage sei auch, was diese mögliche Entwicklung unter Berücksichtigung der Impfquote für die Krankenhäuser und die Lage auf den Intensivstationen bedeuten könne. Derzeit seien 75 Prozent der über 60-Jährigen vollständig geimpft. Die Relation der Inzidenz und die daran gebundenen Maßnahmen könnten sich bis zum Herbst auch noch verschieben. „Wenn Sie die Maßzahl nehmen, können sie sagen: 200 ist das neue 50“, sagte Spahn.

Auch das Robert Koch-Insitut (RKI) hatte bereits angeregt, der Inzidenz als Messwert für künftige Corona-Maßnahmen weniger Bedeutung zu schenken. Entscheidender sei laut dem RKI die Anzahl der Patienten in einem Krankenhaus.

Die Argumente: Risikogruppen seien fast vollständig durchgeimpft, der Anteil schwerer Corona-Fälle nehme ab. Corona-Maßnahmen für vollständig Geimpfte seien kaum noch zu rechtfertigen.

Rubriklistenbild: © Fabian Sommer/dpa

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