Corona-Pandemie

Corona-Inzidenz steigt wieder: Ärztepräsident empfiehlt 2G – aber nicht überall

Die Corona-Lage spannt sich weiter an. Mit Blick auf die steigenden Inzidenzen empfiehlt der Ärztechef nun strengere Regeln im öffentlichen Leben.

Dortmund – Corona? Das Thema scheint in vielen Köpfen kaum noch eine Rolle zu spielen. Und dennoch: Die Lage in Deutschland verschärft sich wieder. Um die Corona-Situation in den Griff zu bekommen, hat Ärztepräsident, Klaus Reinhardt, jetzt eine dringende Empfehlung.

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KrankheitCovid-19
Impfstoffe (unter anderem)Co­mir­na­ty (Biontech), Va­x­ze­vria (Astrazeneca), Moderna

Corona in Deutschland und NRW: Inzidenzen ziehen wieder an

Die aktuelle Corona-Welle ist in vollem Gang, die Inzidenzen in Deutschland steigen etwa seit zweieinhalb Wochen bundesweit wieder stetig. Das Robert Koch-Institut (RKI) gab die Zahl der Neuinfektionen pro 100.000 Einwohner und Woche am Montagmorgen (1. November) mit 154,8 an. Noch vor einer Woche lag der wichtige Wert bei 110,1.

Nordrhein-Westfalen (NRW) liegt zwar noch unter dem Bundeswert, allerdings steigen die Corona-Zahlen auch hier. In NRW liegt die Inzidenz am Montag bei 111,2, vor einer Woche lag der Wert bei 70,6 (weitere Corona-News aus NRW bei RUHR24).

Corona-Zahlen steigen immer weiter an – strengere Maßnahmen gibt es dennoch nicht

Auch die Hospitalisierungsrate steigt allmählich. Der Wert, der angibt, wie viele Corona-Patienten in Kliniken aufgenommen werden, ist ein wichtiger Parameter für mögliche Verschärfungen oder Beschränkungen. Aktuell liegt diese Inzidenz bundesweit bei 3,5 – der bisherige Höchstwert lag um die Weihnachtszeit bei rund 15,5.

Trotz steigender Zahlen sind dennoch bislang keine Verschärfungen der Corona-Regeln vorgesehen. Die neue Corona-Schutzverordnung für das Land NRW gilt bis Ende November und enthält kaum Änderungen – weder Verschärfungen noch bedeutende Lockerungen.

Corona-Maßnahmen: Ärztechef schlägt eine Mischung aus 2G und 3G vor

Statt über neue Maßnahmen zu debattieren, beraten die Parteien einer möglichen Ampelkoalition (SPD, FDP und Grüne) derzeit darüber, wann in Deutschland alle Maßnahmen ein Ende haben sollen. Doch es gibt auch Stimmen, die sich klar für eine Verschärfung der Corona-Regeln aussprechen.

So zum Beispiel Ärztepräsident Klaus Reinhardt. Er empfiehlt eine Mischung aus 2G- und 3G-Regelung. Es sollten an bestimmten Orten also nur noch Geimpfte und Genesene Zutritt bekommen. Im ZDF-Morgenmagazin sagt er: „Insofern finde ich es – wenn die Zahlen weiter steigen – angemessen, wenn wir sagen würden, die 2G-Regel gilt in größeren Teilen des gemeinsamen Lebens – zum Beispiel im Museum oder auch in der Gastronomie. Und wenn die 3G-Regel zum Beispiel am Arbeitsplatz gälte, wie das die Italiener schon länger machen und die Österreicher auch, dann glaube ich, könnte das auch hilfreich sein.“

Der Präsident der Bundesärztekammer spricht sich für die 2G-Regel aus.

Corona in NRW: 3G gilt bereits in einigen Bereichen

Um die Corona-Zahlen in Deutschland weiter einzudämmen, hält er es außerdem für hilfreich, in Alten- und Pflegeheimen intensive Tests durchzuführen. Eine Impfpflicht für Pflegepersonal hingegen lehnt er ab.

Bislang gilt in NRW die 3G-Regel – aber auch nicht in überall. Einen entsprechenden Nachweis braucht man unter anderem für folgende Bereiche: Krankenhäuser, Alten- und Pflegeheime, Veranstaltungen im Innenräumen, Sport in Innenräumen, Innengastronomie oder bei körpernahen Dienstleistungen. Mit DPA-Material.

Rubriklistenbild: © Bernd von Jutrczenka/dpa

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