Neuer Maßstab

Corona-Inzidenz als Messwert bald abgeschafft? Wie die Pandemie jetzt bewertet werden soll

Das Infektionsgeschehen wird bei der Corona-Pandemie anhand der Inzidenz gemessen. Das könnte sich aber schon bald ändern.

Dortmund – Im Kampf gegen die Corona-Pandemie ist die Inzidenz bisher der Maßstab für neue Maßnahmen und Regeln*. Das könnte sich aber schon bald ändern, wie RUHR24* berichtet. Das Robert Koch-Institut (RKI) hat bereits seit längerem ein Konzept festgelegt.

NameCoronavirus, Covid-19
ErregerSars-CoV-2
SymptomeFieber, trockener Husten, Müdigkeit

Corona-Inzidenz: RKI hat bereits neues Konzept entwickelt – Politik diskutiert

Seit Wochen läuft die Debatte darüber, ob die Inzidenz als Indikator für Corona-Maßnahmen noch sinnvoll ist. Die Bundesregierung hatte bereits im Juli angeregt, zukünftig nicht nur auf die Fälle der nachgewiesenen Corona-Infektionen zu schauen*, wenn es darum geht, Regeln festzulegen.

Wie das Magazin Business Insider berichtet, ist wohl auch das RKI nicht davon überzeugt, weiterhin nur die Inzidenzstufe zu beachten. Demnach liegt der Bundesregierung bereits seit Ende Juli ein alternatives Konzept des Instituts vor. Bislang sei es allerdings ignoriert worden. Aber was genau steht in den Entwurf des RKI?

RKI-Konzept zur Inzidenz: Wie Corona bald gemessen werden könnte

Die Arbeitsgruppe Influenza des RKI hat das sechsseitige Papier zum neuem Warnstufen-Konzept erarbeitet. Laut diesem Entwurf sollen zukünftig drei Faktoren berücksichtigt werden, mit denen „die gesundheitlichen, gesellschaftlichen und wirtschaftlichen Folgen einer vierten Infektionswelle der Covid-19-Pandemie so weit wie möglich eingedämmt werden“ sollen.

Ganz wird die Inzidenz dabei aber nicht abgeschrieben, sie soll weiterhin ein Faktor sein. In dem Entwurf des RKI wird sie auch als „Seismograf der Ausbreitungsgeschwindigkeit“ des Coronavirus* bezeichnet (mehr aktuelle News zum Coronavirus in NRW* bei RUHR24).

Wie bereits von der Bundesregierung vorgeschlagen, soll auch die Krankenhausauslastung eine Rolle spielen. Die sogenannte Sieben-Tage-Hospitalisierungsinzidenz soll als „Schutzwert der Krankheitslast“ dienen. Zusätzlich soll auch die Intensivstationen-Kapazität berücksichtigt werden. Im RKI-Entwurf wird sie auch „Belastungswert für die Auslastung des Gesundheitssystems“ genannt.

Drei Corona-Indikatoren: Inzidenz soll weiterhin berücksichtigt werden

Statt einem Wert könnten zukünftig also drei Werte darüber entscheiden, welche Corona-Maßnahmen wo gelten. Laut des Konzepts sollen Lockerungen erst dann wieder verschärft werden, wenn bei mindestens zwei der drei Indikatoren die Kriterien für eine nächste Warnstufe erfüllt sind. Derzeit entscheidet noch allein die Inzidenzstufe über die Regeln*. Das sind die Indikatoren des RKI im Überblick:

  • Inzidenz aus Messwert der Virus-Ausbreitung
  • Sieben-Tage-Hospitalisierungsinzidenz zum Messen der Krankenhauslast
  • Anzahl der Covid-Patienten auf Intensivstationen

RKI-Konzept: Wie die Corona-Maßnahmen zukünftig ermittelt werden könnten

Wird die Ermittlung der Corona-Warnstufe mit drei Werten automatisch komplizierter? Ein konkretes Beispiel könnte folgendermaßen aussehen: Bei einer Inzidenz von über 200 und mehr als zwölf Schwerkranken pro 100.000 Einwohnern würde die Warnstufe drei gelten. Auch, wenn nur die Zahl der Covid-Patienten auf Intensivstationen auf mehr als zwölf Prozent steigt, würde ebenfalls Stufe drei gelten.

Ab Stufe drei sollten auch wieder strengere Schutzmaßnehmen gelten. Beispielsweise, sollen sich ungeimpfte Personen nicht mehr im Innenbereich von Restaurants aufhalten dürfen. Und zwar auch nicht dann, wenn sie negativ getestet werden. Ob der Vorschlag vom RKI auch so umgesetzt wird, ist aber noch unklar. *RUHR24 ist Teil des Redaktionsnetzwerks von IPPEN.MEDIA.

Rubriklistenbild: © Michele Tantussi/AFP

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