Medizinische Neuheit

Corona-Infektion erstmals bei Hund und Katze nachgewiesen – was das bedeutet

Lange wurde darüber gemunkelt, jetzt scheint es tatsächlich wahr zu sein: Die ersten Haustiere haben sich mit Corona angesteckt. Was das bedeutet.

Dortmund – Hunde und Katzen gehören in vielen Haushalten dazu wie Familienmitglieder – für viele Menschen sind die kleinen Racker sogar wie Kinder. Umso stärker müssen Haustierbesitzer jetzt sein: Erstmals seit der Einführung der bundesweiten Meldepflicht für an Corona erkrankte Haustiere soll bei zwei Haustieren eine Corona-Infektion nachgewiesen worden sein.

Hund und Katze: Corona-Infektion erstmals bei Haustieren nachgewiesen

Bei den betroffenen Haustieren handelt es sich um eine Katze aus Frankfurt und einen Hund aus München, wie Thomas Mettenleiter, Präsident des Friedrich-Loeffler-Instituts auf der Insel Riems bei Greifswald der Neuen Osnabrücker Zeitung am Mittwoch (1. Dezember) bestätigte.

Die Katze sei ursprünglich getestet worden, weil in ihrem Haushalt eine Covid-19-Infektion nachgewiesen worden war. Das Tier habe die Infektion überstanden und sogar bereits Antikörper gegen Covid-19 gebildet, heißt es außerdem. Wie es dem betroffenen Hund geht, ist noch nicht bekannt (alle Neuigkeiten zur Corona-Pandemie in NRW in unserem Live-Ticker auf RUHR24.de).

Experten hatten bereits vor Monaten vor der Möglichkeit einer Corona-Infektion bei Haustieren gewarnt, nun ist die Vorsehung also eingetreten. Aber was bedeutet das jetzt für Haustier und Mensch?

Corona-Infektion bei Haustieren: Was bedeutet das für Besitzer, Hund und Katze?

Grund zur Sorge für den Menschen soll es offenbar nicht geben, erklärte Institutsleiter Thomas Mettenleiter der NOZ. Menschen würden zwar offenbar Tiere anstecken können, eine umgekehrte Ansteckung – also vom Tier auf den Menschen – habe es bisher aber nicht gegeben. Der Experte betont: „Die Pandemie spielt sich zwischen Menschen ab“ (alle Artikel zum Coronavirus in NRW auf RUHR24.de).

Die weltweiten Fallzahlen bei mit Covid-19 infizierten Tieren sei außerdem überhaupt nicht mit den Infektionszahlen beim Menschen zu vergleichen. Weltweit seien laut der Weltorganisation für Tiergesundheit bisher „nur“ etwa 70 Infektionen bei Haustieren nachgewiesen.

Zwei Drittel davon seien Katzen, ein Drittel Hunde. Auch Frettchen können sich anstecken, ebenso wie Großkatzen, bei denen unter anderem in südafrikanischen Zoos bereits Corona-Infektionen nachgewiesen worden sind.

Hund und Katze aus Deutschland haben erstmals nachgewiesene Corona-Infektion

Mit Corona infizierte Haustiere sollen für den Menschen also vollkommen ungefährlich sein – schwieriger sei der Fall jedoch, wenn sich Wildtiere mit Covid-19 infizierten. Jüngstes Beispiel: Die Corona-Ausbrüche in Nerzfarmen in Dänemark. Damals wurde bei tausenden Nerzen eine mutierte Version des Virus nachgewiesen. Die Tiere mussten schließlich aus Sicherheitsgründen getötet werden.

Im Zweifelsfall seien diese Mutationen dann nämlich „nicht nur für die Tiere gefährlich, sondern auch für uns Menschen“, so Thomas Mettenleiter. Wenn die eigenen Haustiere – oder man selbst – also Kontakt mit Wildtieren, wie Mardern oder Fledermäusen, haben, die mit dem Nerz artverwandt sind, sei besondere Vorsicht geboten.

Corona-Infektion: Abstand von Haustieren halten – Hund und Katze können im schlimmsten Fall sterben

Aber wie geht es den geliebten Haustieren mit der Corona-Infektion? Diese sei durchaus ernst zu nehmen, meint Thomas Mettenleiter. Die kleinen Racker könnten durch das Coronavirus ebenfalls an Atemwegsinfektionen erkranken und im schlimmsten Fall daran versterben.

Mit Covid-19 infizierte Menschen sollten deshalb zu Hause nicht leichtsinnig mit ihrer Corona-Infektion umgehen und besser auch Abstand zu ihren Haustieren halten, mahnt der Wissenschaftler.

Rubriklistenbild: © Lisa Siegle/ RUHR24, Collage: RUHR24

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