Impfungen für Grundschulkinder

Corona-Impfungen für Kinder ab fünf Jahren „in wenigen Wochen“ verfügbar

Die vierte Corona-Welle betrifft aktuell vor allem Ungeimpfte. Dazu zählen auch Kinder unter zwölf Jahren, denn für sie ist noch kein Vakzin zugelassen. Das soll sich bald ändern.

Deutschland – Wie das Mainzer Unternehmen Biontech gegenüber dem Spiegel erklärte, liegen die dafür erforderlichen Studiendaten zu Wirksamkeit und Verträglichkeit nun vor. Noch im Oktober könnte Impfstoff für Kinder ab fünf Jahren zur Verfügung stehen (weitere News zum Coronavirus auf RUHR24).

CoronavirusSars-CoV-2
InfektionskrankheitCovid-19
häufige SymptomeHusten, Fieber, Schnupfen, Verlust des Geruchs- und Geschmackssinns

Corona: Impfstoff für Kinder ab fünf Jahren vor der Zulassung

Am 28. Mai hatte die Europäische Kommission den Impfstoff von Biontech/Pfizer auch für Kinder und Jugendliche ab 12 Jahren zugelassen. Nun soll die Zulassung des Vakzins für jüngere Kinder folgen. „Es sieht gut aus, alles läuft nach Plan“, sagte Biontech-Gründer Uğur Şahin dem Spiegel.

Seine Ehefrau Özlem Türeci, Biontech-Chefmedizinerin, ergänzte gegenüber dem Nachrichtenmagazin: „Wir werden schon in den kommenden Wochen weltweit den Behörden die Ergebnisse aus unserer Studie zu den Fünf- bis Elfjährigen vorlegen und eine Zulassung des Impfstoffes für diese Altersgruppe beantragen, auch hier in Europa.“ Die Produktion werde bereits vorbereitet. Es handele sich um denselben Impfstoff namens Comirnaty – nur niedriger dosiert.

Özlem Türeci, medizinische Geschäftsführerin des Biotechnologie-Unternehmens Biontech.

Corona-Impfungen: erste Kinder könnten Mitte Oktober geimpft werden

Bereits am Dienstag (7. September) habe Biontech-Chef Dr. Ugur Șahin bei der Jahrestagung der Initiative „House of Pharma“ erklärt, man stelle die Studiendaten aktuell abschließend zusammen, berichtet die Pharmazeutische Zeitung. Das werde jetzt noch „einige Wochen“ in Anspruch nehmen.

Dem Spiegel-Bericht zufolge könnten bereits Mitte Oktober die ersten Kinder in dieser Altersklasse von fünf bis elf Jahren in Deutschland geimpft werden. Spätestens aber bis Ende des Jahres. Zum Jahresende hin werden außerdem auch die finalen Studiendaten zu den ganz kleinen Kindern (ab sechs Monaten) erwartet.

Nach Zulassung des Impfstoffs für Kinder – StiKo muss noch über Impfempfehlung beraten

Nach der Zulassung durch die Europäische Kommission muss die Ständige Impfkommission (StiKo) noch über eine Impfempfehlung für Deutschland beraten. Dabei wird vornehmlich geprüft, ob der Nutzen der Impfung höher ist als das Risiko möglicher Nebenwirkungen.

Bei der Empfehlung der Impfung für Jugendliche zwischen 12 und 17 Jahren hatte die StiKo lange gezögert – und war deswegen politisch zunehmend unter Druck geraten. Ende Mai war der Impfstoff für diese Gruppe zugelassen worden – erst Mitte August wurde sie von der StiKo empfohlen.

Impfungen gegen Covid-19 bei Kindern – die Entscheidung liegt bei den Eltern

Für Eltern wichtig zu wissen: Erlaubt ist die Impfung für Kinder mit einem für die jeweilige Altersklasse zugelassenen Vakzin auch ohne StiKo-Empfehlung. Aber auch unter Eltern wird die Impfung gegen Covid-19 weiter kontrovers diskutiert: Während die einen Bedenken wegen möglicher Nebenwirkungen haben, können andere es kaum erwarten, dass ein Vakzin für Jüngere zugelassen wird.

Schwere Verläufe sind bei Kindern weiter vergleichsweise selten – aber auch Kinder müssen manchmal intensivmedizinisch behandelt werden. Britische Daten zeigen außerdem, dass rund zehn Prozent der mit Covid-19 erkrankten Kinder unter Long-Covid-Symptomen leiden. Impf-Befürworter weisen zudem auf die Gefahr hin, dass sich das Virus in Schulen und Kitas verbreitet. Eine Impfpflicht für Schul- und Kita-Kinder (wie bei Masern) gibt es nicht – die Entscheidung liegt bei den Eltern.

Rubriklistenbild: © Bernd von Jutrczenka/afp

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