Impfung gegen das Coronavirus

Corona-Impfung: Ärzte fordern sofortige Abschaffung der Reihenfolge

Start eines Modellversuchs mit Impfungen in Arztpraxen
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Ab April wird auch in Arztpraxen geimpft. (Symbolbild)

Im Kampf gegen Corona ist die Impf-Reihenfolge in den Bundesländern genau festgelegt. Ärzte fordern jetzt, dass genau das geändert wird.

Dortmund - Wer wann gegen das Coronavirus geimpft wird, ist in NRW und anderen Bundesländern festgelegt. Ab Dienstag (6. April) startet landesweit die Terminvereinbarung zur Impfung für Personen unter 80 Jahren. Ärzte fordern allerdings, dass die Reihenfolge komplett abgeschafft wird.

KrankheitCoronavirus, Covid-19
ErregerSars-CoV-2
Symptome (unter anderem)Fieber, trockener Husten, Müdigkeit

Impfreihenfolge bei Corona: Ärzte fordern die Abschaffung

Zumindest dann, wenn die Liefermenge von Corona-Impfstoff sich in Zukunft vergrößern sollte. Dann wäre es sinnvoll, auf eine festgelegte Impfreihenfolge zu verzichten, erklärt der Vorsitzende des Deutschen Hausärzteverbandes Ulrich Weigeldt gegenüber der Rheinischen Post. Wer wann geimpft wird, kann ein Impfrechner ermitteln.

„Die Priorisierung war und ist eine gute Leitlinie für die Ärzte so lange der Impfstoff noch in geringen Mengen verfügbar ist“, so Weigeldt. Allerdings sollte es bei der Impfreihenfolge weniger um die aktuellen Corona-Zahlen, und mehr um die Gesundheit des einzelnen Menschen gehen. Laut Weigeldt müsse etwa ein 69-Jähriger mit erhöhtem Blutdruck und Diabetes früher eine Impfung erhalten, als eine 72-jährige Triathletin. Ab dem 6. April können sich Menschen ab 70 Jahren einen Impftermin sichern (alle aktuellen News zum Coronavirus in NRW auf RUHR24).

Corona: Ärtze fordern Abschaffung der Impfreihenfolge

Außerdem sei es wichtig, den Impfstoff so schnell wie möglich zu verabreichen, wenn die gelieferte Menge ein bestimmtes Maß überschritten hat. Laut Weigeldt sollten Arztpraxen deshalb auch alle Impfstofftypen bekommen. Also sowohl den Impfstoff von Biontech, also auch den von Astrazeneca. Letzterer soll zukünftig unter neuem Namen verkauft werden.

Video: Impfstrategie: Lauterbach fordert bedachteres Handeln

„Wieso sollten die Impfzentren in irgendeiner Weise bevorzugt werden?“, fragte Weigeldt. Wichtig sei, dass überhaupt geimpft werde. „Und das geht bekanntlich schneller, wenn die Impfungen dort stattfinden, wo sich die Menschen impfen lassen wollen.“

In NRW hat sich die Impfreihenfolge zuletzt nicht nur zur zugunsten der unter 80-Jährigen verändert. Auch weitere Berufsgruppen können sich nun gegen Corona impfen lassen. Darunter sind auch Friseure, die Dienstleistungen in Pflegeheimen anbieten. Fußpfleger, Seelsorger, Rechtspfleger und weitere Berufsgruppen können sich ebenfalls einen Impftermin sichern.

Corona-Impfung: Land NRW gibt 400.000 Impfdosen von Astrazeneca frei

Bezüglich des Impfstoffes von Astrazeneca herrscht in NRW allerdings geradezu ein Impf-Chaos. Für Personen unter 60 Jahren wurden die Impfungen mit dem Vakzin vorerst gestoppt. Der Grund: Astrazeneca steht im Verdacht, vor allem in dieser Altersgruppe Nebenwirkungen wie eine Hirnvenenthrombose auszulösen.

Die für die Termine vorgesehen Impfdosen sollen aber dennoch unter die Leute gebracht werden. An dieser Stelle sollen vor allem Personen über 60 Jahren profitieren. Denn für diese wird der Impfstoff auch weiterhin uneingeschränkt empfohlen. Damit kommt diese Bevölkerungsgruppe – unabhängig vom Beruf oder der Priorität – deutlich früher zum Zuge, als geplant.

Aber was passiert mit unter 60-Jährigen aus priorisierten Berufsgruppen wie Lehrer oder Polizisten? Sie sollen in NRW mit zurückgelegten Impfdosen der Firmen Biontech und Moderna gegen Corona geimpft werden. Damit es nicht zu einer allgemeinen Verzögerung der Impfreihenfolge kommt, könnten die Impfzentren ihre Öffnungszeiten ausweiten.

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