Terminvergabe leicht gemacht

Corona-Impfung: Schnell einen Termin bekommen – neue Plattform soll es möglich machen

Die Corona-Impfungen in Deutschland laufen auf Hochtouren. Doch immer noch gibt es nicht genug Impftermine für alle Impfwilligen. Eine neue Online-Plattform will Abhilfe schaffen.

NRW – Nach Wochen der angezogenen Handbremse, laufen die Impfungen gegen das Coronavirus in Deutschland nun endlich auf Hochtouren. Doch immer noch gibt es nicht genug Impfstoff für alle Impfwilligen. Selbst wer in seinem Bundesland bereits impfberechtigt ist, hat häufig große Probleme an einen Termin zu kommen. Eine neue Internet-Plattform soll jetzt Abhilfe schaffen.

PandemieCovid-19
ErregerSARS-CoV-2
Erstes Auftreten31. Dezember 2019
UrsprungVolksrepublik China

Corona-Impfung: Termine in Impfzentren sind häufig wochenlang ausgebucht

Seit Sonntag (9. Mai) dürfen sich vollständig Geimpfte in Deutschland über Lockerungen freuen. Für sie fallen etwa die Kontaktbeschränkungen und die Ausgangssperren weg sowie die Quarantänepflicht bei einer Einreise aus dem Ausland. Die neuen Freiheiten schüren bei vielen noch nicht Geimpften nur noch mehr den Wunsch, ebenfalls schnellstmöglich „dran“ zu kommen.

Doch noch immer gibt es nicht genug Impfstoff für alle Impfwilligen - das bekommen selbst diejenigen zu spüren, die laut Impfpriorisierung bereits zu einer Corona-Impfung berechtigt sind. In Impfzentren sind die Termine häufig schon Wochen im Voraus ausgebucht, in vielen Fällen kann man manchmal nur durch Glück noch einen abgesagten Termin erhaschen.

Corona-Impfung beim Hausarzt: Patienten lassen Termine mit Astrazeneca-Impfstoff sausen

Und auch Hausärzte, die beispielsweise in NRW den Impf-Turbo ankurbeln sollen, klagen darüber, nicht genug Impfstoff (vor allem von Biontech) für alle Patienten zu erhalten. Viele fühlen sich gar als „Resteverwerter“ der Impfzentren. Und nun sollen Hausärzte in NRW sogar noch auf zusätzlichen Biontech/Pfizer-Impfstoff verzichten, weil die Ausgabe gedeckelt wird. Kurz: Wer bei Hausärzten auf einer Warteliste steht, wartet oft vergeblich auf den ersehnten Anruf zum Termin.

Hinzu kommt jedoch auch noch, dass ausgemachte Termine bei Hausärzten teilweise nicht eingehalten werden, wenn nicht der gewünschte Impfstoff zur Verfügung steht. So verfällt kostbares Vakzin. Das ist nicht nur unnötig, sondern auch ärgerlich für diejenigen, die noch keine Möglichkeit hatten, sich impfen zu lassen (alle News zur Corona-Pandemie im Live-Ticker auf RUHR24).

Termin für die Corona-Impfung schnell bekommen: Unternehmer aus München entwickelt Internet-Seite

Der Münchner Johannes Gerster (39) will die Problematik nun lösen: Mehr Impfstoff kann der Unternehmer zwar nicht beschaffen, doch mit einer neuen Plattform will er es möglich machen, dass Impfwillige schneller einen Impftermin bei einem Hausarzt bekommen und diese wiederum keine übriggebliebenen Dosen mehr wegwerfen müssen. So würde auch der Impfprozess noch einmal beschleunigt werden.

Auf der Online-Plattform sofort-impfen.de können sich seit Donnerstag (6. Mai) Impfwillige und Ärzte unter ihrer jeweiligen Postleitzahl registrieren. Zuerst berichtete Bild darüber. Die Idee dazu soll dem Start-up-Gründer tatsächlich erst vor zwei Wochen gekommen sein. Mithilfe von Freunden sei dann in kürzester Zeit die Website entstanden (hier mehr Artikel zum Coronavirus in NRW bei RUHR24 lesen).

Corona-Impfung: Termin online auf neuer Website ausmachen - Impfquote würde erneut steigen

Für Impfwillige genügt die E-Mail-Adresse zur Registrierung, weitere Daten müssen nicht eingegeben werden. Ärzte registrieren sich mit ihren Praxisdaten und erhalten dann Zugang zu einer persönlichen Terminverwaltung.

Das Terminvergabe-Prinzip ist simpel: Sobald Ärzte eine Impfdosis übrig haben, können sie sich mit Impfinteressenten aus ihrer Umgebung vernetzen, diese erhalten dann eine E-Mail mit allen Informationen. Auch der Impfstoff soll dabei genannt werden.

Sollten Zeitpunkt und Impfstoff passend sein, kann der Termin direkt bestätigt werden, erklärt auch msl24.de*. Der Arzt soll von der Website keine Daten des Impfinteressenten erhalten, sondern nur einen Buchungscode. Der Termin für die Zweitimpfung soll dann direkt in der Praxis vergeben werden. Wer in der Zwischenzeit bereits woanders einen Termin gefunden hat, kann sich auch wieder von der Warteliste entfernen lassen.

Auch im Impfzentrum in Essen haben tausende Menschen ihren Impftermin nicht wahrgenommen.

Corona: Impftermine sind heiß begehrt - Hausärzte können jetzt auf Online-Tool zurückgreifen

Derzeit steckt das Projekt laut Gründer Johannes Gerstner noch in den Kinderschuhen, das bedeutet: Die Datenbank muss erst noch gefüllt werden. Doch schon jetzt verzeichne die Website sechsstellige Zugriffszahlen auf den Server und mehrere Tausend Neuregistrierungen pro Stunde.

Die sogenannte „Matchingfunktion“ wird deshalb etwa ab Ende der kommenden Woche zur Verfügung stehen. Direkt im Anschluss sollen aber auch bereits die ersten Impftermine ausgemacht werden können, so der Gründer gegenüber Bild. Spätestens wenn in wenigen Wochen die Impfpriorisierung aufgehoben werden soll - und der „Run“ auf Impftermine dann erwartungsgemäß noch höher wird - kann die Plattform dann ein hilfreiches Tool sein. *msl24.de ist Teil des Redaktionsnetzwerks von IPPEN.MEDIA.

Rubriklistenbild: © Friso Gentsch/dpa

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