Studie der Berliner Charité

Corona-Impfung mit zwei Wirkstoffen: Neue Studie – Forscher deuten Vorteile an

Corona-Impfstoff von Biontech/Pfizer
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Eine Studie aus Berlin liefert neue Erkenntnisse zur Corona-Kreuzimpfung mit Astrazeneca und Biontech.

Wie wirksam ist die Kombination der beiden Corona-Impfstoffe von Astrazeneca und Biontech? Dieser Frage ist die Berliner Charité in einer Studie nachgegangen.

Berlin – Das Thema Corona und die Impfungen gegen das Virus sind nach wie vor in aller Munde. Viele versuchen einen der begehrten Impftermine zu bekommen. Und auch über die verschiedenen Impfstoffe wurde in den vergangenen Woche gegenwärtig viel gesprochen. Dabei ging es allen voran um den Corona-Impfstoff von Astrazeneca.

Impfstoffegegen das Coronavirus
VektorimpfstoffAstrazeneca
mRNA-Impfstoff Biontech/Pfizer

Gefahr durch Astrazeneca-Erstimpfungen bei Jüngeren: Stiko empfiehlt Kreuzimpfung mit Biontech

Nach dem Bekanntwerden von seltenen, aber schweren Komplikationen in Form von gefährlichen Hirnvenenthrombosen nach Astrazeneca-Erstimpfungen vor allem bei Jüngeren, hatte die Ständige Impfkommission (Stiko) Anfang April die Empfehlung ausgesprochen, Corona-Impfungen mit Astrazeneca nur noch an über 60-Jährige zu verabreichen.

Die Jüngeren, die bis dahin schon eine erste Dosis Astrazeneca erhalten hatten, sollen laut Stiko-Empfehlung bei der zweiten Impfung die Impfstoffe von Biontech/Pfizer oder Moderna erhalten. Viele Impfwillige haben deshalb das Vakzin von Biontech als zweite Impfdosis bekommen (weitere Nachrichten zu Corona in NRW auf RUHR24).

Studie zur Kreuzimpfung mit Astrazeneca und Biontech: Ergebnisse über Wirksamkeit

In diesen Fällen spricht man von einer sogenannten Kreuzimpfung. Denn dabei wird der Vektorimpfstoff des schwedischen Herstellers Astrazeneca mit dem mRNA-Impfstoff von Biontech vermischt. Daten zur Wirksamkeit der Kombination der beiden Präparate gab es jedoch bisher kaum. Eine Studie der Berliner Charité gibt nun Aufschluss darüber.

Der Charité-Wissenschaftler Leif Erik Sander und sein Team haben für die aktuelle Studie Daten von rund 340 Mitarbeitern des Gesundheitswesens verglichen. Sie alle wurden im Zeitraum zwischen Ende 2020 und dem 21. Mai gegen das Coronavirus geimpft. Eine Gruppe erhielt demnach zweifach den Biontech-Impfstoff im Abstand von drei Wochen. Die zweite Gruppe hatte ihre Erstimpfung gegen Corona mit Astrazeneca, die Zweite mit Biontech.

Die Berliner Charité in Berlin-Mitte.

Forscher aus Berlin machen überraschende Ergebnisse zur Wirksamkeit bei Kreuzimpfung

In ihrer Auswertung kamen die Forscher zu überraschenden Ergebnissen. Laut derer habe eine Impfserie mit Astrazeneca-Erstimpfung und Biontech-Zweitimpfung für die Geimpften keine Nachteile bei der Wirksamkeit oder Verträglichkeit.

Eine Kombination der Präparate in einem Abstand von zehn bis zwölf Wochen sei laut der Studie gut verträglich und rufe vergleichbare Immunantworten wie eine Impfserie mit zweimal Biontech/Pfizer hervor, schrieb Leif Erik Sander von der Berliner Chrité auf Twitter.

Corona-Erstimpfung mit Astrazeneca: Forscher sprechen von vielversprechender Immunantwort

Um weitere Erkenntnisse über die Wirksamkeit der Impfstoffe und Kombinationen zu erlangen, untersuchte das Wissenschaftler-Team außerdem das Blut einiger Studienteilnehmenden nach der abgeschlossenen Impfung auf Antikörper und bestimmte Immunzellen, die T-Zellen.

Laut der Studie sprechen die Ergebnisse hierbei für eine vergleichbare Immunantwort. Bei den T-Zellen waren die Werte demzufolge sogar etwas vielversprechender, wenn die Teilnehmenden zuerst Astrazeneca erhalten hatten.

Karl Lauterbach über Kreuzimpfung-Studie: „Die Kombination kann man empfehlen“

Auch der SPD-Gesundheitsexperte Karl Lauterbach äußerte sich bei Twitter zu den Ergebnissen aus Berlin: „Diese Kombi wird gut vertragen und wirkt noch etwas stärker als doppelte BionTech Impfung. Die Kombination kann man empfehlen.“ Die Forscher selbst geben jedoch zu Bedenken, dass es sich bei der Studie zunächst um Zwischenergebnisse handelt. Bedeutet: Diese wurden noch nicht von unabhängigen Fachleuten begutachtet.

Eine weitere Studie hatte sich kürzlich mit den Nebenwirkungen bei einer Kreuzimpfung mit Astrazeneca und Biontech beschäftigt. Laut den Ergebnissen von Forschern der Universität Oxford soll es keinen Unterschied machen, in welche Reihenfolge die unterschiedlichen Vakzine verimpft wurden. An der Studie haben insgesamt 830 Freiwillige im Alter von über 50 Jahren teilgenommen.

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