Anreiz für Schutz

Corona-Impfung: Erste Firmen werben Skeptiker mit Geschenken an

Ein Stück mehr Normalität ist für viele ein schon ein Anreiz für eine Corona-Impfung. Firmen werben aktuell aber auch mit Belohnungen für Geimpfte.

Dortmund - Nach der Impfung noch eine Gratis-Pizza oder kostenlos Donuts abholen? In einigen Ländern ist das Realität. Viele Firmen locken nach der Spritze mit Belohnungen. Könnte das auch bald in Deutschland der Fall sein?

KrankheitCoronavirus, Covid-19
ErregerSars-CoV-2
Symptome (unter anderem)Fieber, trockener Husten, Müdigkeit

Belohnungen nach der Corona-Impfung: viele Anreize in den USA

Besonders viele Belohnungen winken in den USA, wie die WAZ berichtet. Dort gehen die Impfungen zwar verhältnismäßig zügig voran, laut Umfragen will sich aber jeder fünfte Erwachsene in den USA gar nicht erst gegen das Coronavirus impfen lassen. Aktuell haben in den USA rund 55 Prozent eine erste Impfdosis erhalten. In Deutschland sind es knapp 30 Prozent.

Unternehmen, Museen und ganze Bundesstaaten bieten deshalb besondere Anreize. Aber wie genau sehen die aus?

Die amerikanische Donut-Kette „Krispy Kreme“ etwa belohnt gegen Geimpfte mit einem Donut. Voraussetzung hier ist, dass dieser noch am Impftag abgeholt und ein Impfausweis vorgezeigt wird. Viele weitere Firmen in New York verschenken außerdem Käsekuchen und Hot Dogs am Tag der Impfung.

Corona-Impfung: Welche Belohnungen winken können

Auch in Israel sind Lebensmittel der Renner unter den Impf-Belohnungen: wie die FAZ berichtet, gab es dort nach einer Impfung sogar von den Behörden eine Gratis-Pizza. Die Aktion scheint zu funktionieren, denn schon im Februar hatte Israel laut Nordkurier eine Impfquote von 70 Prozent. In Russland sollen vermehrt Gutscheine als Impf-Belohnung verteilt werden.

Der US-Bundesstaat West Virginia greift zu noch höheren Belohnungen. Hier erhalten alle 16- bis 35-Jährigen nach der Impfung Wertpapiere von 100 US-Dollar (umgerechnet rund 83 Euro). Wer in dieser Altersgruppe schon geimpft wurde, soll die Belohnung sogar rückwirkend erhalten. Das Naturkundemuseum in New York bietet an, sich unter einer 30 Meter langen Nachbildung eines Blauwals impfen zu lassen. Danach dürfen die Geimpften kostenlos in das Museum.

Erste Arbeitergeber belohnen ihre Angestellten ebenfalls nach der Corona-Impfung. Wie Merkur.de* berichtet, zahlt der Discounter Lidl seinen Angestellten in den USA 200 Dollar nach der Corona-Impfung.

Gibt es auch in Deutschland Belohnungen nach der Corona-Impfung?

Aber wie sieht die Lage in Deutschland aus? Derzeit sind noch keine Unternehmen oder Kultureinrichtungen bekannt, die mit Belohnungen nach der Corona-Impfung werben. Das könnte daran liegen, dass derzeit noch eine Impf-Priorisierung herrscht und sich ohnehin noch nicht jeder impfen lassen. Das ändert sich aber ab Juni.

Die Aussicht auf einen milden Corona-Verlauf und die Rückkehr in die Normalität ohne Lockdown könnten aber Anreiz genug sein. Nur eine indirekte Belohnung gilt bereits: Seit dem 3. Mai haben geimpfte Personen in NRW wieder deutlich mehr Freiheiten. Sie werden behandelt wie Personen, die einen aktuellen negativen Corona-Test vorlegen können.

Corona-Impfung ist wichtig für Herdenimmunität

Apropos Freiheiten: Die könnte es verstärkt wieder geben, wenn die Herdenimmunität erreicht ist. Diese soll laut Experten erreicht sein, wenn mindestens 70 bis 85 Prozent der Bevölkerung geimpft ist. In Deutschland könnte das mit der Aufhebung der Impfpriorisierung bald so weit sein. Denn laut Umfragen sind rund drei Viertel der Menschen bereits, sich impfen zu lassen.

Allerdings sinkt gleichzeitig das Vertrauen in die Impfstoffe. Immer gibt es Berichte über – äußerst seltene – Nebenwirkungen. Nachdem Astrazeneca mit einem möglichen Zusammenhang zu einer Hirnvenenthrombose für Aufsehen gesorgt hatte, machte zuletzt auch der Impfstoff von Biotech Schlagzeilen. Nach der Verabreichung sollen in Israel Herzmuskelentzündungen aufgetreten sein. Deutsche Experten sehen aktuell aber keinen Grund zu Sorge, da kein direkter Zusammenhang zwischen der Impfung und den Herzmuskelentzündungen festgestellt werden konnte. *Merkur.de ist Teil des Redaktionsnetzwerks von IPPEN.MEDIA.

Rubriklistenbild: © Klaus-Dietmar Gabbert/dpa

Mehr zum Thema