So gibt es einen Neuen

Corona-Impfungen: Impfpass verloren? Was jetzt zu tun ist

Wegen der aktuellen Corona-Impfungen wird der Impfpass dringend benötigt. Doch was tun, wenn das Dokument verschwunden ist?

Nordrhein-Westfalen - Seit die Coronavirus-Impfungen Ende Dezember in Deutschland begonnen haben, suchen vermutlich einige Menschen ihren lang verschollenen Impfpass. Doch keine Sorge: Es ist möglich, einen neuen Impfausweis zu bekommen. Wir sagen, wie das funktioniert.

DokumentImpfpass
ZweckNachweis über Impfungen, die eine Person erhalten
VorgabenErhalt bei Geburt, nach den Richtlinien der WHO

Impfpass verschwunden: So bekommt man eine neue vollständige Version

Grundsätzlich gilt: Der Impfpass ist ein wichtiges, internationales Dokument, welches immer an einem sicheren Ort aufbewahrt werden sollte. Er gibt Auskunft über schon erhaltene Impfungen und deren Datum. Daher ist er auch wichtig, denn nicht alle Impfungen halten ein Leben lang und müssen erneuert werden. Dazu zählen beispielsweise Tetanus und Diphtherie. Auch Reiseimpfungen werden in den Impfpass eingetragen.

Aber was, wenn der Impfausweis über die Jahre verschollen ist und sich nicht mehr so leicht finden lässt? Das ist zunächst kein allzu großes Problem. Der Hausarzt kann auf Anfrage einen neuen Impfpass ausstellen.

Impfpass verschwunden: Reiseimpfungen können nachgetragen werden

Jedoch kann man den die darin eingetragenen Informationen nicht immer wiederherstellen. Die meisten Erst-Impfungen werden beim Kinderarzt oder Hausarzt gemacht. Diese sollten grundsätzlich Aufzeichnungen darüber haben, wann relevante Impfungen bei Patienten stattgefunden haben. Allerdings kann es natürlich, sein dass ihre Praxen mittlerweile geschlossen haben. In diesem Fall kommt man nicht mehr an die Impfdaten.

Sollte dies der Fall sein, müssen die Impfungen nachgeholt werden: „Was nicht dokumentiert ist, sollte als nicht durchgeführt gedeutet werden“, sagt Dr. Britta Reckendrees, Impf-Expertin bei der Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung (BZgA). Das rät auch die Ständige Impf-Kommission, die auch über die aktuellen Coronavirus-Impfungen berät. Nur dann könne der Patient auch bestmöglich geschützt werden (alle Informationen zum Coronavirus in NRW auf RUHR24.de).

Coronavirus-Impfungen: Impfpass verschwunden? Ein Bluttest kann helfen

In manchen Fällen kann es sein, dass eine erneute Verabreichung eines Impfstoffes zu Komplikationen kommen könnte, beispielsweise bei einem geschwächten Immunsystem. Dann können Bluttest die schon vorhandenen Antikörper bestimmen. Dies kann dann auch im Impfpass vermerkt werden.

Jedoch ist es grundsätzlich nicht schlimm, wenn man Impfungen doppelt bekommt: „Impfungen können Sie fast beliebig oft wiederholen, ohne dass eine große Gefahr besteht“, sagt Dr. Nikolaus Frühwein, Facharzt für Allgemeinmedizin und Impfexperte, gegenüber der Apothekenumschau. Allerdings ist er natürlich besser, wenn sie so erfolgen, wie empfohlen. Daher sollte der Impfpass immer schnell auffindbar aufbewahrt werden. Zum Beispiel bei anderen wichtigen Unterlagen wie der Geburtsurkunde oder der Versicherungsnummer.

Impfpass verschwunden: Digitale Version soll das Problem lösen

Ein digitales Impfdokument würde das Drama um den verlorenen Impfpass erleichtern, wenn nicht sogar komplett eliminieren. Auch die aktuelle Situation der Corona-Impfungen regt die Diskussionen zu einem digitalen Impfausweis an. So soll die Bundesregierung bereits über Umsetzungsmöglichkeiten sprechen.

Zudem könnte der elektronische Impfausweis eine Erweiterung der digitalen Patientenakte, die auch schon Arbeitsunfähigkeitsbescheinigungen enthält, werden. Auch große Firmen wie Microsoft oder Oracle arbeiten bereits an einer sicheren Umsetzung eines digitalen Impfpasses.

Da es sich hierbei um sensible Gesundheitsdaten handelt, ist es wichtig, dass die Sicherheit der Daten gewährleistet ist. Außerdem ist noch fraglich, ob und wie ausländische Behörden diese Version anerkennen. Daher können Verbraucher vermutlich erst ab 2022 mit dem digitalen Impfpass rechnen.

Rubriklistenbild: © Andreas Arnold/ dpa

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