Ankündigung Spahns

Corona-Impfungen bald auch beim Hausarzt möglich – das plant der Bundesgesundheitsminister

Die Hausärzte sollen nach Bundesgesundheitsminister Jens Spahn (40, CDU) bald auch in ihren Praxen impfen können. Der genaue Termin dafür steht aber noch nicht fest.

Deutschland – Patienten sollen sich nach aktuellen Aussagen von Bundesgesundheitsminister Jens Spahn (40, CDU) bald auch bei ihrem Hausarzt impfen lassen können. Derzeit sind Corona-Impfungen nur in den Impfzentren möglich. Auf eine genaue Zeitangabe legt der CDU-Politiker sich bei seiner Ankündigung allerdings nicht fest (alle Infos zum Coronavirus in NRW auf RUHR24.de).

BundesgesundheitsministerJens Spahn (40)
politische ParteiChristlich Demokratische Union Deutschlands (CDU)
im Amt seit:14. März 2018

Impfungen in Arztpraxen: Bayerns Ministerpräsident schlägt neues Vorgehen vor

Bayerns Ministerpräsident Markus Söder (CSU) war mit seiner Aussage in Bezug auf das Impfen in Arztpraxen bereits vorgeprescht: „Sinnvoll wäre es“, so Söder gegenüber dem Redaktionsnetzwerk Deutschland (RND), „Astrazeneca gleich über die Ärzteschaft zu verimpfen. Denn wir sollten so rasch wie möglich alles verimpfen, was geht.“

Hintergrund von Markus Söders Vorschlag ist die Tatsache, dass deutschlandweit mehr als 1 Million Impfdosen des Vakzins von Astrazeneca ungenutzt sind. Der Impfstoff steht wegen einer vermeintlich geringeren Wirksamkeit sowie wegen vermehrten Berichten von Nebenwirkungen in der Kritik.

Diskussionen um Impfstoff: Mediziner werben für Astrazeneca

Für viele Mediziner unberechtigt, denn das Vakzin konnte schwere Verläufe von Covid-19 in Studien vermeiden. So betonen beispielsweise sowohl Virologe Christian-Drosten (48) als auch SPD-Gesundheitsexperte Karl Lauterbach (58), Astrazeneca sei kein „Impfstoff zweiter Klasse“. Lauterbach begrüßte gegenüber dem RND auch bereits den Vorschlag Söders.

Auch RKI-Chef Lothar Wieler (60) und Bundesgesundheitsminister Jens Spahn (40, CDU) werben in ihrer gemeinsamen Pressekonferenz am Freitag (26. Februar) für den Impfstoff von Astrazeneca.

Jens Spahn (CDU): Corona-Impfungen in Arzt-Praxen in zwei Schritten ermöglichen

Ebenso wie Markus Söder greift der Bundesgesundheitsminister außerdem das Thema „Impfen in den niedergelassenen Praxen“ auf. Konkret kündigt Jens Spahn an, er plane grundsätzlich ein Vorgehen in zwei Schritten.

Denn noch liege „zu viel Impfstoff in den Kühlschränken“. Außerdem kämen viele Länder an Kapazitätsgrenzen und es sei daher notwendig, zusätzliche Kapazitäten zu schaffen. Viele Bundesländer hätten ihn daher gebeten, die Impfungen in Arztpraxen zuzulassen.

Corona-Impfungen in Arztpraxen: Spahn kündigt Änderung der Impfverordnung an

Das Impfen durch die niedergelassenen Ärzte sollte dabei in der Impfverordnung ausdrücklich geregelt werden, so die Bitte der Länder. Eben das, so Spahn, solle jetzt „zeitnah“ passieren.

Dabei solle auch die Vergütung der Ärzte geregelt werden. Einige Länder hatten bereits begonnen, Personen mit Vorerkrankungen auch in Arztpraxis impfen zu lassen. Dieses Vorgehen auszuweiten sei nun der erste Schritt, so Spahn.

Bundesgesundheitsminister: Praxen sollen „baldestmöglich“ in die Impfkampagne eingebunden werden

Im nächsten Schritt sollen dann „baldestmöglich“ auch die Praxen insgesamt, „regelhaft“ in die Impfkampagne mit eingebunden werden, kündigt der Minister an. Einen konkreten Termin nennt er dabei nicht – weder für den ersten, noch für den zweiten Schritt. Zu vermuten ist, dass er sich noch auf keinen Termin einlassen will, den er später nicht halten kann.

Denn für das schleppende Vorankommen mit den Impfungen war der Minister zuvor immer wieder in die Kritik geraten. Gerade erst kam es außerdem zu einer Verzögerung bei den eigentlich ab März geplanten Schnelltests. Am Mittwoch (24. Februar) hatte Spahn bereits mit der überraschenden Zulassungen von Selbststests für Schlagzeilen gesorgt.

Corona-Impfungen beim niedergelassenen Arzt – Vorbereitungen laufen

Das regelhafte Impfen in Praxen sei grundsätzlich an die eintreffenden Liefermengen gekoppelt, so der Gesundheitsminister. Lieferketten vom Großhandel über die Apotheken bis in die Praxen würden bereits aufgebaut, erklärte Spahn.

Man sei außerdem auch schon in den weiteren Vorbereitungen. So führe man beispielsweise Gespräche mit den Ländern und den Ärzten.

Rubriklistenbild: © Wolfgang Kumm

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