Kampf gegen Covid-19

Corona-Impfung nicht nur beim Hausarzt: Termine bei ausgewählten Fachärzten ausmachen

Wer sich in Deutschland gegen das Coronavirus impfen lassen möchte, wählt dafür den Weg zum Impfzentrum oder zum Hausarzt. Aber auch andere Ärzte dürfen impfen.

NRW – Seitdem die Impfpriorisierung für den Impfstoff von Astrazeneca Anfang Mai aufgehoben wurde, können sich sämtliche Personengruppen – auch solche, die noch längst nicht dran gewesen wären – damit gegen das Coronavirus impfen lassen. Was die wenigsten Menschen jedoch wissen: Nicht nur Hausärzte dürfen den Impfstoff spritzen, sondern auch mehrere Fachärzte.

BundeslandNRW
LandeshauptstadtDüsseldorf
MinisterpräsidentArmin Laschet (CDU)

Corona-Impfung in NRW: Vorteile und vollständiger Schutz für vollständig Geimpfte

Corona-Impfungen gelten als große Hoffnung auf eine Rückkehr zur Normalität nach anderthalb Jahren Pandemie. Und aktuelle Zahlen belegen: Die Impfbereitschaft ist in Deutschland so hoch wie nie. Laut Angaben des Robert-Koch-Instituts wollen sich aktuell 72,6 Prozent der befragten Deutschen „auf jeden Fall“ impfen lassen. Nur etwa 4,4 Prozent der Befragten wollen den Pieks derzeit „auf keinen Fall“.

Dass die Impfbereitschaft steigt, ist wenig verwunderlich. Wer in NRW vollständig gegen das Coronavirus geimpft ist, hat nicht nur einen sicheren Schutz vor Covid-19, sondern genießt seit dem 9. Mai wieder mehr Grundrechte: keine Kontaktbeschränkungen, keine Ausgangssperre, keine Testpflicht in Geschäften oder Restaurants sowie das Aufheben der Quarantänepflicht bei Einreisen aus dem Ausland (Virusvarianten-Gebiete ausgeschlossen).

Corona-Impfung in NRW: Impfungen mit Astrazeneca und Johnson & Johnson beim Arzt

Aktuell (Stand 25. Mai) sind in NRW 7,68 Millionen Menschen einmal und 2,38 Millionen Menschen vollständig gegen das Coronavirus geimpft. Und jeden Tag kommen zehntausende neue Impfungen dazu. Die Impfkampagne hatte zuletzt ordentlich an Fahrt aufgenommen - unter anderem wegen des Aufhebens der Impfpriorisierung von Astrazeneca und Johnson & Johnson.

Seit Anfang Mai können sich sämtliche Personen unter 60 Jahren unabhängig von ihrer Prio-Gruppe mit dem Impfstoff von Astrazeneca in den Arztpraxen impfen lassen. Und seit Kurzem auch mit dem Impfstoff von Johnson & Johnson. Voraussetzung dafür ist allerdings eine „Risikoanalyse“ sowie eine „sorgfältige Aufklärung durch den impfenden Arzt oder die impfende Ärztin“, heißt es auf der Website des Landes NRW (alle News zum Coronavirus in NRW auf RUHR24).

Impfungen mit Astrazeneca und Johnson & Johnson nicht in den Impfzentren

In der Vergangenheit waren mehrere Fälle seltener Hirnvenenthrombosen insbesondere bei jüngeren Menschen festgestellt worden, weshalb die Impfung mit Astrazeneca anschließend nur noch für Personen ab 60 Jahren empfohlen wurde.

Weil die Nachfrage allerdings so gering war und viele Impfdosen liegen blieben, entschied die Landesregierung, Astrazeneca für alle Personengruppen freizugeben. Die Impfungen finden allerdings nicht in den Impfzentren, sondern in den Arztpraxen statt. Deshalb werden die Termine dafür auch nicht über die Kassenärztliche Vereinigung vergeben, sondern direkt mit den Ärzten vereinbart.

Corona-Impfung in NRW: Welche Fachärzte jetzt gegen das Coronavirus impfen

Allerdings dürfen nicht, wie von vielen Impfwilligen angenommen, nur Hausärzte impfen, sondern auch spezielle Fachärzte. Ein Anruf lohnt sich unter anderem bei den folgenden Medizinern:

  • Gastroenterologen
  • Hals-Nase-Ohren-Ärzte
  • Frauenärzte
  • Kinderärzte
  • Urologen

Die Teilnahme der Arztpraxen an der landesweiten Impfkampagne ist freiwillig. Eine gesetzliche Pflicht gibt es nicht. Deshalb kann es unter Umständen sogar sein, dass kein Facharzt in der Nähe des eigenen Wohnortes Corona-Impfungen macht. Eine längere Anfahrt ist in solchen Fällen möglich.

Corona-Impfung beim Arzt: Impf-Reihenfolge gilt auch beim Fachmediziner

Achtung: Das Impfen ohne Priorisierung ist in den Arztpraxen aktuell nur mit den Impfstoffen von Astrazeneca oder Johnson & Johnson möglich. Wer einen anderen Impfstoff möchte, wie etwa den von Biontech, muss sich gedulden. Denn alle Fachärzte sind weiterhin angehalten, sich an die Impf-Reihenfolge zu halten. Erst ab dem 7. Juni wird die Priorisierung deutschlandweit aufgehoben und alle Personen können einen Termin vereinbaren.

Impfungen bei den Fach- und Hausärzten sollen auch nach dem 7. Juni weiterhin möglich sein. Jedoch ist aufgrund der steigenden Nachfrage mit langen Wartezeiten zu rechnen.

Rubriklistenbild: © Christoph Schmidt/dpa

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