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Corona-Lockerungen für Geimpfte und Genese: Was ab jetzt wieder erlaubt ist

Coronavirus Impfung
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Vollständig gegen das Coronavirus geimpfte Personen können sich ab Sonntag (9. Mai) über erste Freiheiten freuen.

Vollständig gegen Corona Geimpfte und Genesene in ganz Deutschland können sich ab Sonntag (9. Mai) freuen: Für sie treten erste Lockerungen in Kraft. Alle neuen Regeln im Überblick.

NRW - Mit der Zustimmung des Bundesrats am Freitag (7. Mai) war es beschlossene Sache: Die ersten Lockerungen für Corona-Geimpfte und Genesene treten in Kraft. Was NRW und viele andere Bundesländer eigentlich schon vergangene Woche eingeführt hatten, gilt ab Sonntag (9. Mai) in ganz Deutschland. Alle neuen Freiheiten für Geimpfte und Genesene im Überblick.

PandemieCOVID-19-Pandemie
ErregerSARS-CoV-2
Erstes Auftreten31. Dezember 2019
UrsprungVolksrepublik China
Fälle in Deutschland (Stand: 8. Mai 2021)3,52 Millionen

Corona-Pandemie: Bundesweite Lockerungen für Geimpfte und Genesene treten ab Sonntag (9. Mai) in Kraft

Lange wurde debattiert und gemunkelt, ob vollständig gegen das Coronavirus geimpfte Personen doch schon früher in den Genuss von Lockerungen kommen würden. Nun hat der Bund die COVID-19-Schutzmaßnahmen-Ausnahmenverordnung beschlossen.

Das bedeutet: Bestimmte Einschränkungen, die das Infektionsschutzgesetz zur Eindämmung der Pandemie vorsieht, gelten für Geimpfte und Genesene ab Sonntag (9. Mai) nicht mehr. Bis auf Hamburg haben jedoch alle Bundesländer ohnehin schon entweder bereits Lockerungen umgesetzt oder sie geplant - in NRW gelten Lockerungen für Geimpfte beispielsweise seit vergangenem Montag (4. Mai).

Corona-Impfung: Über diese Lockerungen können sich Geimpfte und Genesene ab Sonntag (9. Mai) freuen

Grund für die Lockerungen für Geimpfte und Genesene seien laut Bundesregierung „die zunehmenden wissenschaftlichen Belege dafür, dass von Geimpften und Genesenen eine erheblich geringere Ansteckungsgefahr ausgeht. Es geht darum, Eingriffe in Grundrechte, die nicht mehr gerechtfertigt sind, aufzuheben.“

Die Lockerungen seien „ein ganz wichtiger Schritt hin zu mehr Normalität“, kommentierte Bundesjustizministerin Christine Lambrecht den Beschluss - und spricht damit sicher den meisten Betroffenen aus der Seele. Denn für sie fallen ab Sonntag diese Corona-Regeln, die das Leben der vergangenen Monate bestimmt haben, weg:

  • Kontaktbeschränkungen,
  • Ausgangsbeschränkungen,
  • Beschränkungen beim kontaktlosen Individualsport,
  • Zugang ohne Test, z.B. zum Friseur, in Geschäfte oder in den Zoo,
  • Ausnahmen von Quarantänepflichten, außer bei einer Einreise aus Virusvarianten-Gebieten.

Impfung gegen Corona: Keine Kontakt- und Ausgangsbeschränkungen für Geimpfte und Genesene

Das bedeutet konkret: Für Geimpfte und Genesene gelten ab (spätestens) ab Sonntag (9. Mai) keine Kontakt- und Ausgangsbeschränkungen mehr. Bei privaten Treffen müssen geimpfte und genesene Personen außerdem nicht mehr mitgezählt werden. Auch nächtliche Ausgangsbeschränkungen entfallen für diese Personengruppen (mehr Artikel zum Coronavirus in NRW bei RUHR24 lesen).

Zudem müssen Geimpfte und Genesene keinen aktuellen negativen Corona-Test mehr vorlegen, zum Beispiel zum Einkaufen in Geschäften oder beim Friseur. Auch in Schulen würde für diese Personen die Testpflicht wegfallen, allerdings werden Schüler bislang kaum geimpft. Und: Kontaktloser Individualsport ist je nach Bundesland für Geimpfte und Genesene nicht mehr nur allein, zu zweit oder mit Angehörigen des eigenen Haushalts möglich.

Video: Corona-Impfung: Worauf man danach achten sollte

Corona-Lockerungen in Restaurants, Hotels und Fitness-Studios: SPD-Politikerin macht Geimpften Hoffnung

Für viele Geimpfte aber die wichtigste und am meisten ersehnte Corona-Lockerung in Bezug auf den Sommerurlaub: Keine Quarantäne-Pflicht mehr bei einer Rückkehr aus dem Ausland. Ausgenommen von der Quarantäne-Lockerung sind die sogenannten Virusvarianten-Gebiete.

Doch wie sieht es mit weiteren Lockerungen, beispielsweise in Bezug auf Fitness-Studios, Hotels oder die Gastronomie, aus? Diesbezüglich trifft die neue Verordnung noch keine Festlegungen. Bundesjustizministerin Lambrecht macht jedoch Hoffnung: „Wenn die Infektionszahlen weiter sinken, werden zügig weitere Schritte folgen“, so SPD-Politikerin.

Wichtig zu beachten ist bei allen Lockerungen jedoch: Geimpfte und Genesene müssen weiterhin (noch) einen Mund-Nasen-Schutz tragen und Abstandsgebote einhalten (alle News zum Coronavirus im Live-Ticker auf RUHR24).

Corona-Impfung: Lockerungen für Geimpfte und Genesene - was bedeutet das überhaupt?

Aber was bedeutet überhaupt „vollständig geimpft“ und „genesen“? Als vollständig geimpft gilt man laut Bundesregierung automatisch 14 Tage nach der letzten Impfung: Bei den Impfstoffen von Biontech/Pfizer, Moderna und Astrazeneca sind derzeit zwei Impfungen notwendig, beim Vakzin von Johnson&Johnson reicht eine Impf-Dosis. Der vollständige Impfschutz muss beispielsweise durch den gelben Impfpass nachgewiesen werden.

Astrazeneca ist nun für alle Altersgruppen freigegeben.

Als „genesen“ gelten hingegen Personen, die eine Corona-Infektion hinter sich haben, welche mindestens 28 Tage, aber höchstens sechs Monate zurückliegt. Um von den Lockerungen Gebrauch machen zu können, muss die überstandene Corona-Infektion in Form eines PCR-Tests nachgewiesen werden.

Liegt die Corona-Infektion jedoch mehr als sechs Monate zurück und ist die betroffene Person noch nicht vollständig geimpft, können keine Lockerungen in Anspruch genommen werden.

Corona-Impfung in Deutschland und NRW: Laschet mahnt vollständig Geimpfte zu Zurückhaltung

Des einen Freud ist des anderen Leid: Menschen, die aufgrund der Impf-Priorisierung noch keine Möglichkeit hatten, ein Impf-Angebot zu erhalten, schauen weiter in die Röhre. Alena Buyx, Vorsitzende des Deutschen Ethikrates, Alena Buyx, hat deshalb bereits vor einer Spaltung der Gesellschaft gewarnt.

Und auch NRW-Ministerpräsident Armin Laschet (CDU) hat im Bundesrat vollständig geimpfte Menschen zu einem „verantwortungsvollen Umgang mit dem eigenen Glück“ aufgerufen. Wenn vollständig Geimpfte anderen Menschen begegneten, „die noch auf die Impfung hoffen“, sollten sie ihnen mit einer „Geste des Respekts“ begegnen und nicht mit „triumphalen Überschwang“.

Berlins Regierender Bürgermeister Michael Müller (SPD) zweifelt außerdem an der Umsetzbarkeit: „Das wird verdammt schwer, es zu kontrollieren“, so der SPD-Politiker im Deutschlandfunk.

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