Einzelhandel, Friseur und mehr

Jens Spahn kündigt Corona-Hammer an: Mehr Freiheiten für Geimpfte

Wer sich gegen Corona impfen lässt, könnte bald schon mehr Freiheiten als andere haben. Das kündigte Gesundheitsminister Jens Spahn an.

Dortmund – Vieles im öffentlichen Leben ist aktuell gar nicht oder nur unter bestimmten Bedingungen möglich. Wer beispielsweise Shoppen will, kann das in NRW nur mit „Click & Meet“ und einem negativen Corona-Test. Diese Regelung und weitere Einschränkungen könnten bald Geschichte sein. Allerdings nur für Geimpfte.

KrankheitCoronavirus, Covid-19
ErregerSars-CoV-2
Symptome (unter anderem)Fieber, trockener Husten, Müdigkeit

Mehr Rechte für Corona-Geimpfte: Spahn kündigt Änderungen an

Denn Gesundheitsminister Jens Spahn (CDU) kündigte jetzt gegenüber Bild am Sonntag an, dass geimpfte Personen mehr Freiheiten zurückerhalten könnten. „Wer geimpft ist, kann ohne weiteren Test ins Geschäft oder zum Friseur“, so Spahn. Voraussetzung sei dabei eine vollständige Impfung – alle Dosen müssten dabei verabreicht worden sein.

Nach Einschätzung des Robert Koch-Instituts (RKI) müssten vollständig Geimpfte auch nicht mehr in Quarantäne, wenn es in ihrem Umfeld einen Verdachtsfall mit dem Coronavirus gibt.

Die Grundlage von Spahns Vorschlag sind neue Erkenntnisse des RKI. In der Auswertung, die auch der Deutschen Presse-Agentur (dpa) vorliegt, soll es heißen: „Nach gegenwärtigem Kenntnisstand ist das Risiko einer Virusübertragung durch Personen, die vollständig geimpft wurden, spätestens ab dem 15. Tag nach Gabe der zweiten Impfdosis geringer als bei Vorliegen eines negativen Antigen-Schnelltests bei symptomlosen infizierten Personen.“

Mehr Rechte für Geimpfte erst nach Ende der dritten Corona-Welle

Laut Bild am Sonntag wurde der Bericht des RKI am Samstag (3. April) an die Landesregierungen geschickt. Die Ministerpräsidentenkonferenz soll das Institut um diese Analyse gebeten haben (alle News zum Coronavirus in NRW auf RUHR24.de).

„Wer vollständig geimpft wurde, kann in Zukunft wie jemand behandelt werden, der negativ getestet wurde“, erklärt Spahn. Das Risiko einer Virusübertragung erscheine „nach gegenwärtigem Kenntnisstand in dem Maß reduziert, dass Geimpfte bei der Epidemiologie der Erkrankung wahrscheinlich keine wesentliche Rolle mehr spielen“.

Zuspruch für Spahn: Auch Lauterbach befürwortet Freiheiten für Corona-Geimpfte

Bis der Anstoß tatsächlich durchgesetzt werden kann, dauert es aber noch. Erst wenn die dritte Corona-Welle gebrochen sei und weitere Öffnungsschritte zur Diskussion stehen, käme auch diese Entscheidung zum Tragen. „Wir werden diese Erkenntnisse nun zeitnah in Gesprächen mit den Ländern in die Praxis bringen“, so der Gesundheitsminister.

Der Vorschlag von Spahn erhält bereits Zuspruch von SPD-Gesundheitsexperte Karl Lauterbach. „Ich unterstütze diesen Vorschlag, weil es sich gezeigt hat, dass Geimpfte sich nur noch selten anstecken und sie wahrscheinlich bei Ansteckung nicht mehr ansteckend für andere sind“, sagte Lauterbach dem Redaktionsnetzwerk Deutschland (RND). Er betonte allerdings noch einmal, dass diese Freiheiten erst nach der zweiten Impfung gelten sollten.

Aktuell fordert Lauterbach allerdings auch einen härteren Lockdown. Der Grund: Die britische Corona-Mutante B.1.1.7 breitet sich rasant in Deutschland aus. Sie gilt als ansteckender und damit gefährlicher als die bisher verbreitete Variante.

Rubriklistenbild: © Wolfgang Kumm

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