Neue Erkenntnisse

Corona-Impfung: Ansteckungs-Risiko nach erster Impfung wohl doch sehr gering

Geimpfte Personen übertragen das Coronavirus mit geringerer Wahrscheinlichkeit als Ungeimpfte. Aber gilt das erst nach zwei Impfdosen oder schon nach der ersten?

Dortmund - Die Impfkampagne in Deutschland gegen das Coronavirus schreitet voran. Seit Anfang April können etwa auch Hausärzte ihre Patienten impfen. Aber greift der Schutz wirklich erst nach der zweiten Impfung?

KrankheitCoronavirus, Covid-19
ErregerSars-CoV-2
Symptome (unter anderem)Fieber, trockener Husten, Müdigkeit

Erste Dosis der Corona-Impfung: Risiko für Ansteckung ist geringer

Wie die britische Gesundheitsbehörde Public Health England (PHE) jetzt herausgefunden hat, soll auch schon die erste Impfdosis die Weitergabe des Virus bis zur Hälfte reduzieren. Demnach ist man weniger ansteckend für andere Personen. Das berichtet der Guardian auf Berufung der Forschungsergebnisse des PHE.

Das Virus verbreitet sich also schon durch die erste Impfung wesentlich langsamer. Aber wie steht es um die eigene Ansteckung? Auch dieses Risiko soll laut den Ergebnissen schon nach der ersten Spritze um rund 65 Prozent sinken.

Für die Studie hat die PHE Daten von 57.000 Menschen, die Kontaktpersonen von bereits geimpften Personen sind, ausgewertet. Insgesamt wurden Daten von 24.000 britischen Haushalten gesammelt. Diese wurden dann mit rund einer Million Kontakten von Menschen ohne Corona-Impfung verglichen, wie auch merkur.de* berichtet.

Biontech und Astrazeneca: Erste Dosis von Corona-Impfstoff bereits wirksam

Interessant: Welches Vakzin bei der Impfung gegen das Coronavirus verabreicht wurde, spielt in der Studie keine herausragende Rolle. Wie Guardian berichtet, waren sowohl Erst-Impfungen mit den Vakzinen von Biontech/Pfizer als auch Astrazeneca, das in Deutschland nicht mehr für alle Altersgruppen zugelassen ist, dabei. Menschen die trotz Erst-Impfung mit Covid-19 infiziert wurden, haben das Virus mit einer um 38- bis 49-prozentig geringeren Wahrscheinlichkeit an ihre Angehörigen weitergegeben als Ungeimpfte.

Der Schutz davor, andere anzustecken, wurde bei den meisten Probanden etwa 14 Tage nach Verabreichung der ersten Dosis beobachtet. Und das in allen Altersgruppen, wie die Experten von PHE berichten (alle aktuellen News zum Coronavirus in NRW bei RUHR24).

Egal ob Biontech oder Astrazeneca: Die erste Corona-Impfung sinkt bereits Risiken.

Wie Heidelberg24* berichtet, gehen einige Experten davon aus, dass es bei einem Impf-Wert von 50 Prozent erste Lockerungen in der Corona-Krise geben wird. Auch Karl Lauterbach macht Hoffnung auf frühere Lockerungen.

Genesene erhalten in Deutschland nur eine Dosis der Corona-Impfung

Auch Forscher von der Uni Oxford sind zu einem ähnlichen Ergebnis gekommen. Wie Bild berichtet, sank bei den dortigen Studienteilnehmern das Risiko einer Ansteckung drei Wochen nach der ersten Impfdosis um 65 Prozent, berichtet auch fr.de*.Die Zahl der Infektionen nach der ersten Corona-Impfung, bei denen Menschen auch Corona-Symptome gezeigt haben, ging sogar noch stärker zurück: um immerhin 72 Prozent.

In Deutschland macht sich man den Schutz einer einzelnen Impfdosis bereits zunutze. Menschen, die schon mit Corona infiziert waren, erhalten nach Empfehlung des Robert-Koch-Instituts (RKI) nur eine Impfdosis. „Aufgrund der bestehenden Immunität nach durchgemachter Infektion kommt es durch die einmalige Boosterung durch die Impfung zu einer sehr guten Immunantwort“, begründet das RKI dieses Vorgehen.

Für die Impfung von Genesenen können laut dieser Empfehlung außerdem alle in Deutschland zugelassenen Covid-19-Impfstoffe verwendet werden. Allerdings soll die Corona-Impfung frühestens sechs Monate nach der Genesung von einer Infektion verabreicht werden. *merkur.de, heidelberg24 und fr.dr sind Teil des Redaktionsnetzwerks von IPPEN.MEDIA.

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