Charité-Bericht

Corona: Trotz Impfung an Covid-19 erkranken – neue Studie enthüllt, wer besonders gefährdet ist

Trotz Corona-Impfungen erkranken Menschen an SARS-CoV-2. Wissenschaftler der Charité erforschen, was dahinter steckt.

Dortmund/Berlin – Die Impfungen gegen das Coronavirus schreiten voran. Mittlerweile sind nach offiziellen Angaben des Robert Koch-Instituts (RKI) 48,1 Prozent mit einer Erstimpfung und 25,7 Prozent der Einwohner in Deutschland komplett geimpft.

KrankenhausCharite
StadtBerlin
BerichtGefährdung nach Corona-Impfung

Corona-Impfungen: Wer danach trotzdem weiterhin gefährdet ist

Trotzdem kommt es noch immer zu Ausbrüchen. Zuletzt war dies in einem Pflegeheim in Berlin der Falll, in dem die meisten Bewohner eigentlich komplett geimpft waren. Insgesamt haben sich elf Pflegekräfte (ohne Impfschutz) und 20 Bewohner (vier davon ohne kompletten Impfschutz) infiziert (alle News zu Corona in NRW bei RUHR24).

Wissenschaftler der Berliner Charité, die sich auch mit der Impfung mit zwei Wirkstoffen beschäftigt haben, analysierten diesen Ausbruch nun virologisch und untersuchten die Immunreaktion der Bewohner des Pflegeheims. Die Ergebnisse wurden im Fachblatt Emerging Infectious Diseases und in Auszügen auf der Homepage der Berliner Charité veröffentlicht.

Zwei der vier ungeimpften Bewohner seien in ein Krankenhaus mit schweren Verläufen eingeliefert worden und verstorben. Die anderen Personen hätten Husten und Atemnot als Symptome, aber sonst leichte Verläufe gehabt.

Corona-Impfungen: Forscher der Berliner Charité untersuchen Ausbruch in Pflegeheim

Die Forscher der Berliner Charité haben aus dem Ausbruch im Berliner Pflegeheim folgende Erkenntnisse gezogen: Es habe Anzeichen auf eine verzögerte und leicht reduzierte Immunantwort bei den Bewohnern gegeben. Dementsprechend könne man davon ausgehen, dass die Immunantwort nach der Impfung bei Älteren verzögert ist und nicht das Niveau von Jüngeren erreicht.

Die Berliner Charité in Berlin-Mitte.

Aus dem Grund sei es bei und für ältere Menschen wichtig, sich weiterhin zu schützen. Laut Wissenschaftler der Charité könne man sich nicht alleine auf die Impfung verlassen und müsse auch weiterhin auf Hygienemaßnahmen und Tests achten. Gerade auch unter dem Gesichtspunkt, dass Besucher oder gar Pflegepersonal noch nicht geimpft ist und da es nach und nach zu Corona-Lockerungen kommt.

Die Ständige Impfkommision (Stiko) geht davon aus, dass nicht nur ältere Menschen mit einer verlangsamten oder verringerten Immunität leben müssen. Es habe auch mehrere Studien gegeben, bei der Menschen mit medikamentös gebremsten Immunsystem ebenfalls gefährdet sind. Teilweise würde die Immunantwort auf eine Corona-Impfung gar ganz ausfallen, so Thomas Mertens, Vorsitzender der Stiko gegenüber der Funke Mediengruppe.

Corona-Impfungen: Auch andere Menschen mit angeschlagenem Immunsystem sind weiterhin gefährdet

Aktuell könne man noch keine genaue Zahl sagen. Dennoch würde es Personen geben, die trotz Corona-Impfung weiterhin als gefährdet eingestuft werden sollten:

  • Personen, die eine Organtransplantation hinter sich haben
  • Krebspatienten
  • Rheumapatienten
  • ältere Personen mit schwächerem Immunsystem

Im Umkehrschluss ist davon auszugehen, dass Menschen, die generell ein schwächeres Immunsystem haben, durchaus auch noch nach einer Corona-Impfung gefährdet sind. In Zukunft, dazu laufen aktuell laut Stiko mehrere Studien, könne es deshalb dazu kommen, dass gefährdete Gruppen schneller erneut geimpft werden müssen.

Rubriklistenbild: © Wolfgang Kumm/dpa

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