Mehr als zweimal piksen lassen

Corona-Impfung: Auffrischung nötig – Stiko nennt konkreten Zeitpunkt

Der zweite Piks gegen das Coronavirus wird wohl nicht der letzte sein – davon gehen Experten aktuell aus. Für zuverlässigen Schutz werden weitere Impfungen nötig sein.

Deutschland – Die Frage danach, wie lange der Impfschutz bei vollständig Geimpften anhält, ist noch nicht abschließend geklärt. Es gilt aber als immer wahrscheinlicher, dass wir uns auf weitere Auffrischimpfungen einstellen müssen. Die dritte Impfung werde wohl spätestens 2022 fällig, erklärt der Vorsitzende der Ständigen Impfkommission (Stiko) aktuell.

CoronavirusSars-CoV-2
InfektionskrankheitCovid-19
Häufige SymptomeHusten, Fieber, Schnupfen, Verlust des Geruchs- und Geschmackssinns

Corona-Impfungen: Notwendigkeit von Auffrischimpfungen wird noch untersucht

Noch Anfang Mai hatte Christian Bogdan, Mitglied der Ständigen Impfkommission, verdeutlicht: „Niemand kann derzeit sagen, wie lange der Impfschutz nach zwei applizierten Impfdosen tatsächlich an­hält.“

Wie das Deutsche Ärzteblatt berichtet, sagte ein Sprecher des Bun­des­ge­sund­heits­mi­nis­ter­iums (BMG) darauf angesprochen ebenfalls, dass „die Frage der Notwendigkeit etwaiger Auffrischungsimpfungen und der Dauer der Immunität noch Gegenstand aktueller Untersuchungen“ sei (mehr zum Coronavirus in NRW auf RUHR24).

Corona-Impfungen: Pfizer-Chef geht von mehreren Impfungen aus

Anfang April hatte der Pfizer-Vorsitzende Albert Bourla laut Ärztezeitung allerdings bereits darauf hingewiesen, dass für das Biontech/Pfizer-Vakzin Corminaty eine dritte Spritze als Auffrischung und anschließend eine jährliche Impfung wohl notwendig werde.

„Ein wahrscheinliches Szenario ist, dass es die Notwendigkeit einer dritten Dosis geben wird, irgendwo zwischen sechs und zwölf Monaten, und danach eine jährliche Neu-Impfung, aber all das muss noch bestätigt werden“, habe Bourla dem US-Sender CNBC gesagt.

Corona: Stiko rechnet aktuell mit einer Auffrischimpfung im nächsten Jahr

Laut aktuellem Bericht der Deutsche Presseagentur (dpa) rechnet die Ständige Impfkommission (Stiko) jetzt auch mit einer dritten Impfung spätestens 2022. Der Vorsitzende der Ständigen Impfkommission (Stiko), Thomas Mertens, hat den Zeitungen der Funke Mediengruppe erklärt: „Das Virus wird uns nicht wieder verlassen. Die aktuellen Corona-Impfungen werden deswegen nicht die letzten sein“.

Und weiter: „Grundsätzlich müssen wir uns darauf einstellen, dass möglicherweise im nächsten Jahr alle ihren Impfschutz auffrischen müssen.“ Während einige Unternehmen derzeit einen neuartigen Impfstoff entwickeln, der längerfristig wirken soll, muss der Impfschutz bei allen derzeit zugelassenen Vakzinen nach jetzigem Kenntnisstand wohl erneuert werden.

Rechnet mit einer Auffrischimpfung spätestens 2022: Thomas Mertens, Vorsitzender der Ständigen Impfkommission (Stiko).

Karl Lauterbach: Erste Auffrischimpfungen werden schon 2021 fällig

SPD-Gesundheitsexperte Karl Lauterbach rechnet derzeit damit, dass die Immunität nach einer Impfung nur ungefähr sechs Monate hält. Die erste Auffrischung werde daher für einige bereits in diesem Jahr fällig, sagte er den Funke-Zeitungen.

Die Impfkampagne gegen das Coronavirus war in Deutschland Ende Dezember 2020 angelaufen. Bis Samstag (15. Mai) sind 36,5 Prozent der Gesamtbevölkerung mindestens einmal geimpft worden. Den vollen Impfschutz haben allerdings erst rund zehn Prozent der Bevölkerung.

Corona: Auffrischimpfungen insbesondere bei Mutationen oder Vorerkrankungen nötig

Sollten sich in Deutschland Varianten des Coronavirus verbreiten, gegen die die zugelassenen Impfstoffe nicht so stark wirksam sind, müsse man möglicherweise auch schon früher mit einem angepassten Impfstoff beginnen. Stiko-Chef Mertens wies in diesem Zusammenhang darauf hin, dass die Impfstoff-Hersteller bereits an Vakzinen arbeiten, die gegen die derzeit bekannten Varianten des Coronavirus besser wirken.

Ein weiterer denkbarer Fall, bei dem Auffrischimpfungen bereits früher notwendig werden, ist laut Thomas Mertens der, dass der Impfschutz bei bestimmten Personengruppen schneller nachlässt oder grundsätzlich zu schwach sei. Das könne beispielsweise bei Menschen mit gewissen Vorerkrankungen sein.

Corona: Amtsärzte warnen vor Chaos durch Nachimpfungen

Laut Bericht des Deutschen Ärzteblattes plant Großbri­tannien bereits Anfang Herbst 2021 eine Auffrischimpfung für Risikogruppen. Auch Israel kaufe schon weitere Dosen für 2022.

Die Chefin des Bundesverbandes der Amtsärzte, Ute Teichert, warnte laut Bericht der Rheinischen Post bereits davor, dass die Politik in Deutschland hingegen nicht ausreichend auf die Auffrischimpfungen vorbereitet sei. „Es scheint vielmehr, als liefe sie planlos in eine solche Situation hinein“, bemängelt sie. Gehe man von einem sechsmonatigen Impfschutz aus, müsse man schon im Sommer 2021 nachimpfen – zusätzlich zu den Erst- und Zweitimpfungen, die ohnehin laufen.

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