RNA-Printer zur mobilen Produktion

Corona-Sensation: Impfstoff aus dem Drucker – Hersteller plant Produktion ab Sommer

Curevac Logo
+
Das Tübinger Unternehmen Curevac plant die Impfstoff-Produktion per Drucker.

Das Unternehmen Curevac plant für sein Corona-Vakzin eine ungewöhnliche Produktionsmethode: Der Impfstoff soll aus dem Drucker kommen.

Tübingen – Das Tübinger Unternehmen Curevac gilt als ein neuer Hoffnungsträger im Kampf gegen das Coronavirus. Denn Curevac setzt auf ein ganz spezielles Herstellungsverfahren: Der Impfstoff soll aus dem Drucker kommen (alle Infos zum Coronavirus in NRW auf RUHR24.de).

Curevacbiopharmazeutisches Unternehmen
CEOFranz-Werner Haas
HauptsitzTübingen

Curevac: Neuer mRNA-Impfstoff gegen Corona soll bis Juni zugelassen werden

Noch hat das Vakzin von Curevac in der EU keine Zulassung. Das soll sich bald ändern. An der Phase III-Studie von Curevac nehmen laut der Süddeutschen Zeitung derzeit rund 35.000 Teilnehmer in Europa und Lateinamerika teil. 

Nach einem Bericht des SWR geht das Unternehmen von einer Zulassung bis Juni aus. Das habe Curevac-Chef Franz-Werner Haas bei einer Anhörung im EU-Parlament mitgeteilt.

mRNA-Impfstoff von Curevac – Produktion mittels Drucker geplant

Bei dem Impfstoff von Curevac handelt es sich – ebenso wie bei dem von BionTech/Pfizer – um einen sogenannten mRNA-Impfstoff. Diese Vakzine gelten allgemein als sehr sicher.

Nach den Medienberichten habe Curevac-Chef Franz-Werner Haas bereits angekündigt, dass das Vakzin von Curevac wohl auch gegen Mutationen des Coronavirus wirksam sei. Neu ist allerdings, dass dieser Impfstoff aus dem Drucker kommen soll.

Curevac entwickelte bereits vor Corona RNA-Printer zur Herstellung von Impfstoffen

Das Verfahren selber ist dabei tatsächlich schon länger in der Entwicklung – und wurde nicht erst im Zuge der Corona-Pandemie gestartet. So kündigte das Bundesministerium für Bildung und Forschung bereits im Jahr 2019 an, dass Curevac in den kommenden Jahren mithilfe von RNA-Druckern Impfstoffe gegen Krankheiten wie das Lassa-Fieber, die Tollwut oder das Gelbfieber entwickeln könnte.

Unterstützt wurde Curevac dabei von der CEPI (Coalition for Epidemic Preparedness Innovations). Das Ziel, das damals genannt wurde: Die Entwicklung einer Technologieplattform zur raschen Herstellung von Impfstoffen im Krisenfall.

RNA-Printer: Auch Teslas Tochterfirma Grohmann Automation wirkt bei der Entwicklung mit

Eine solche Krise ist mit der Corona-Pandemie nun schneller eingetreten, als die Forscher wohl 2019 geahnt hatten. An den Druckern arbeitet Curevac mit der Tesla-Tochterfirma Grohmann Automation aus Rheinland-Pfalz zusammen. 

Tesla-Chef Elon Musk präsentierte einen solchen Drucker zur Herstellung von Impfstoff-Kandidaten letztes Jahr am Rande der Vorstands-Klausur der CDU/CSU-Bundestagsfraktion.

Technologieunternehmer Elon Musk (M) präsentiert im Jahr 2020 einen RNA-Printer. Der RNA-Printer ist eine gemeinsame Entwicklung des biopharmazeutischen Unternehmens CureVac und der Tesla Grohmann Automation.

Corona-Impfstoff: Curevac plant Produktion mithilfe von Druckern ab Sommer

Wie unter anderem Medien wie die Zeit und die Süddeutsche Zeitung aktuell berichten, plant Curevac, im Sommer mit der Impfstoffproduktion mittels RNA-Printer zu beginnen. Das habe ein Sprecher des Unternehmens mitgeteilt.

Demnach würden derzeit Drucker in einem Reinraum in Tübingen installiert. Für die Produktion des Botenmoleküls mRNA werden – wie bei einem Druckauftrag – genetische Informationen des Coronavirus in den Drucker eingespeist. Dieser produziert dann automatisch den entsprechenden Impfstoff.

Coronavirus: Mobile Drucker machen Impfstoffproduktion vor Ort möglich

Der Vorteil bei dieser Art der Produktion sei, dass man nicht mehr auf die Produktion in Großanlagen beschränkt sei. Mit den mobilen Druckern könne man schneller auf Krankheitsausbrüche reagieren – und den Impfstoff dort herstellen, wo er gebraucht würde.

Ein solcher Printer habe – so der Curevac-Sprecher – hat eine Länge von vier bis fünf Metern und einer Breite und Höhe von je zwei Metern. Er könne beispielsweise in Krankenhäusern eingesetzt werden, um vor Ort personalisierte Medizin zu fertigen.

Video: Curevac und Bayer schließen Impfstoff-Partnerschaft

Curevac-Vakzin aus dem Drucker: schnellere Produktion möglich

Ein weiterer Vorteil laut Curevac: Ein Printer kann nach Unternehmensangaben bis zu Hunderttausende Impfdosen in wenigen Wochen herstellen. Das sei aber abhängig davon, welche Dosis der Impfstoff habe. Für die schnellere Entwicklung und Auslieferung des Vakzins hat Curevac kürzlich eine Patenschaft mit dem Pharmariesen Bayer geschlossen.

Curevac entwickelt derzeit mehrere Modelle der Drucker für den weltweiten Einsatz. Der Preis für einen Drucker wurde bislang nicht mitgeteilt.

Mehr zum Thema