Curevac, AstraZeneca und Co.

Corona-Impfstoff: Biontech vor Zulassung - aber was ist mit den anderen?

Auf der Suche nach einem Corona-Impfstoff scheinen Biontech und Pfizer das Rennen gemacht zu haben. Doch wie sieht es bei den anderen Unternehmen aus?

Deutschland – Großbritannien, Kanada und die USA: In einigen Ländern steht die Impfkampagne gegen das Coronavirus bereits in den Startlöchern oder hat schon begonnen. In der EU wartet man noch auf eine Zulassung. Dabei geht es immer um den Corona-Impfstoff des Mainzer Unternehmens Biontech und Pfizer.

FirmaBiontech
Gründer und CEOUğur Şahin
Gründung2008, Mainz

Corona-Impfstoff: Biontech/Pfizer ist einsamer Spitzenreiter

Das deutsche Biotech-Unternehmen hatte bereits im November die dritte und letzte Studienphase abgeschlossen – und einen Erfolg vermeldet: Der Impfstoff soll zu 95 Prozent einen Schutz vor dem Coronavirus bieten. Seitdem laufen die Zulassungsverfahren für das Impfmittel von Biontech weltweit auf Hochtouren.

Seitdem ist es aber auch still um die anderen Unternehmen geworden, die ebenfalls an einem Impfstoff gegen Covid-19 forschen. Dabei soll laut der WHO derzeit an insgesamt rund 50 Substanzen geforscht werden. Auf den Forschungen der Unternehmen Curevac, Moderna oder AstraZeneca lag am Anfang eine ähnlich große Hoffnung wie auf Biontech/Pfizer.

Corona-Impfstoff: Wie sieht es bei dem US-Hersteller Moderna aus?

Wie sieht es bei den Firmen aktuell aus? Liegt die Forschung dort auf Eis oder gibt es Hoffnung auf eine baldige Alternative zu dem bislang einzigen Impfstoff? Im Rennen auf der Suche nach einem Corona-Impfstoff ist Biontech dicht gefolgt von dem US-Hersteller Moderna.

Das Biotechnologieunternehmen, das sich auf die Entdeckung und Entwicklung von Arzneimitteln auf der Basis von mRNA konzentriert, hat ebenfalls bereits die dritte Studie abgeschlossen und eine Zulassung für die USA und die EU beantragt. Wie die Ärztezeitung berichtet, wird diese aktuell von einem unabhängigen Expertenkomitee begutachtet.

Der US-Pharmakonzern Moderna hat einen Corona-Impfstoff entwickelt, der zu 94 Prozent wirksam sein soll.

Bis das Verfahren abgeschlossen ist, will Moderna den Impfstoff gegen das Coronavirus weiterentwickeln, damit auch Kinder und Jugendliche geimpft werden können. Eine entsprechende Studie sei in der Vorbereitung, die Rekrutierung der Probanden habe allerdings noch nicht begonnen, heißt es aus Unternehmerkreisen.

Corona-Imfpstoff von AstraZeneca bietet 70-prozentigen Schutz

Auch der schwedische Konzern AstraZeneca, der gemeinsam mit der Universität Oxford an einem Corona-Impfstoff forscht, veröffentlichte Anfang Dezember einen Zwischenbericht. Der Impfstoff „AZD1222“ wird aktuell in der letzten Phase der klinischen Studien an tausenden Probanden getestet.

Erste Ergebnisse stimmen laut dem Unternehmen zuversichtlich: So liege die Wirksamkeit des Corona-Impfstoffes bei rund 70 Prozent, nachdem zwei Impfdosen verabreicht wurden. Außerdem hätten nur drei der knapp 24.000 Teilnehmer Nebenwirkungen gezeigt, wie das Forscherteam in dem medizinischen Fachblatt The Lancet bekannt gab.

Geringere Wirksamkeit bei AstraZeneca – aber mit einem entscheidenden Vorteil

Zwar ist die Wirksamkeit des Corona-Impfstoffes von AstraZeneca geringer als bei Biontech/Pfizer und Moderna, sie reiche dennoch aus, um die Ausbreitung des Virus zu verlangsamen. Und es gibt noch einen Vorteil: So handelt es sich bei dem Impfstoff des schwedischen Unternehmens nicht wie bei Biontech um eine mRNA-Substanz, sondern um ein sogenanntes Vektorimpfmittel.

Solche Impfstoffe lassen sich bei normaler Kühlschranktemperatur lagern und benötigen keine zweistelligen Minusgrade. Dadurch würde die Lagerung und Logistik wesentlich vereinfacht werden, die aktuell zahlreiche Impfzentren vor enorme Herausforderungen stellt. Wann das Entwicklerteam die entscheidende Zulassung des Impfstoffes beantragt oder ob noch weitere Untersuchungen laufen, ist aktuell nicht bekannt.

Corona-Impfstoff: Curevac beginnt klinische Phase-III-Studie

Und es gibt noch einen weiteren Namen im Dunste der Corona-Impfstoff-Suche: Curevac. Nach aktuellen Angaben soll auch das Biotech-Unternehmen aus Tübingen nun einen Schritt weiter in Richtung Zulassung einer Corona-Impfung sein. Wie die Firma mitteilte, hat die zulassungsrelevante klinische Phase-III-Studie mit voraussichtlich mehr als 35.000 Teilnehmern am Montag (14. Dezember) begonnen.

Ziel der dritten Phase ist es, die Wirksamkeit und Sicherheit des neuen sogenannten mRNA-Impfstoffs gegen das Virus zu beweisen. „Mit dem Start der zulassungsrelevanten Phase-2b/3-Studie haben wir einen weiteren wichtigen Meilenstein in der Entwicklung unseres Impfstoffkandidaten CVnCoV erreicht“, sagte Dr. Franz-Werner Haas, Vorstandsvorsitzender von CureVac. Mit ersten Ergebnissen sei Ende März 2021 zu rechnen, heißt es in der entsprechenden Mitteilung.

Dr. Franz-Werner Haas, Vorstandsvorsitzender von CureVac, sprach von einem weiteren Meilenstein bei der Entwicklung eines Corona-Impfstoffes.

Corona-Impfstoffe von mehreren Unternehmen: EU gibt Großbestellung auf

Auch wenn die Studien oder die Zulassungen der Corona-Impfstoffe von Curevac und AstraZeneca nicht vom Tisch sind, hat die EU bereits einige Impfdosen bestellt: Bis zu 300 Millionen bei AstraZeneca und 405 Millionen bei Curevac. Wie viele Dosen davon jeweils nach Deutschland gehen sollen, ist nicht bekannt.

Ohnehin sei es wichtig, mehr als einen Impfstoff zur Verfügung zu haben, sagte Pascal Soriot, Geschäftsführer von AstraZeneca. „Es ist gut zu wissen, dass es bisher drei mögliche Impfstoffe gibt. Doch auch drei werden nicht reichen, um den weltweiten Bedarf zu decken“, sagte er. „Wir brauchen alle Kapazitäten, die möglich sind, um die Pandemie so schnell wie möglich zu stoppen.“

Rubriklistenbild: © Sebastian Gollnow, Dan Himbrechts, University Of Oxford/dpa, Collage: RUHR24.de

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