Kraftakt für Bund und Länder

Corona-Impfstoff: Menschen aus Risikogruppen sollen zuerst geimpft werden

 Ein Mitarbeiter des Biotechnologie-Unternehmens Biontech arbeitet in einem Labor.
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Ein Corona-Impfstoff wird sehnlichst erwartet. Doch was passiert, wenn dieser zugelassen wurde?

Die ganze Welt hofft auf einen wirksamen Corona-Impfstoff. Doch was passiert in Deutschland, wenn dieser zugelassen wird?

Deutschland - Die Hoffnung auf einen wirksamen Corona-Impfstoff wächst und wächst. Derzeit arbeiten mehrere Pharma-Konzerne an der Entwicklung. Für eine mögliche Zulassung des Arzneimittels gibt es bereits Pläne.

NameCovid-19, Coronavirus
SymptomeFieber, trockener Husten, Müdigkeit
Prävention, u.a.Hände waschen, Abstand halten, Maske tragen

Corona-Impfstoff: Schreiben gibt Ablauf nach Zulassung in Deutschland vor

Die gute Nachricht: die Wartezeiten sollen wegen der hohen Ansteckungsgefahr gering ausfallen. Somit soll jeder Patient innerhalb von 15 Minuten den Impfstoff via Spritze erhalten.

Das geht aus den „Empfehlungen für die Organisation und Durchführung von Impfungen gegen Sars-CoV-2“ des Bundesgesundheitsministeriums hervor, wie das RedaktionsNetzwerk Deutschland (RND) berichtet. Dieses 24-seitige Schreiben enthält eine detaillierte Übersicht, wie die Impfungen bundesweit ablaufen sollen.

Coronavirus: Impfstoff wird zunächst nur in Zentren verabreicht

Der genaue Ablauf wird darin in drei Phasen unterteilt. In den ersten beiden Phasen sollen vor allem Impfzentren die Arbeit übernehmen. Hier wird die Verfügbarkeit des Impfstoffes noch begrenzt sein, die Lagerung soll außerdem hohe Anforderungen haben. Etwa eine Kühlung bei minus 60 Grad.

Aber warum Impfstoffzentren? Anfangs soll der Corona-Impfstoff auch nur in sogenannten Mehrdosenbehältnissen lieferbar sein. Für Arztpraxen ist das eher unpraktisch. Besser wäre für sie eine Einzeldosis für Patienten, die allerdings voraussichtlich erst später zur Verfügung stehen wird. Außerdem soll den Praxen die komplizierte Lagerung des Arzneimittels erspart bleiben (alle aktuellen Entwicklungen zum Coronavirus in NRW auf RUHR24.de).

Drei-Schritte-Plan für den Corona-Impfstoff: So sieht er aus

Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) kündigte bereits an, dass der Impfstoff in einer festgelegten Priorisierung verabreicht würde. Das bedeutet, dass zuerst Menschen aus Risikogruppen sowie Gesundheitspersonal und in der Pandemie besonders wichtige Berufsgruppen geimpft werden. Virologe Hendrik Streek hat die Hoffnung auf einen baldigen Impfstoff derweil gedämpft.

Nach Berechnungen des Bundesgesundheitsministeriums braucht ein Arzt mindestens fünf Minuten pro Person zur Impfung. „Die Aufklärung kann ausschließlich durch ärztliches Personal erfolgen – im Gegensatz etwa zur Impfung an sich, die an geschultes medizinisches Assistenzpersonal delegiert werden kann“, heißt es in dem Schreiben. Nach dieser Berechnung könnte ein Arzt in einem achtstündigen Arbeitstag bis zu 96 Patienten impfen.

Video: Ist die Pandemie vorbei, wenn der Impfstoff da ist?

Corona-Impfstoff: Erbauen der Impfzentren wird zum „Kraftakt“

Mittelfristig würden laut dem Bundesgesundheitsministerium mehrere Impfstoffe in der EU zur Verfügung stehen. Darunter auch der des deutschen Entwicklers Biontech und der des US-Pharmakonzerns Moderna, der an diesem Montag eine 94-prozentige Wirksamkeit seines Impfstoffes bekannt gegeben hat.

Allerdings würde vor allem das Einrichten der geplanten Impfzentren ein „Kraftakt“ für Bund, Länder und Kommunen werden. Das Schreiben des Ministeriums sieht eine lange Liste von Institutionen vor, die organisatorisch und personell helfen sollen. Für die Beherbergung der Zentren kommen den Plänen der Bundesregierung zufolge neben großen Hallen auch Kirchen, Zelte und Container infrage.

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