Steuererklärungen 2020 und 2021

Corona-Pauschale kommt: Fünf Euro pro Tag für Homeoffice – wie man an das Geld kommt

Mit der Homeoffice-Pauschale sollen steuerpflichtige Beschäftigte, die von zuhause arbeiten, mehr Geld bekommen. Viele gehen aber leer aus.

Deutschland – Arbeiten von zuhause ist für viele Menschen mittlerweile zum Alltag geworden. Auch im Zuge des neuen verschärften Lockdowns schließen nicht nur viele Geschäfte, es wechseln auch wieder mehr Firmen ins Homeoffice. Das Problem dabei: Für die meisten war das Homeoffice bislang nicht von der Steuer absetzbar. Das soll sich mit der Homeoffice-Pauschale ändern. Steuerpflichtige Beschäftigte sollen 5 Euro am Tag bekommen. Allerdings profitieren längst nicht alle, die im Homeoffice gearbeitet haben, davon ...

Bundesregierung Verfassungsorgan
staatliche Ebene Bund
Gründung 15. September 1949
Vorsitz Angela Merkel
Hauptsitz Berlin, Deutschland

Homeoffice von der Steuer absetzen: Staat gewährt Pauschale von fünf Euro pro Tag

Die entsprechende Ergänzung des von der Bundesregierung eingebrachten Entwurfs eines Jahressteuergesetzes wurde von den Koalitionsfraktionen CDU/CSU und SPD beantragt und am 9. Dezember vom Finanzausschuss des Bundesrates beschlossen. Bundestag und Bundesrat haben Mitte Dezember zugestimmt.

Mit der Pauschale sollen Steuerpflichtige entlastet werden, die aufgrund der Pandemie im Homeoffice arbeiten, aber kein „richtiges“ Arbeitszimmer zur Verfügung haben. Steuerpflichtige Beschäftigte im Homeoffice sollen pro Tag, den sie (ausschließlich) zuhause gearbeitet haben, fünf Euro in der Steuererklärung geltend machen können. Gedeckelt ist der Betrag auf 600 Euro im Jahr.

Pauschale für Homeoffice in Corona-Zeiten – was daran wirklich neu ist

Bislang konnte man Kosten für das Homeoffice in Corona-Zeiten in der Regel nicht geltend machen. Lediglich wer ein eigenes Arbeitszimmer hatte, konnte dieses von der Steuer absetzen. Das Problem dabei: Der zweckentfremdete Küchentisch oder die Ecke im Flur galten nicht als Arbeitszimmer.

Der Nachweis eines Arbeitsplatzes war dabei bislang an strenge Voraussetzungen gebunden – nicht nur Durchgangszimmer oder Flure zählen nicht. Auch darf das Zimmer (fast) ausschließlich zu beruflichen oder betrieblichen Zwecken genutzt werden. Eine private Mitbenutzung ist nur zu 10 Prozent erlaubt.

Das soll sich nun ändern: Die Pauschale kann immer dann geltend gemacht werden, wenn die Voraussetzungen für ein eigenes Arbeitszimmer nicht erfüllt sind. Das ist das Neue an dieser Änderung. Denn so profitieren Steuerpflichtige auch in dem Fall, dass es in der häuslichen Wohnung kein Arbeitszimmer gibt.

Mehr Geld für das Home-Office – so erhält man die Pauschale

Nach dem neuen Beschluss muss der Arbeitsplatz zuhause keine dieser Bedingungen mehr erfüllen. Die Pauschale kann bereits in der Steuererklärung für 2020 geltend gemacht werden und wurde auch für das Jahr 2021 bereits beschlossen.

Wichtig ist aber, dass der Arbeitgeber Homeoffice angeordnet hat. Wer auf Nummer sicher gehen will, sollte sich das für das Finanzamt schriftlich vom Arbeitgeber bestätigen lassen.

Corona-Pauschale – nur Vollzeit-Homeoffice kann geltend gemacht werden

Die Homeoffice-Pauschale wird allerdings nur gewährt, wenn man ausschließlich zuhause arbeitet. Tage, an denen zwischen Arbeitsplatz und Homeoffice gewechselt wird, zählen nicht.

Auf der Seite des Deutschen Bundestages heißt es in der Begründung: „Erfüllt der häusliche Arbeitsplatz des Steuerpflichtigen nicht die Voraussetzungen für den Abzug von Aufwendungen für ein häusliches Arbeitszimmer, kann der Steuerpflichtige einen Betrag von fünf Euro für jeden Kalendertag abziehen, an dem er seine gesamte betriebliche oder berufliche Tätigkeit ausschließlich in der häuslichen Wohnung ausübt“.

Steuerliche Entlastung für´s Homeoffice – Vielfahrern droht dennoch Nachzahlung

Die Homeoffice-Pauschale soll unbürokratisch und für alle leicht nachvollziehbar sein. Grundsätzlich ist dabei zu beachten: Der Betrag von fünf Euro pro Tag ist auf 600 Euro im Jahr gedeckelt. Damit sind lediglich 120 Tage Homeoffice begünstigt.

Das Portal Steuertipps.de verweist darauf, dass dieser Betrag möglicherweise nicht ausreiche, um Steuernachzahlungen bei (sonstigen) Vielfahrern zu vermeiden. 

Denn durch das Homeoffice entfällt für viele die Pendlerpauschale. Der Betrag von fünf Euro je Tag sei mit einem (entfallenen) Arbeitsweg von 15 Kilometer (pro Tag) vergleichbar. Steuerzahlern mit einem längeren Arbeitsweg könnten daher benachteiligt sein.

Corona-Pauschale für Homeoffice – wer dabei leer ausgeht

Eine weitere Einschränkung der Homeoffice-Pauschale ist, dass diese im Arbeitnehmerpauschbetrag enthalten ist – und nicht zusätzlich gezahlt wird. Denn das Bundesfinanzministerium sieht in einer unabhängigen Pauschale eine übermäßige und „verfassungsmäßig zweifelhafte“ Begünstigung.

Das heißt mit anderen Worten: Nur diejenigen, deren Werbungskosten die 1.000 Euro überschreiten, profitieren von der neuen Pauschale. Die Krux dabei: Das Wegfallen der Pendlerpauschale macht es für viele jetzt schwieriger als sonst, die 1.000 Euro Werbungskostenpauschale zu überschreiten.

Homeoffice-Pauschale als Teil der Werbungskostenpauschale

Denn bei vielen Arbeitnehmern machen die Fahrtkosten einen Großteil der Werbungskosten aus. Dazu zählen außerdem sämtliche Kosten, die für die Arbeit anfallen, wie Laptop, Druckerpatronen, Fachliteratur und vieles mehr. In diese Werbungskosten soll die Homeoffice-Pauschale nun eingerechnet werden.

Für die Werbungskosten gewährt das Finanzamt eine Pauschale von 1.000 Euro jährlich, die automatisch bei der Steuererklärung berücksichtigt wird. Wer die Summe von 1.000 Euro überschreitet, kann dieses zusätzlich geltend machen.

Wie WISO darlegt, dürfen dabei auch nur Arbeitsmittel angeben werden, die günstiger sind als 952 Euro. Teurere Anschaffung müssen über die Nutzungsdauer verteilt werden (Abschreibung). 

Homeoffice-Pauschale im Überblick – wer von der Steuererklärung profitiert

Das ist der neue Homeoffice-Beschluss in der Zusammenfassung:

  • Steuerpflichtige, die bisher kein Arbeitszimmer nachweisen konnten, aber in 2021 im Home-Office saßen, erhalten eine Pauschale von fünf Euro täglich.
  • Der Beschluss gilt für die Jahre 2020 und 2021.
  • Der Gesamtbetrag ist gedeckelt auf 600 Euro jährlich. Das entspricht 120 Homeoffice-Tagen.
  • Die Pauschale wird nicht zusätzlich zur Werbungskostenpauschale gezahlt. Diese beträgt derzeit 1.000 Euro.

Fazit: Anders als zuvor profitieren nun auch Steuerpflichtige von der Entlastung, die kein richtiges Arbeitszimmer haben. Allerdings nur dann, wenn die eigenen Werbungskosten den Arbeitnehmerpauschbetrag von 1.000 Euro überschreiten. Durch das Wegfallen von Fahrtkosten wird eben das für viele Steuerpflichtige aber schwieriger als sonst.

Rubriklistenbild: © Jens Kalaene/dpa

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