Aerosole sollen gestoppt werden

Corona: Handyverbot „light“ im ÖPNV? Drastische Forderung für Busse und Bahnen

Ein Mann telefoniert mit einem iPhone
+
Wenn es nach einem Verkehrsverbund geht, sollte es solche Szenen in der Corona-Krise nicht geben (Symbolfoto).

Der Kampf gegen das Coronavirus geht weiter. Ein Verkehrsverbund hat jetzt einen speziellen Vorschlag: ein Telefonierverbot im ÖPNV.

Dortmund – Erst am Dienstag (19. Januar) haben Bund und Länder eine Verlängerung des Corona-Lockdowns und eine teilweise Verschärfung der geltenden Regeln verkündet. Dazu gehört auch die neue Masken-Pflicht. In Geschäften und im öffentlichen Personennahverkehr (ÖPNV) müssen bald medizinische Masken (OP-Masken, FFP2) getragen werden. So soll die Verbreitung des Coronavirus gehemmt werden. Aber es gibt weitere Überlegungen, wie man den Schutz vor dem Virus in öffentlichen Verkehrsmitteln reduzieren könnte.

VerbandVerband Deutscher Verkehrsunternehmen e.V.
CEOOliver Wolff
Mitgliederca. 600
Gründung1991
HauptstandortKöln

Telefonierverbot wegen Corona in Bus und Bahn: Verbund würde das unterstützen

Für einige Menschen ist es eine schöne Beschäftigung, sie lenkt von der eigentlichen Fahrt in der Bahn oder im Bus ab und man kann die Zeit sinnvoll nutzen: Telefonieren im ÖPNV. Doch es ist nicht immer sehr beliebt, einigen Mitfahrenden ist es ein Dorn im Auge, wenn der Sitznachbar in das Smartphone plärrt. Der Verkehrsverbund Deutscher Verkehrsunternehmen sieht sogar noch ein weiteres – viel gravierenderes – Problem.

Laut Verband gebe es viele Fahrgäste, die zum Telefonieren ihre Maske herunterziehen, um vom Gegenüber am Telefon besser verstanden zu werden. Das allerdings ist nicht im Sinne der aktuellen Coronaschutzverordnung, die eine strenge (und bald noch strengere) Maskenpflicht im ÖPNV vorsieht. Der Verband ist daher offen für ein Telefonierverbot im öffentlichen Nahverkehr. „Das würden wir sehr stark unterstützen“, sagte Verbandspräsident Ingo Wortmann im Deutschlandfunk (alle News zum Coronavirus in NRW bei RUHR24.de).

Wegen Corona aufs Telefonieren im ÖPNV verzichten: Verbund setzt auf Vernunft der Fahrgäste

Ein Verbot von Telefongesprächen gibt es bereits in Spanien, wie die Deutsche Presse-Agentur (dpa) berichtet. So ein Verbot wäre hilfreich, die Verbreitung von potenziell gefährlichen Aerosolen zu verhindern. Das Problem laut Wortmann: Ein Verbot wäre schwer zu kontrollieren. Wortmann setzt auf die Vernunft der Fahrgäste, um andere Menschen zu schützen auf das Telefonieren zu verzichten.

Ob der VDV-Präsident darauf bauen kann, ist indes unklar. Immerhin ist die Dauer der Telefongespräche seit Beginn der Pandemie ordentlich gestiegen. Gegenüber dem Spiegel gab Vodafone bekannt, dass im Jahr 2020 die Dauer der Mobilfunkverbindungen im Schnitt 35 Sekunden länger dauerte als im Jahr 2019 – in den Jahren davor gab es keine wesentlichen Schwankungen in der Dauer. Die Menschen telefonierten im Schnitt drei Minuten und 20 Sekunden miteinander.

Video: Besser telefonieren im Zug – Bund finanziert neue Technik

Telefonierverbot im ÖPNV: Zunächst kein Thema bei Merkel und den Ministerpräsidenten

Auch Telefónica berichtet von längeren Gesprächen am Handy – rund eine halbe Minute länger wurde im vergangenen Jahr teelfoniert. Die Kunden von Telefónica sprachen rund drei Minuten am Handy miteinander.

Der Grund für längere Telefonate dürfte klar sein: Um in der Pandemie, in der strikte Kontaktbeschränkungen gelten, weiterhin Kontakt zu Freunden, Familie und Arbeitskollegen aufrechterhalten zu können, spricht man eben am Telefon miteinander. Ob eine Telefonierverbot im ÖPNV auch in Deutschland denkbar wäre, ist aktuell nicht klar. Zumindest war es in der vorgezogenen Ministerpräsidentenkonferenz am Dienstag (19. Januar) kein Thema bei Kanzlerin Angela Merkel, NRW-Ministerpräsident Armin Laschet und den anderen Ministerpräsidenten.

Mehr zum Thema