Sinnvoll, oder nicht?

Corona: Antivirale Handschuhe von Aldi und dm – was bringen sie?

Hände desinfizieren
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Hände-Desinfektion gehört derzeit zum Alltag dazu: Was bringen selbst-desinfizierende Handschuhe? (Symbolbild)

Neben Kaufland, dm und Müller bietet jetzt auch Aldi einen selbst-desinfizierenden Corona-Handschuh. Ist der „Elephantskin“ wirklich sinnvoll?

Deutschland/NRW – Die Anti-Corona-Handschuhe wurden von dem ehemaligen Fußballprofi Raphael Reifeltshammer entwickelt – als Alternative zu den normalen Einmalhandschuhen aus Gummi. Letztere gehörten gerade zu Beginn der Corona-Pandemie auch in NRW zu beliebten „Hamster-Produkten“ (alle Infos zum Coronavirus in NRW auf RUHR24.de).

CoronavirusSars-CoV-2
InfektionskrankheitCovid-19
Häufige SymptomeHusten, Fieber, Schnupfen, Verlust des Geruchs- und Geschmackssinns

Antivirale Corona-Handschuhe: als Alternative zu Gummi-Produkten entwickelt

Der Entwickler erklärt dazu: „Mich haben die vielen Menschen bewegt, die zum Beginn der Pandemie zum Einkaufen, in öffentlichen Verkehrsmitteln oder auch in den Fitnessstudios Gummihandschuhe oder gar Gartenhandschuhe aus dem Baumarkt getragen haben“. Das Unternehmen zeigt seine Produktneuheit auch auf Instagram:

Instagram-Post von ElephantSkin

Der neuartige, „Elephantskin“ genannte, Handschuh ist hingegen im Wesentlichen aus Bio-Baumwolle (96 Prozent und 4 Prozent Elastan) hergestellt worden, bei bis zu 40 Grad waschbar und wiederverwendbar. Sein Hauptvorteil soll allerdings ein anderer sein: Er soll angeblich effektiv gegen Viren wirken.

Selbst-desinfizierende Handschuhe „Elephantskin“ auch bei Aldi, dm oder Kaufland

In Österreich wurden die selbst-desinfizierenden Handschuhe bereits über eine Million Mal verkauft und haben im Nachbarland einen echten Hype ausgelöst, wie CHIP berichtet. Mittlerweile sind die antiviralen Handschuhe auch in Deutschland verfügbar.

Sie wurden unter anderem von dm und Kaufland ins Sortiment aufgenommen. Auch der Discounter-Riese Aldi bietet sie neuerdings an (alle Infos zu Aldi auf RUHR24.de). Die Handschuhe kosten zwischen sieben und zwölf Euro.

Handschuhe mit antiviraler Wirkung: Herstellerangaben zur Effektivität

Der vergleichsweise hohe Preis erklärt sich mit der antiviralen Wirkung. Denn Elephantskin-Handschuhe sollen nach Herstellerangaben effektiv gegen das Coronavirus wirken. Dazu seien die Handschuhe mit einer speziellen Virenblock-Technologie und dem Wirkstoff Silberchlorid behandelt worden. Dabei – so der Hersteller – drängen die Silberionen der behandelten Handschuhoberfläche in die Viren ein – und verhinderten ihre Zellteilung. Viren und Bakterien würden so auf der Handschuhoberfläche reduziert.

Die antibakteriellen und antiviralen Eigenschaften der Handschuhe werden nach Herstellerangaben laufend vom Hohenstein Textile Testing Institut überprüft. Laut den Forschern würden 99 Prozent der Keime innerhalb von zwei Stunden abgetötet. Bis zu 30 Mal können Verbraucher den Handschuh bei 30 Grad waschen. Außerdem sind die Handschuhe nach Angaben des Herstellers auch Touchscreen-kompatibel. Das Bedienen von Smartphone und Tablet soll also möglich sein.

Video: Richtig Hände Waschen – Tipps für Eltern

Antivirale Handschuhe sinnvoll? Experte kritisch: Schutzeffekt ist „Irreführung“

Aber wie sinnvoll ist es überhaupt, sich mit Handschuhen gegen das Coronavirus zu schützen? Laut Robert Koch-Institut (RKI) ist der Hauptübertragungsweg immer noch die respiratorische Aufnahme virushaltiger Partikel, die beim Atmen, Husten, Sprechen, Singen und Niesen entstehen.

Dennoch sei „eine Übertragung durch kontaminierte Oberflächen nicht auszuschließen“. Das gelte „insbesondere in der unmittelbaren Umgebung der infektiösen Person“. Außerdem ist auch die Übertragung durch Berührung der Schleimhäute mit den Händen möglich. Daher soll man sich auch nicht ins Gesicht fassen.

Der Hygieniker Dr. Peter Walger erklärt im Gespräch mit t-online in diesem Zusammenhang allerdings, dass die Handschuhe vor dem Ins-Gesicht-Fassen eben nicht schützen. Der behauptete Selbstdesinfektionseffekt wäre daher nicht bedeutend und irreführend. Vielmehr sei es bei der Handhygiene im Alltag völlig ausreichend, sich häufig und lange genug die Hände mit Seife zu waschen.

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