Die „drei Gs“ bringen Erleichterungen

Corona: Genesen, getestet oder geimpft – so klappt‘s mit dem Nachweis

Wer genesen, getestet oder vollständig geimpft ist, erhält nach den neuen Corona-Regeln viele Freiheiten zurück. Dafür sind verschiedene Nachweise erforderlich.

Deutschland – Die Corona-Zahlen sinken und die Zeichen stehen aktuell auf Öffnung. Um Shoppen zu gehen, beim Friseur oder im Café zu sitzen, sind aber weiterhin gewisse Voraussetzungen notwendig. Man muss entweder eine Covid-19-Infektion durchgemacht haben, einen professionell durchgeführten PCR-Test vorweisen oder aber vollständig geimpft sein. Aber welche Dokumente werden zum Nachweis der „drei Gs“ konkret verlangt?

CoronavirusSars-CoV-2
InfektionskrankheitCovid-19
Häufige SymptomeHusten, Fieber, Schnupfen, Verlust des Geruchs- und Geschmackssinns

Corona-Lockerungen: Genesene, Getestete und Geimpfte genießen neue Freiheiten

Auch in NRW stehen aktuell immer mehr Lockerungen an. So dürfen bei einer 7-Tage-Inzidenz, die fünf Werktage lang „stabil“ unter 100 liegt, beispielsweise Biergärten, Geschäfte oder Freibäder wieder öffnen (mehr Infos zum Coronavirus in NRW auf RUHR24).

Für solche Freizeitaktivitäten ist aber weiterhin ein negatives Testergebnis erforderlich. Auch noch bei einer Inzidenz von unter 50 sehen die Regelungen in NRW den Nachweis eines negativen Testergebnisses vor.

Zutritt nur mit negativem Corona-Test: Das ist beim Nachweis für getestete Personen zu beachten

Laut Erklärung der Bundesregierung gelten als Getestete die Personen, „bei denen ein negativer PCR-Test oder ein negativer (Antigen-)Schnelltest durch geschultes Personal festgestellt oder ein negativer (Antigen-)Selbsttest durch geschultes Personal überwacht wurde.“

Weiterhin gilt: Das Ergebnis darf laut Verordnung der Bundesregierung (PDF) grundsätzlich nicht älter als 24 Stunden sein (tagesaktueller Test). Die Coronaschutzverordnung des Landes NRW vom 12. Mai (PDF) lässt allerdings auch einen Nachweis über einen Test zu, der bis zu 48 Stunden zurückliegt.

Das Ergebnis muss von der offiziellen Teststelle schriftlich (oder digital) bestätigt werden. Vor Ort müssen Getestete dann aber nicht nur das negative Testergebnis vorlegen, sondern auch einen gültigen Ausweis vorlegen.

Nachweis über eine Corona-Impfung: Geimpfte erhalten Grundrechte zurück.

Geringes Infektionsrisiko: Genesene und Geimpfte erhalten ihre Grundrechte zurück

Besondere Freiheiten haben Genesene und vollständig Geimpfte: Sie dürfen ohne Nachweis eines negativen PCR-Tests Zutritt zu beispielsweise Freizeitanlagen oder Außengastronomie erhalten, berichtet auch wa.de*. Ebenso sind sie bei einer Inzidenz über 100 von der Ausgangssperre ausgenommen. Auch bei privaten Treffen, bei denen die Mindestanzahl begrenzt ist, werden sie nicht mitgezählt.

Ministerpräsident Armin Laschet (CDU) erklärt dazu: „Es ist ein erster Schritt, Geimpfte und Genesene mit negativ Getesteten gleichzustellen.“ Und weiter: „Die Beschränkungen galten und gelten der Gefahrenabwehr. Von geimpften und genesenen Menschen geht keine größere Gefahr aus als von negativ getesteten Personen. Deshalb nehmen wir für diese Personengruppe Grundrechtseingriffe insoweit wieder zurück.“

Nachweis der Corona-Impfung für Freizeitaktivitäten – das ist zu beachten

Als gegen das Coronavirus geimpft gilt eine Person laut Definition der Bundesregierung dann, wenn sie über den vollständigen Impfschutz mit einem in der EU zugelassenen Impfstoff verfügt. Bei fast allen Impfstoffen ist dafür die Zweitimpfung notwendig – lediglich das Vakzin von Johnson & Johnson kommt mit einer Impfdosis aus.

Wichtig zu wissen: Vollständig geimpft ist man nicht etwa am Tag der zweiten Impfung – vielmehr muss die letzte Impfung 14 Tage zurückliegen. Erst ab Tag 15 nach der zweiten Impfung zählt man dementsprechend zum Kreis der vollständig Geimpften. Als Nachweis müssen Geimpfte ihren Impfausweis oder eine Impfbescheinigung ihres Arztes vorlegen. Aus diesen muss konkret hervorgehen, dass die vollständige Impfung mindestens 14 Tage zurückliegt.

Erleichterungen für Genesene – das gilt als Nachweis

Fragen wirft in der Praxis derzeit insbesondere der Nachweis einer durchgemachten Corona-Infektion auf. Als genesen gelten offiziell die Personen, die ein mindestens 28 Tage zurückliegendes positives Testergebnis nachweisen können, das auf einer Labordiagnostik mittels Nukleinsäurenachweis (PCR, PoC-PCR oder weitere Methoden der Nukleinsäureamplifikationstechnik) beruht. Ein Nachweis von Sars-CoV-2-Antikörpern reicht nicht aus, um sich als Genesener auszuweisen.

Besonders wichtig ist hier: Das positive Testergebnis darf zwar nicht jünger als 28 Tage, aber zugleich auch nicht älter als sechs Monate sein. Denn das ist der Zeitraum nach einer Erkrankung, in dem nach jetzigem Kenntnisstand ein Immunschutz gegeben ist.

Genesen, aber ohne Erleichterungen – Sonderfall bei länger zurückliegender Erkrankung

Dementsprechend gelten für Genesene, deren Corona-Erkrankung länger als sechs Monate zurückliegt, die ursprünglichen Bestimmungen. Das bedeutet, sie benötigen ab diesem Zeitpunkt wieder den Nachweis über ein negatives Testergebnis oder einen Impfnachweis.

Hierbei gibt es aber eine weitere Sonderregel zu beachten: Denn Genesene müssen sich nur einmal impfen lassen, um als vollständig geimpft zu gelten. Als Nachweis benötigen sie dazu ihr positives PCR-Testergebnis. Dieses muss wieder mindestens 28 Tage alt sein, kann aber natürlich in diesem Fall auch älter als sechs Monate sein. Ebenso benötigen sie den Impfausweis, aus dem ersichtlich wird, dass sie ihre Erstimpfung vor mindestens zwei Wochen erhalten haben.

Corona: Straftaten mit gefälschten Nachweisen nehmen zu

Ob negatives Testergebnis, Impfpass oder Genesenennachweis: Aktivitäten, die früher selbstverständlich waren, verlangen in der Pandemie offizielle Dokumente. Dieser Umstand ruft immer mehr Kriminelle auf den Plan, die die relevanten Nachweise fälschen. Eine Tatsache, die eigentlich vorhersehbar war.

Um solchen neuartigen Straftaten zu begegnen, plant Bundesgesundheitsminister Jens Spahn (CDU) aktuell explizite Strafen für Fälscher. Auch die Verwendung von falschen Impfpässen oder Testnachweisen soll geahndet werden.*wa.de ist Teil des Redaktionsnetzwerks von IPPEN.MEDIA.

Rubriklistenbild: © Christopher Neundorf/dpa

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