„Nach Lust und Laune ausgeben“

Corona-Freizeitbonus kommt: 100 Euro für Kinder – aber nicht alle haben Anspruch

Kinder in Dortmunder Schule
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Kinder in der Pandemie: Mit Hundert Euro sollen einkommensschwache Familien jetzt Freizeitangebote wahrnehmen können. (Symboldbild)

Das Programm „Aufholen nach Corona“ soll Familien in der Pandemie unterstützen. Der Bundestag hat nun einen einmaligen Bonus für Kinder beschlossen.

Deutschland – Es ist unbestritten, dass Familien besonders unter den Pandemie-Beschränkungen gelitten haben. Das gilt insbesondere für Kinder einkommensschwacher Eltern. Um sie zu unterstützen, soll es eine Einmalzahlung pro Kind geben, die „nach Lust und Laune“ ausgegeben werden kann, wie Familienministerin Christine Lambrecht (SPD) betont (Infos zum Coronavirus in NRW auf RUHR24).

selbstverwaltete BundesoberbehördeBundesagentur für Arbeit
AufsichtsbehördeBundesministerium für Arbeit und Soziales
HauptsitzNürnberg, Bayern

Corona-Freizeitbonus für Kinder: Diese Familien haben Anspruch

Der Bundestag hat am 11. Juni weitere finanzielle Hilfen für bedürftige Familien beschlossen. Die Maßnahme ist Teil des Programms „Aufholen nach Corona“, wie auch 24hamburg.de* berichtet. Anspruch haben aber nur solche Familien, die als einkommensschwach gelten und entsprechende Leistungen erhalten.

Konkret bekommen laut der Familienkasse der Agentur für Arbeit den Kinderbonus Familien, die für ihre Kinder Folgendes beziehen:

  • Kinderzuschlag (KiZ)
  • Wohngeld
  • Sozialhilfe
  • Grundsicherung (Hartz IV)
  • Leistungen nach dem Asylbewerberleistungsgesetz
  • Leistungen im Rahmen der Ergänzenden Hilfe zum Lebensunterhalt im Sozialen Entschädigungsrecht nach dem Bundesversorgungsgesetz 

Corona-Freizeitbonus: Ab August gibt es 100 Euro pro Kind

Pro Kind wird es für diese Familien eine einmalige Zahlung von 100 Euro geben. Der Bonus kann individuell für Ferien- und Freizeitaktivitäten eingesetzt werden. 

Die Auszahlung des Kinderfreizeitbonus erfolgt laut Angaben der Bundesregierung ab August. Wichtig zu wissen: Ein gesonderter Antrag muss dafür in der Regel nicht gestellt werden. Vielmehr erhalten die meisten berechtigten Familien den Bonus automatisch.

Corona-Freizeitbonus für Kinder: Die wichtigsten Infos zur Auszahlung

Für die Auszahlung sind dabei verschiedene Stellen zuständig, je nachdem, welche Leistungen die entsprechende Familie woher bezieht. Familien, die Kinderzuschlag, Wohngeld oder Hilfe zum Lebensunterhalt beziehen bekommen der Kinderfreizeitbonus von der Familienkasse ausgezahlt.

Lediglich Familien, die nur Wohngeld oder Sozialhilfe beziehen, aber keinen zusätzlichen Kinderzuschlag, müssen einen formlosen Antrag bei der Familienkasse stellen. Ab Anfang Juli finden Eltern den Antrag auf der Webseite der Familienkasse. Für allgemeine Fragen zum Antragsverfahren hat die Familienkasse ab Anfang Juli 2021 auch eine gebührenfreie Rufnummer eingerichtet. Die Nummer lautet: 0800 4 5555 43. 

Der Kinderfreizeitbonus wird bei Hartz IV, beim Kinderzuschlag und beim Wohngeld nicht als Einkommen berücksichtigt. Auch beim Unterhaltsvorschuss wird er nicht angerechnet.

Video – Umfrage: Nur Hälfte der Familien wollen Kinder impfen

Hundert Euro für versäumte Aktivitäten – Verbände kritisieren geringe Höhe der Zahlung

Kinder und Jugendliche, die wegen der Corona-Pandemie besonders zurückstecken mussten, sollen damit eine Unterstützung erhalten, um im Sommer 2021 wieder mehr erleben zu können. Christine Lambrecht (SPD) erklärt dazu: „Mit den 100 Euro soll jedes dieser Kinder Freizeitangebote wahrnehmen können und Versäumtes nachholen.“

Wie die Deutsche Presse-Agentur (dpa) berichtet, wird die Höhe der Zahlung von Sozialverbänden aber scharf kritisiert. So habe Ulrich Schneider als Hauptgeschäftsführer des Paritätischen Gesamtverbandes betont, der Bonus sei viel zu niedrig. Er fordert stattdessen eine „echte Teilhabeoffensive für Kinder“.

Und auch der Präsident des Sozialverbands Deutschland, Adolf Bauer, habe gesagt, mit einer solchen Einmalzahlung sei es nicht getan. Angemessen wäre hingegen eine monatliche Zahlung eben dieser Summe von 100 Euro für Familien, die von Armut betroffen sind.

„Aufholen nach Corona“: Mit insgesamt 2 Milliarden Euro sollen Kinder unterstützt werden

Insgesamt stellt der Bund 270 Millionen Euro für den Bonus zur Verfügung. Im Gesetzentwurf wird von rund 2,7 Millionen Kindern ausgegangen. Für das gesamte Aktionsprogramm „Aufholen nach Corona“ stehen zwei Milliarden Euro bereit. Ziel des Programms ist es insbesondere, Lernrückstände abzubauen sowie außerschulische Angebote wie für Freizeit-, Ferien- und Sportaktivitäten zu fördern. 

Bereits zuvor hatte es als Corona-Hilfe für Familien eine Einmalzahlung von 150 Euro pro Kind gegeben. Von dieser Zusatzleistung hatten aber im Gegensatz zum Kinderfreizeitbonus alle Familien profitiert – nicht nur einkommensschwache. *24hamburg ist Teil des Redaktionsnetzwerks von IPPEN.MEDIA.