Mehrere Optionen möglich

FFP2-Corona-Masken von der Steuer absetzen: Was es zu beachten gilt

Die Maske wird uns noch eine Weile begleiten – und damit auch die dafür anfallenden Kosten. Kann man die womöglich von der Steuer absetzen?

Dortmund – Die Maske ist aufgrund der Corona-Pandemie zu einem inzwischen schon nicht mehr wegzudenkenden Accessoire geworden. War Anfangs noch die oftmals selbstgenähte Alltagsmaske ein ständiger Begleiter, ist es inzwischen die FFP2- oder die OP-Maske geworden.

SteuererklärungDokument zur Ermittlung der Besteuerungsgrundlagen
BehördeFinanzamt
Gesetzliche GrundlageU.a. Einkommensteuer-, Gewerbesteuer- und Umsatzsteuergesetz

Steuererklärung 2020: Sonderregelungen wegen der Corona-Pandemie

Nachdem die Corona-Krise die Menschen inzwischen rund ein Jahr im Griff hat, hat uns das Tragen der Maske auch einiges gekostet. Viele fragen sich deshalb, wenn man schon das Arbeiten im Homeoffice von der Steuer absetzen kann, warum nicht auch den Mund-Nasen-Schutz.

RUHR24 hat geprüft, ob das möglich ist und man sich einen Teil des Geldes für die Masken zurückholen kann. Vorab sei dabei eins gesagt: Eine eindeutige Antwort gibt es nach einer ersten Beurteilung von einigen Finanz- und Steuerexperten nicht. Ob die Maske bei der Steuererklärung abgesetzt werden kann, hängt von einigen Bedingungen oder der individuellen Situation ab.

Corona-Maske von der Steuer absetzen: Diese Möglichkeiten gibt es

Allerdings scheint sich bereits herauszukristallisieren, dass es nicht ganz so einfach ist, den Mund-Nasen-Schutz bei der Steuererklärung geltend zu machen. Die Maske „einfach so“ bei der Steuer anzugeben, wird nicht funktionieren. So sind doch alle gleichermaßen von der Maskenpflicht betroffen, weshalb die privat getragene Maske für die Steuererklärung 2020 entfällt (mehr Lifehacks bei RUHR24.de).

Michael Wegmer, Finanzexperte bei SWR1, sieht dennoch zwei Möglichkeiten, wie sich die Maske möglicherweise von der Steuer absetzten lassen könnte:

  • als Werbungskosten
  • als medizinisches Hilfsmittel

Steuererklärung: Corona-Maske als Werbungskosten angeben

Doch auch hierfür sind einige Bedingungen zu erfüllen. So wird die Maske vermutlich nur unter Werbungskosten anzugeben sein, wenn der betroffene Arbeitnehmer dazu verpflichtet ist, bei der Arbeit eine Maske zu tragen – und diese nicht vom Arbeitgeber gestellt bekommt.

Sollte das zutreffen, müsste der Steuerzahler weiter beachten, dass sich das Angeben des Mundschutzes nur dann lohnt, wenn man mehr als 1000 Euro Werbungskosten bei der Steuererklärung angibt. „Wer darunter liegt, kann auch keine zusätzlichen Kosten geltend machen“, erklärt Michael Wegmer.

Ein Versuch ist es laut den Experten wert: Die Corona-Maske als Werbungskosten bei der Steuer absetzen.

FFP2-Maske als Krankheitskosten von der Steuer absetzen: So geht‘s

Die Maske als medizinisches Hilfsmittel bei der Steuer anzugeben, ist eine weitere Möglichkeit. Doch auch hier kann nicht jeder sein Glück versuchen. Sie beispielsweise ohne ein ärztliches Attest unter „Krankheitskosten“ anzugeben, wird nicht funktionieren.

Wer aufgrund einer Vorerkrankung ein Attest hat, kann die Maske bei der Steuer angeben. Doch die Experten von steuertipps.de weisen darauf hin, dass Krankheitskosten in der Regel nur dann akzeptiert werden, wenn das Attest vor dem Kauf der Maske ausgestellt wurde.

Der SWR1-Experte ergänzt außerdem, dass die Maske als medizinisches Hilfsmittel angegeben werden kann. Dazu zählen allerdings nur Dinge, die „von den Krankenkassen nicht bezahlt werden, weil sie keinen therapeutischen Zweck erfüllen.“ So sollte man vorab Rücksprache mit der Krankenkasse halten.

Maske von der Steuer absetzen: So stehen die Chancen

Noch ist das nur eine erste Vermutung der Finanzexperten. Die Frage, ob die Maske von der Steuer abzusetzen ist, ist für alle eine noch nie dagewesene Situation. Auch die Finanzbehörden müssen sich erst darauf einstellen. Eine zentrale Auskunft gibt es bislang noch nicht.

Deshalb ist es unklar, ob der Mund-Nasen-Schutz auch in den genannten Fällen steuerlich kenntlich gemacht werden kann. „Ein Versuch ist es wert“, so die Experten von steuertipps.de. Mehr als eine Ablehnung könne man nicht bekommen. Und auch Michael Wegmer, rät, dass es in jedem Fall nicht schaden kann, „die Kassenbelege für Masken aufzubewahren.“

Rubriklistenbild: © Fabian Strauch, Frank Rumpenhorst/ dpa, Collage: RUHR24.de

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