Kontaktverfolgung in der Pandemie

Corona-Hilfe von „Fanta 4“: Band bringt App „Luca“ an den Start

In der zweiten Corona-Welle geraten Gesundheitsämter an ihre Grenzen. Die App der Gruppe „Fanta 4“ könnte einiges einfacher machen.

Stuttgart/Berlin – Eigentlich kennt man die Urgesteine des deutschen Hip-Hop durch Songs wie „Sie ist weg“. Doch das war 1995. 2020 gehen die Fantastischen Vier offenbar nicht mit ihrer Musik, sondern mit einer eigenen Corona-App an den Start: „Luca“ soll bei der Eindämmung des Coronavirus helfen – und könnte vor allem die Gesundheitsämter bei der Kontaktnachverfolgung deutlich entlasten.

BandFantastische Vier
MusikHipHop
Herkunft Stuttgart

Corona-App „Luca“ der Fantastischen Vier soll bei der Kontaktnachverfolgung helfen

Seit die zweite Corona-Welle über Deutschland hereingebrochen ist, wird zunehmend deutlich, dass vor allem die Kontaktnachverfolgung schwierig ist. Steigende Infektionszahlen, dazu ein diffuses Infektionsgeschehen - die Gesundheitsämter, die eigentlich für die Kontaktnachverfolgung zuständig sind, kommen kaum noch hinterher.

Das haben auch die Fanta Vier aus Stuttgart erkannt. Nach Informationen Musikmagazins bigfm haben die Musiker gemeinsam mit einem Berliner Start-up eine Smartphone-App entwickelt, die genau das vereinfachen soll. Mit der App könnte die Kontaktnachverfolgung demnächst komplett digital und nahezu vollautomatisch erfolgen (mehr News zu Corona in NRW).

Fantastischen Vier entwickelten Corona-App „Luca“ mit Berliner Start-Up

NeXenio heißt das Start-Up, welches die App nun an den Start gebracht hat. Die Idee, die hinter der App steckt, könnte für die Gesundheitsämter des Landes laut bigfm ein wahrer Segen sein. Und so funktioniert die App der Fantastischen Vier: Besucher in einem Restaurant, im Fitnessstudio, im Theater oder Kino können sich per QR-Code selbst in eine digitale Kontaktliste eintragen.

Alle Daten sollen digital gespeichert werden, können dabei aber weder von den Veranstaltern oder Wirten, noch von anderen Gästen eingesehen oder gar kopiert werden. Die Gesundheitsämter sollen jedoch Zugriff auf die Daten bekommen - sofern Nutzer das nach einem positiven Testergebnis erlauben. Sollte anhand der Daten der Kontakt mit einem positiv auf Corona getestete Person erkannt werden, können Veranstalter und Kontaktpersonen schnell und einfach informiert werden. Nach 14 Tagen sollen die Daten automatisch gelöscht werden.

Kontaktnachverfolgung per QR-Code: Corona-App „Luca“ der Fantastischen Vier

Mit dem QR-Code könne man sich beispielsweise bei einem Restaurantbesuch einfach einloggen, indem man das Handy über einen Scanner hält. „Die Check-In und Check-Out Daten liegen nur beim Restaurant“, erklärt Smudo, der Sänger der Fantastischen Vier gegenüber der Stuttgarter Zeitung (StZ). Die derzeit gängige Zettelwirtschaft, die Listen aus Papier und witzig gemeinte Falscheintragungen auf den Kontaktlisten könnten damit der Vergangenheit angehören.

Ganz uneigennützig ist der Launch der App nicht. „Wir brauchen Lösung, die Veranstaltungen wieder möglich machen“, so Michi Beck von den Fantastischen Vier gegenüber dem Musikmagazin. Die Mitglieder der Band sind Mitbetreiber der Warsteiner Music Hall in Dortmund, wo wegen des Coronavirus aktuell keine Events stattfinden dürfen. Und was, wenn es doch mal jemanden geben sollte, der kein Smartphone besitzt? Auch dafür gibt es bereits eine Lösung: Ein Schlüsselanhänger mit dem passenden QR-Code soll Abhilfe schaffen.

Mit der Corona-Warn-App des Gesundheitsministeriums soll die App der Fantastischen Vier allerdings wenig zu tun haben. Sattdessen sollen sich die beiden Apps gegenseitig ergänzen – und so die Eindämmung des Coronavirus weiter vorantreiben. Die Band hoffe laut StZ nun darauf, dass sich auch die Gesundheitsämter von der App begeistern lassen und mitziehen.

Rubriklistenbild: © Britta Pedersen/dpa

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