Maskenpflicht

Corona-Schutz: Experten warnen dringend vor mehrfachem Tragen von Einwegmasken

Obwohl sie Einwegmasken nutzen, tragen viele Menschen den Mund-Nasen-Schutz mehrere Tage. Experten haben jetzt herausgefunden, dass das gar keine gute Idee ist.

Mainz - Der Mund-Nasen-Schutz ist inzwischen zu einem schon nicht mehr wegzudenkenden Pflicht-Accessoire in der Corona-Pandemie geworden. Neben FFP2-Maske oder einem selbstgenähtem Mund-Nasen-Schutz aus Baumwolle wird auch die Einwegmaske weiterhin von vielen genutzt. Allerdings kommt es häufig zu Fehlern beim Tragen der Maske, was zu gesundheitlichen Risiken führen kann. Das wollen Forscher der Unimedizin Mainz nun herausgefunden haben.

UniversitätsklinikumUniversitätsmedizin der Johannes Gutenberg-Universität Mainz
Gründung1952
ForschungsschwerpunkteImmunologie, Tumormedizin, Neurowissenschaften, Präventive Medizin und Minimalinvasive Chirurgie
Mitarbeiterca. 8000

Risiko bei Einwegmasken: Warum man sie nur einmal tragen sollte

Auch wenn der Name „Einwegmaske“ eigentlich darauf hindeutet, dass der Mund-Nasen-Schutz nach einmaligem Tragen weggeworfen werden sollte, halten sich viele Menschen nicht daran und nutzen die Maske gleich mehrmals. Dadurch können sich Fasern lösen und in die oberen Atemwege gelangen, so die Ergebnisse einer Studie der Universitätsmedizin Mainz.

Die meist bläulichen Einwegmasken bestehen in der Regel aus mehreren Lagen von Mikrofasern aus dem Kunststoff Polypropylen. Die Forscher hatten im Rahmen der Studie beobachtet, dass gealterte Masken mehr Kunststoff-Fasern freisetzen können als neue Einwegmasken.

Studie zeigt: Fasern von Einwegmasken werden verschluckt oder eingeatmet

Auch wenn die Experten davon ausgehen, dass sich die Fasern nicht in den tieferen Atemwegen ablagern und dort somit keine schädliche Wirkung haben, „können sie jedoch möglicherweise die Haut, die Schleimhäute und die oberen Atemwege reizen“, so Robert Landsiedel, stellvertretender Vorsitzender der Gesellschaft für Toxikologie gegenüber der Deutschen Presseagentur (dpa).

Das hatte auch die Studie rund um Jan Hagemann und seinem Forscherteam der Universitätsmedizin Mainz ergeben, die im vergangenen Jahr im World Allergy Organization Journal veröffentlichte wurde. Sie hatten bei rund 50 Personen einen allergischen Schnupfen untersucht, der auf das Tragen einer Maske zurückzuführen war. Im Zuge dessen mussten die Probanden eine Nasenspülung verwenden. Darin konnten die Wissenschaftler Kunststofffasern nachweisen, die mit mehreren Millimetern sogar vergleichsweise lang waren.

Wissenschaftler der Universitätsmedizin Mainz haben herausgefunden, dass mehrfaches Tragen einer Einwegmaske gesundheitliche Probleme birgt.

Einwegmasken: Mehrfaches Tragen könnte zur Gefahr für die Gesundheit werden

Besonders kritisch seien Einwegmasken, die keine „CE“-Kennzeichnung hätten. Das „CE“-Siegel sei zwar kein Qualitätsmerkmal im klassischen Sinne, doch es deutet darauf hin, dass die Maske den geltenden europäischen Anforderungen gerecht wird. Daher ist die Annahme der Mainzer Wissenschaftler, dass von bestimmten Nicht-CE-FFP-Masken, wo erst kürzlich eine von einem Rückruf betroffen war, mehr Polypropylenfasern in den eingeatmeten Luftstrom gelangen.

Das wiederum könnte zu einer Anhäufung auf der Nasenschleimhaut und potenziell in den gesamten Atemwegen führen. Einen wissenschaftlichen Beleg dafür habe man allerdings noch nicht. Daher geben die Wissenschaftler auch in gewisser Hinsicht Entwarnung.

Einwegmasken mehrfach tragen: Experten geben Entwarnung

„Von den aus den Masken freigesetzten Fasern geht nach unserer Einschätzung keine oder eine vergleichsweise geringe Gesundheitsgefahr aus; die Verringerung der Risiken einer Infektion überwiegt hier bei Weitem“, so das Fazit der Experten. Das maximal einmalige Tragen der Maske würde die Gefahr noch einmal verringern. Ebenso sollte man sicherstellten, dass man keine minderwertigen Atemmasken verwende.

Außerdem geben die Wissenschaftler der Universität Mainz zu bedenken, dass die Einwegmasken nicht nur Viren und Bakterien filtern, sondern auch Partikel in der Luft, die ohne Maske aufgenommen würden - wie zum Beispiel andere Textilfasern. Bei Personen, die berufsbedingt die Maske den ganzen Tag tragen müssen, könne die Menge der aufgenommener Fasern aus Einwegmasken zwar die der anderen übersteigen, doch bislang sei „von Berufstätigen, die täglich Atemmasken tragen, keine besonderen Gesundheitsgefährdungen bekannt.“

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